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Wahrscheinlichkeit für Extremwetter ist erhöht
Claudia Kleinert präsentiert regelmäßig 'Das Wetter im Ersten' nach den Tagesthemen. Foto: ARD/Thorsten Jander
06.03.2018 - 06:32 Uhr
Rastatt - Bei der Auftaktveranstaltung zum Thema Klimaschutz der Wirtschaftsregion Mittelbaden (WRM) zeigte "Wetterfrau" Claudia Kleinert jüngst die Konsequenzen des Klimawandels auf das Wetter auf. Im Interview mit BT-Volontärin Janina Fortenbacher geht die Moderatorin auf die Folgen des Klimawandels am Oberrhein ein. Gleichzeitig ruft sie im Sinne des Klimaschutzes zu mehr Nachhaltigkeit auf.

BT: Frau Kleinert, 2016 gilt als das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1880. Wie stellt sich der Klimawandel am Oberrhein dar?

Claudia Kleinert: Das kann niemand konkret sagen. Die Temperaturen steigen global. Globaler Temperaturanstieg kann bedeuten, dass es zukünftig mehr heiße Tage gibt. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit für Extremwetterereignisse wie Starkregen, Hagel oder Temperaturextrema größer - das bezieht sich aber nicht nur auf den Oberrhein. Allerdings kann man aufgrund eines einmalig sehr heißen Sommers daraus keinesfalls schließen, dass das auch die nächsten Jahre genauso sein wird oder dass jetzt jedes Jahr genau 20 Prozent mehr Ex-tremwetterereignisse auftreten werden.

BT: Muss am Oberrhein dann auch verstärkt mit Hochwasser gerechnet werden?

Kleinert: Nein, solche Starkwetterereignisse wirken sich nicht wirklich auf den Rhein aus. Es kann vielmehr zu kleinräumigen Überschwemmungen an kleinen Bächen oder Flüssen kommen. Wenn es allerdings eine Weile kalt ist, viel schneit und dann die Temperatur plötzlich sehr stark ansteigt, kann es zu einem Tauwetter kommen. Das hat aber nichts mit dem Klimawandel zu tun. Solches Hochwasser gab es am Oberrhein schon immer. Man kann beim Klimawandel nicht davon ausgehen, dass es von Jahr zu Jahr stärker oder mehr wird. Und niemand kann konkrete Aussagen für die nächsten fünf, zehn oder gar 30 Jahre treffen. Bei Hochwasser an Flüssen wie Rhein, Donau oder Neckar beispielsweise spielen noch viele andere Faktoren eine Rolle.

Interview

BT: Was sind die Ursachen des Klimawandels?

Kleinert: Klimawandel heißt, dass sich unser Klima verändert. Es gibt sehr viele Theorien, wodurch das kommt und bisher kam, und es gibt viele Wissenschaftler, die verschiedene Ursachen als mehr oder weniger wahrscheinlich ansehen. Eine sehr große Anzahl von Forschern hält die erhöhte Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre für eine der Hauptursachen der globalen Erwärmung, weil es physikalisch sehr einfach nachzuvollziehen ist. In diesem Zusammenhang spielen aber auch andere Treibhausgase wie Methan eine Rolle. Diese absorbieren langwellige Strahlung - also Wärmestrahlung, die von der Erdoberfläche, den Wolken und der Atmosphäre selbst abgestrahlt wird. Normalerweise würde diese Strahlung wieder an den Weltraum abgegeben werden. Die Treibhausgase strahlen die Wärme nun jedoch sowohl Richtung Weltall als auch Richtung Erdoberfläche ab, so dass die untere Atmosphäre zusätzlich erwärmt wird. Da wir seit Beginn der Industrialisierung und mit zunehmender Bevölkerung immer mehr dieser Gase erzeugen oder auch freisetzen, ist das eine sehr logische und nachvollziehbare Erklärung für die seit 150 Jahren deutlich messbare globale Erwärmung und die damit verbundenen Klimaveränderungen.

BT: Forscher sprechen in diesem Zusammenhang oft von einer globalen Erderwärmung. Warum wurden wir dann jüngst von einer Kältewelle überrollt?

Kleinert: Diese Kältewelle gehört zum ganz normalen Wetter. Ein Hochdruckgebiet schaufelte aus dem Nordosten sehr kalte Luft zu uns. Dieses Phänomen hat aber nichts damit zu tun, dass sich das Klima ändert - so etwas werden wir immer mal wieder haben. Das letzte Mal war das 2012 der Fall. Genauso kommt aber diese Woche wieder deutlich wärmere Luft zu uns, weil sie mit einem Tiefdruckgebiet aus dem Südwesten nach Deutschland transportiert wird. Wir liegen in einer "Sandwichposition". Das heißt, wir befinden uns zwischen der im Frühling schon sehr warmen Luft im Süden und der noch sehr eisigen Luft nördlich von uns - Skandinavien zum Beispiel.

BT: Wie kann der Mensch auf den Klimawandel reagieren?

Kleinert: Man sollte versuchen, in unserer Umgebung Möglichkeiten zu schaffen, dass möglichst viel CO gespeichert wird - durch Wald und Grünflächen. Oder man sollte grüne Oasen schaffen, die bei Hitze Abkühlung bringen. Natürlich ist neben der Anpassung durch die Konstruktion von klimaneutralen Häusern, Vermeidung von CO -Verbrauch durch das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel und Verwendung von Solarenergie oder Elektrofahrzeugen auch wichtig, sich auf den Klimawandel einzustellen: Häuser so bauen, dass sie Wärme im Winter nicht nach draußen abgeben und im Sommer keine Wärme eindringen lassen. Bei der Städteplanung ist es wichtig, Starkregenereignisse mit einzuplanen und die Kanalisation dementsprechend zu konzipieren. Flüsse oder Bäche könnten durch Renaturierung wieder mehr "Freiraum" bekommen, um sich bei Hochwasser ausdehnen zu können, um Überschwemmungen zu vermeiden. Öffentliche Gebäude, Krankenhäuser sollten so gestaltet werden, dass sie bei Hitze nicht massiv klimatisiert werden müssen. Wichtig ist, auf Nachhaltigkeit zu achten. Produkte, die man jedes Jahr neu kauft, belasten die Umwelt und dadurch auch das Klima mehr als etwas, das lange hält.

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