Weniger Polizeieinsätze: Lob für den KSC

Mit viel Personal muss die Polizei immer wieder das Gelände rund um das Karlsruher Wildparkstadion sichern. Foto: GES

Von Brigitte J. Henkel-Waidhofer

Stuttgart - Ein einziges Fußballspiel - Karlsruher SC gegen Hansa Rostock - hat in der vergangenen Drittligasaison bei der Polizei fast 4400 Einsatzstunden verursacht. Es ist damit Spitzenreiter in einer vom Stuttgarter Innenministerium veröffentlichten Statistik. Noch auffälliger sind die Karlsruher bei der Auflistung sogenannter Sonderspiele - beispielsweise Freundschafts-, Aufstiegs- oder Juniorenspiele. Bei nur vier Begegnungen fielen in den vergangenen zwölf Monaten nicht weniger als 11300 Einsatzstunden an. Für Innenminister Thomas Strobl (CDU) sind die Badener dennoch ein Positivbeispiel.

Seit Jahren sind Ausschreitungen an der Tagesordnung, wenn die Karlsruher antreten. Die Eskalation rund um das Zweitliga-Match gegen den VfB Stuttgart im April 2017, das mit zur Drittklassigkeit führte, hatte Strobl auf den Plan gerufen. Geschmiedet wurden sogenannte Stadionallianzen.

In seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der FDP zieht Strobl jetzt Zwischenbilanz. Gerade erst habe in Stuttgart ein Fachtag zum Thema "die Umsetzung der angedachten Maßnahmen von den Vertretern der örtlichen Stadionallianzen überprüft, die Zielsetzungen angepasst und neue Vorhaben konkret vereinbart". Entscheidend für den Erfolg ist aus Strobls Sicht das Agieren "im Verbund". Konkreter mochte er auf einzelne Maßnahmen nicht eingehen, weil dies "einer Rangfolge gleichkäme, was aufgrund der beschriebenen Unterschiedlichkeiten der jeweiligen Standorte nicht angemessen wäre".

Allein Karlsruhe ist beispielhaft im Detail dokumentiert, um die positive Entwicklung zu unterstreichen: "Durch die verbesserten Abstimmungsprozesse konnte die Einsatzplanung ressourcenschonender vorgenommen werden, was zu einer deutlichen Entlastung von circa 20000 Einsatzstunden im Vergleich zur Vorsaison und im Vergleich zu 2015/2016 eine zusätzliche Einsparung von knapp 4400 Einsatzstunden erbrachte." Zudem sei die Anzahl der Verletzten von 49 auf nur noch zwei zurückgegangen, was allerdings auch mit der geringeren Zahl von Risikospielen zu tun hatte.

Insgesamt wurden in der ersten Liga 2017/2018 etwas mehr als 66000 Einsatzstunden von Polizisten geleistet. Für etwas mehr die Hälfte zeichnet der VfB Stuttgart verantwortlich, gefolgt vom SC Freiburg (19100) und der TSG 1899 Hoffenheim (15800).

In der zweiten Liga teilen sich der 1. FC Heidenheim und der SV Sandhausen 20000 Einsatzstunden, während in der dritten Liga bei drei Vereinen 35000 Stunden gezählt wurden, davon 19900 rund um die Spiele der Karlsruher.

Strobl will nun "die Zusammenarbeit weiter optimieren", gerade zur gemeinsamen Risikobewertung. "Vor besonderen Spielen wie einem Derby soll ein intensivierter und gezielter Austausch unter Einbeziehung der Fanbeauftragten stattfinden, damit tatsächlich alle Informationen aller Akteursgruppen in die Bewertung einfließen können", verlangt der Innenminister. Damit solle sich der Trend der vergangenen fünf Jahre verstetigen. Insgesamt ging die Einsatzbelastung auf 154000 Stunden zurück und hat in der Saison 2017/2018 einen vorläufigen Tiefststand erreicht, der sich auch im Landesetat niederschlägt. Rund 1,5 Millionen Euro mussten weniger ausgegeben werden für Polizeieinsätze als in der Vorsaison.

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