Ab Anfang Februar wird es richtig eng

Ab Anfang Februar wird es richtig eng

Von Winfried Heck

Karlsruhe
- Die Vorarbeiten zur Ertüchtigung der Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth laufen bisher pro-blemlos. Ende vergangenen Jahres wurden in Fahrtrichtung Wörth die äußeren Brückenkappen abgebrochen und die Entwässerung ertüchtigt. Dabei hat es laut Jürgen Gentner vom Regierungspräsidium Karlsruhe keine negativen Überraschungen gegeben. Seit Anfang der Woche laufen nun die Arbeiten in der Brückenmitte, wo aktuell die Mittelkappen abgebrochen, die Beleuchtungsmasten entfernt und die Verankerungen für das Zelt vorbereitet werden, unter dessen Schutz später der ultrahochfeste Beton eingebaut wird. Aus diesem Grund ist seit Montag der linke von insgesamt drei Fahrstreifen in Richtung Wörth gesperrt.

Ab wann wird es richtig eng auf der Brücke?

Ab Anfang Februar beginnen auf der nördlichen Brückenhälfte die Hauptarbeiten. Die Fahrbahn in Richtung Pfalz wird dann komplett gesperrt und der gesamte Verkehr als sogenannter "4+0-Verkehr" auf die südliche Brückenhälfte umgelegt. Begonnen mit der Verkehrsumlegung wird am 2. Februar, bis 4. Februar soll dies abgeschlossen sein - wenn das Wetter mitspielt. Sollte es am ersten Februarwochenende stark regnen, können womöglich die neuen Fahrbahnmarkierungen nicht aufgebracht werden. "Dann hätten wir tatsächlich ein kleines Problem", sagt Gentner. Läuft hingegen alles nach Plan, stehen ab dem 4. Februar dem gesamten Verkehr nur noch vier verengte, statt bisher sechs Fahrstreifen zur Verfügung. Spätestens dann muss vor allem im Berufsverkehr auf und rund um die Rheinbrücke mit erheblichen Behinderungen gerechnet werden.

Was genau passiert auf der gesperrten Brückenhälfte?

Auf dem nördlichen Teil der Brücke, auf dem bisher der Verkehr in Richtung Wörth rollt, wird ab Februar zunächst die Asphaltschicht entfernt und die nur zwölf Millimeter dicke Stahlplatte, die bisher die gesamte Last des Verkehrs zu tragen hat, wird freigelegt. Diese Arbeiten werden auch genutzt, um die Stahlplatte auf Risse zu überprüfen und diese gegebenenfalls zu schweißen. Böse Überraschungen erwartet Gentner nicht. Der Blick von unten aus dem Brückenkasten auf die Stahlplatte gebe hierzu keinen Anlass. Auf der Stahlplatte soll voraussichtlich im April der sogenannte ultrahochfeste Beton eingebaut werden. Stahlplatte und Betondecke sollen hierbei einen festen Verbund bilden, wodurch sich die Belastbarkeit der Brücke enorm erhöhen würde. Damit dies optimal gelingt, muss die Brücke allerdings völlig erschütterungsfrei sein, weshalb an zwei Wochenenden eine Totalsperrung nötig sein wird. Positiver Nebeneffekt: Der ultrahochfeste Beton wird deutlich haltbarer als die Asphaltschicht sein, Reparaturen und Instandsetzungsarbeiten auf der Rheinbrücke werden künftig wohl nur noch in deutlich größeren Abständen nötig sein.

Gibt es Alternativen für Pendler?

Um die Belastungen für Pendler wenigstens teilweise zu verringern, wurde das Angebot im öffentlichen Personennahverkehr deutlich ausgebaut und die Park-und-Ride-Plätze in der Südpfalz wurden erweitert. Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd hat in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Germersheim, dem KVV und dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg einen Flyer erstellt, auf dem alle nötigen Informationen zusammengefasst sind.

Für die Fahrradfahrer wird zudem entlang des Radwegs, der in beide Richtungen ebenfalls auf die südliche Brückenhälfte gelegt wurde, während der Arbeiten eine provisorische Beleuchtung aufgebaut.

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