"Kevin würde Leni wählen"

'Kevin würde Leni wählen'

Von Brigitte J. Henkel-Waidhofer Stuttgart - Eine Woche lang können die Genossen im Land noch abstimmen über die künftige programmatische und personelle Ausrichtung der Südwest-SPD. Zahlreiche Promis, einzelne Gremien oder Kreisverbände haben sich bereits öffentlich zu der Einen oder dem Anderen bekannt. Die Spitze der Jungsozialisten unterstützt den bisherigen stellvertretenden Landesvorsitzenden Lars Castellucci, was wiederum einzelne Jusos auf den Plan rief mit der Aktion "Kevin würde Leni wählen".

Kevin Kühnert, der omnipräsente Juso-Bundeschef, kommt aus Berlin, kann dementsprechend gar keine Stimme abgeben. Inhaltlich steht der 29-Jährige aber deutlich links von zahlreichen Jusos im Südwesten. Deren Landesausschuss sprach sich für Castellucci aus, weil "die junge Generation", wie die Vorsitzende Stephanie Bernickel erläutert, in ihm die richtige Person sieht. Nicht die ganze junge Generation allerdings, denn 19 Kreisverbände stimmten für den entsprechenden Antrag, sechs jedoch dagegen. Und die wollten sich nicht abfinden mit dem Eindruck, der in der Öffentlichkeit entstanden ist, befördert durch den Herausforderer, der erklärt hatte: "Vielen Dank an die Jusos für Eure Unterstützung." Deshalb sei die Idee entstanden, Kühnert zu posten, heißt es im Breymaier-Lager.

Ältere Semester positionieren sich in der realen Welt ebenfalls an ihrer Seite: Erhard Eppler, in den 70ern Landeschef. Die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin. Der große Stuttgarter Kreisverband, in dem intern diskutiert wird, wie möglichst vielen Genossen das Votum zur Kenntnis gebracht werden kann. 13 junge Kreisvorsitzende haben sich gegen Breymaier gestellt und posten ebenfalls eifrig.

Im Netz kursieren inzwischen Gerüchte und Falschmeldungen - etwa, dass die umstrittene Generalsekretärin Luisa Boos vor zwei Jahren nicht erste Wahl der Landesvorsitzenden war. "Ihr kämpft aber mit harten Bandagen", schreibt einer an die Adresse des Castellucci-Lagers. Auf dessen Facebook-Seite gibt es viel Zustimmung für den 44-Jährigen und Kritik ebenso. Etwa dafür, sich gemeinsam mit dem möglichen neuen Generalsekretär Sascha Binder anzubieten, weil auf diese Weise zwei Männer an der Spitze zwei Frauen ersetzen würden.

Ein Eindruck, dem konkret entgegen gearbeitet wird: Für die vier Stellvertreter-Posten bieten sich unter anderem die Böblinger Kreisvorsitzende Jasmina Hostert an, die als stellvertretende Landesvorsitzende für den Bezirk Nordwürttemberg kandidiert. In Südwürttemberg will eine Frau eine Frau ersetzen: Die Tübinger Kreischefin Doro Kliche-Behnke stellt sich gegen die Parteilinke Hilde Matheis. Auch ein Fingerzeig an Breymaier, die unter den Vizes bisher nur auf die langjährige Ulmer Bundestagsabgeordnete Matheis setzen kann.

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