Grenke beeindruckt Aktionäre

Grenke beeindruckt Aktionäre

Von Jürgen Volz

Baden-Baden - Es ist wie immer, wenn die Grenke AG zur Hauptversammlung einlädt: Zufriedene Gesichter allenthalben gestern im Kongresshaus - beim Vorstand, beim Aufsichtsrat und vor allem bei den Aktionären. Denn ihr Unternehmen hat 2018 wieder eine außerordentliche Performance hingelegt. Und die Perspektiven für das laufende Geschäftsjahr sind ebenfalls blendend.

Die Zahlen, die die Grenke- Vorstandsvorsitzende Antje Leminsky gestern präsentierte, beeindruckten die Aktionäre: Das Neugeschäft erreichte 2018 ein Volumen von fast drei Milliarden Euro (plus 22 Prozent) und der Konzerngewinn sprang auf 131,1 Millionen Euro (plus 24,4 Prozent) - ein neuer Rekordwert. Davon wiederum profitieren die Aktionäre mit einer höheren Dividende. Sie erhalten 80 Cent (Vorjahr: 70 Cent) je Anteilsschein.

Dagegen macht die im S-DAX gelistete Aktie weitaus weniger Freude. Nach der letzten Hauptversammlung im Mai 2018 lag ihr Kurs bei rund 100 Euro, danach folgte ein spürbarer Einbruch. Seit Jahresanfang hat die Aktie einen Teil ihrer Verluste wettgemacht und notiert nun wieder nahe 90 Euro. Auch für den Vorstand ist die Kursentwicklung unbefriedigend. Das Unternehmen setzt dem gute Geschäfte und ein dauerhaftes Wachstum entgegen. "Das sind beste Voraussetzungen, die Aktie weiter zu stärken", sagte Leminsky und unterlegte dies mit aktuellen Zahlen: Im ersten Quartal 2019 steigerte Grenke den Gewinn erneut um 13,6 Prozent auf 33,6 Millionen Euro. Der Vorstand rechnet daher weiterhin mit einem Gewinn bis Jahresende in einer Spanne von 147 bis 156 Millionen Euro.

Um dieses Ziel zu erreichen, will die Grenke-Gruppe weiter kräftig investieren - in bestehende und neue Produkte, in Kooperationen und Beteiligungen sowie in die Expansion. In diesem Jahr sind mindestens sieben neue Standorte geplant, unter anderem in Vancouver und London. 2020 könnte Grenke dann den Sprung in die USA wagen. Derzeit läuft hierfür eine Machbarkeitsstudie - mit bislang positiven Signalen.

Natürlich benötigt das Unternehmen für die anhaltende Expansion eine ausreichende finanzielle Eigenkapitalbasis sowie eine solide Refinanzierung. Beides sei bei Grenke gegeben, sagte Finanzchef Sebastian Hirsch. Außerdem hat sich der Vorstand von den Aktionären gestern grünes Licht geben lassen für die Ausgabe neuer Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen im Volumen von bis zu 500 Millionen Euro.

Dass der Konzern nach dem Ausscheiden des Unternehmensgründers Wolfgang Grenke aus dem Vorstand und der Stabübergabe an Antje Leminsky seinen Kurs beibehalten hat, formulierte die neue Chefin in einem persönlichen Wort an die Aktionäre so: "Ich bin erleichtert, dass mein erstes Jahr ein erfolgreiches war."

Zwei personelle Wechsel gibt es im Aufsichtsrat des Unternehmens: Claudia Krcmar, Geschäftsführerin der AMPIT GmbH, einer Werbe- und Marketingagentur (Baden-Baden), wurde ebenso in das Gremium gewählt wie der selbstständige Unternehmensberater Heinz Panter (Baden-Baden). Nicht mehr im Aufsichtsrat sind Tanja Dreilich und Erwin Staudt, der ehemalige Präsident des VfB Stuttgart. Vorsitzender des Gremiums bleibt Professor Ernst Moritz Lipp, der die Hauptversammlung gestern gewohnt souverän leitete und sich über viele jugendliche Gäste freute: die Gewinner des Planspiels Börse der Sparkasse Baden-Baden/Gaggenau sowie Schüler des Markgraf-Ludwig-Gymnasiums aus Baden-Baden im Rahmen der Kooperation "Wirtschaft macht Schule".

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