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Ein Modell für die Forstwirtschaft
10.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Volz

Stuttgart/Baden-Baden - Der Bundesgerichtshof wird heute mit einem erwarteten Beschluss ein Kartellverfahren in der baden-württembergischen Holzwirtschaft beenden. Das Bundeskartellamt fordert vom Land seit Jahren mehr Wettbewerb beim Verkauf von Holz aus Kommunal- und Privatwäldern sowie bei der Bewirtschaftung dieser Wälder durch die Förster des Landes.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat die bisherige Praxis der hiesigen Holzvermarktung durch die staatliche "Forst BW" bereits als wettbewerbswidrig eingestuft. Es wird damit gerechnet, dass der Bundesgerichtshof diese Sicht bestätigt und eine Neuregelung notwendig wird.

Ungeachtet des BGH-Urteils plädieren Landesagrarminister Peter Hauk (CDU) und der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), Roman Glaser, für mehr Genossenschaften in der Holzwirtschaft. "Genossenschaftliche Lösungen im Holzverkauf sind eine aussichtsreiche Lösung für die künftige Holzvermarktung im Südwesten und hätten schon früher für Wettbewerb sorgen können", sagte der Minister gestern in Stuttgart.

Und auch beim BWGV hält man die Gründung von Genossenschaften als richtigen Weg zu solch einer Neuregelung. "Die Rechtsform ist eine hervorragende Lösung für die Holzvermarktung im Land, eine ideale Verbindung von Privat- und Kommunalwald und eine kartellrechtskonforme Lösung", sagte Präsident Glaser bei der Vorlage der Jahreszahlen des Verbands.

Innerhalb des BWGV gibt es laut Glaser bisher zwölf Wald- und Forstgenossenschaften mit 7800 Mitgliedern und einem Jahresumsatz von rund 53 Millionen Euro. Zuletzt häuften sich Anfragen beim Verband zu Neugründungen.

Die 326 landwirtschaftlichen Genossenschaften im Südwesten verbuchten im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 3,4 Prozent auf 3,53 Milliarden Euro. Zuwächse gab es unter anderem im Milchhandel aufgrund einer verbesserten Preissituation. Dagegen gerieten die Obst- und Weinbauern witterungsbedingt durch einen teilweisen Totalausfall wegen Frostschäden ins Hintertreffen. Die 116 Winzer- und Weingärtnergenossenschaften in Baden und in Württemberg lagerten 130,8 Millionen Liter Most ein (minus 25 Prozent). Der Umsatz konnte bei 539 Millionen Euro dennoch stabil gehalten werden. Beim Obst und Gemüse ging der Umsatz um 7,9 Prozent auf 447 Millionen Euro zurück.

Eine positive Entwicklung nahmen 2017 die 307 gewerblichen Genossenschaften. Sie steigerten ihre Umsätze um 2,9 Prozent auf 5,35 Milliarden Euro. Dabei legte der Handel mit den Schwergewichten Intersport und Euronics um 3,5 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro zu. Das Handwerk (27 Genossenschaften) verbuchte ein Umsatzplus von 1,5 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro. Die 150 Genossenschaften aus dem Energiebereich erreichten 284 Millionen Euro und damit das Vorjahresniveau.

Unterm Strich schafften die insgesamt 633 Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften innerhalb des BWGV im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 8,9 Milliarden Euro - das entsprach einem Plus von 3,1 Prozent. Mit einem ähnlichen Ergebnis rechnet Präsident Glaser auch im laufenden Geschäftsjahr.

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