Besucherzentrum bleibt im Kostenrahmen

Besucherzentrum bleibt im Kostenrahmen

Von Volker Neuwald

Baden-Baden - Ziemlich eingeschneit präsentieren sich in diesen Tagen die Höhen des Nordschwarzwalds. Auch den Ruhestein-Pass hat der Winter fest im Griff. Die Bauarbeiten für das neue Besucherzentrum des Nationalparks ruhen im Wesentlichen. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Das Stuttgarter Finanzministerium teilte auf BT-Anfrage mit, dass man weiterhin von einer termingerechten Eröffnung des Zentrums Ende 2020 ausgeht. Und: An der Kostensituation habe sich nichts geändert. Das Ministerium steuert federführend die Ausschreibungen und die Bauarbeiten. Es musste sich aufgrund galoppierender Kosten bei diesem Prestigeprojekt der Landesregierung heftige Kritik gefallen lassen.

Die Baukosten für das Besucherzentrum und das Verwaltungsgebäude sind jetzt mit rund 35,5 Millionen Euro veranschlagt, 13 Millionen Euro mehr als zuvor kalkuliert. Hinzu kommen Kosten für die Infrastruktur (Parkplätze, Wasserversorgung, Ausstellung), was die Gesamtinvestition auf rund 50 Millionen Euro erhöht.

Vor diesem Hintergrund hatte im Oktober 2018 der CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Wald aus Baden-Baden mitgeteilt, dass Einsparungen beim Bau des Nationalparkzentrums geprüft werden sollen. Wald ist finanzpolitischer Sprecher der Fraktion und Mitglied der Haushaltskommission.

Patrick von Eichel-Streiber von der Pressestelle des Ministeriums erklärt nun, dass der Landesbetrieb Vermögen und Bau alle Einsparoptionen geprüft und umgesetzt habe. "Beispielsweise kommen beim Bodenbelag anstelle von Naturstein jetzt Fliesen und geschliffener Estrich zum Einsatz." Auch in der laufenden Projektbearbeitung prüfe man Einsparmöglichkeiten. "Beim aktuellen Ausschreibungsstand von rund 90 Prozent ist es jedoch nur noch bedingt möglich, Kosten weiter zu beeinflussen", so der Sprecher.

Zur Ausschreibung stehen noch die Schreinerarbeiten für die Möbel des Zentrums sowie für die Außenanlagen an, außerdem für die größten Bestandteile der Ausstellung.

Bis zur Winterpause wurde der konstruktive Holz- und Stahlbau für die vier westlichen Gebäuderiegel nahezu fertiggestellt, erläutert der Sprecher den Stand der Arbeiten. Direkt nach der Winterpause sollen in diesen vier Riegeln die Restarbeiten folgen. Dann geht es in den vier östlichen Riegeln weiter, sobald die Witterung es zulässt.

Im Innern der vier westlichen Gebäuderiegel wird bereits seit Sommer 2018 die Technik installiert. Weitere Arbeiten wie beispielsweise Trockenbau und Estrich sollen 2019 hinzukommen. "Ende des Jahres sollen alle Gebäuderiegel fertig ausgebaut sein. Anschließend wird die Ausstellung eingerichtet. Außerdem müssen noch die Außenanlagen hergestellt werden."

Wenn dies alles erledigt ist, dürfte die spektakuläre Architektur endlich zur Geltung kommen. Der Komplex erinnert an vom Sturm umgeworfene Baumstämme. Die acht hölzernen Baumkörper sind bis zu 65 Meter lang und bestehen hauptsächlich aus Weißtanne oder Fichte. Optischer Höhepunkt wird der Skywalk sein - der das Besucherzentrum mit einem 35 Meter hohen Aussichtsturm verbindet.

Weitgehend fertig ist bereits die Gebäudehülle (mit Schindelfassade) des Verwaltungsgebäudes, ebenso die Technikinstallation im Innern. Daher kann der Trockenbau bereits diesen Monat beginnen. Das Verwaltungsgebäude soll Mitte 2019 fertiggestellt sein.

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