Trekkingplätze in den Nordvogesen geplant

Trekkingplätze in den Nordvogesen geplant

Mothern (ar) - Auf die badisch-elsässisch-pfälzische Region und deren Vielfalt an Natur und Kultur macht die grenzüberschreitende Touristik-Gemeinschaft Vis-à-Vis seit ihrer Gründung 1990 aufmerksam. Ins Leben gerufen wurden 2018 vier Arbeitskreise, in denen besondere Angebote für Urlaubsgäste entwickelt werden, wie es bei der jüngsten Versammlung in Mothern hieß. Im Arbeitskreis "Festungen und historische Linien" soll Geschichte in Erinnerung gerufen werden, im Arbeitskreis "Kur- und Heilbäder" die vielen Thermalquellen erlebbar gemacht werden. Attraktiver gestaltet wurden die Radtouren in der Dreiländerregion mit speziellen Angeboten für Familien. Gearbeitet wird zudem aktuell an einer Ausdehnung der im Pfälzer Wald beliebten Trekkingplätze in die Nordvogesen. Doch dafür müssen erst rechtliche Fragen geklärt werden, denn in Frankreich sind Feuerstellen im Wald grundsätzlich verboten.

Während die Netzwerkarbeit gut funktioniert, muss sich Vis-à-Vis immer wieder neuen Herausforderungen stellen, die vom Gesetzgeber auferlegt werden. So mussten die Mitglieder einer einjährigen Verlängerung der Vereinbarung zwischen der Touristik-Gemeinschaft Baden-Elsass-Pfalz und dem Eurodistrikt Pamina zustimmen, um das operative Geschäft fortführen zu können. Wie Geschäftsführer Dr. Gerd Hager informierte, unterstehe der Eurodistrikt französischem Recht, die Touristikgemeinschaft jedoch deutschem Steuerrecht. Bei einer Überprüfung durch den Rechnungshof der Region Grand Est habe man einige Arbeitsweisen bemängelt, die aufgearbeitet werden müssten. "Wir müssen den Vertrag zwischen dem Eurodistrikt und der Touristikgemeinschaft so ändern, dass er dem französischen und deutschen Recht entspricht", erklärte Patrice Harster, Geschäftsführer des Eurodistrikt Pamina. Hoffnung setzt Harster dabei in die Fortschreibung des Élysée-Vertrags. Damit sollen viele Dinge, die die grenzüberschreitende Zusammenarbeit vereinfachen würden, wie Abbau der Verwaltungshürden, geregelt werden. In einer deutsch-französische Arbeitsgruppe hierzu hatte beim Treffen in Straßburg am 13. Juli der Eurodistrikt einige Vorschläge unterbreitet, wie die Erarbeitung einer Satzung für einen deutsch-französischen Verein. Beim nächsten Treffen am 22. Januar 2019 soll zudem über die Idee eines deutsch-französischen Parlaments, bestehend aus je 50 Parlamentariern, beraten werden, informierte Harster.

Die Touristik-Gemeinschaft, die für über 70 Städte, Gemeinden und Akteure im Tourismusbereich aktive Netzwerkpolitik betreibt, bekräftigte in ihrer Mitgliederversammlung die Hoffnung, künftig noch mehr Unterstützung der politischen Verantwortlichen zu erhalten. Bei den anstehenden Wahlen wurden Vorsitzende Stéphanie Kochert, Bürgermeisterin von Climbach, und Geschäftsführer Dr. Gerd Hager in ihren Ämtern bestätigt.

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