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Ein bisschen mehr Klassik für Badenweiler
Lotte Thaler. Foto: privat
26.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Georg Rudiger

Lotte Thaler strahlt - aber nicht nur wegen des frisch zubereiteten Ingwer-Tees, der ihr beim Interview in diesem Café im Freiburger Szeneviertel Stühlinger serviert wird. Auch aus der Freude über die Intendanz der Badenweiler Musiktage macht die Baden-Badenerin keinen Hehl. "Ich hatte natürlich großes Interesse, weil ich das Festival seit vielen Jahren kenne. Bedenkzeit brauchte ich nicht. Die Anfrage von Klaus Lauer war für mich eine große Ehre."

Der Festivalgründer kam vor rund einem Jahr auf sie zu, weil er das von ihm 1973 unter dem Namen "Römerbad-Musiktage" ins Leben gerufene Kammermusikfestival in gute Hände übergeben wollte. Seit 2014 findet das renommierte Festival, das überregionale Ausstrahlung besitzt und auch immer Neue Musik programmiert, als "Badenweiler Musiktage" im Kurhaus der Stadt statt.

"Der Übergang nun wird sehr fließend und freundschaftlich, weil ich ebenfalls an dieses Profil glaube und im Sinne von Klaus Lauer weitermachen möchte. Es wird natürlich auch Veränderungen geben, aber das Grundgerüst bleibt bestehen", sagt die 65-jährige promovierte Musikwissenschaftlerin, die noch bis Juni als Redakteurin für Kammermusik und Moderatorin beim SWR arbeitet. Erfahrung als Festivalchefin hat sie schon gesammelt. Von 2000 bis 2006 leitete Thaler bereits die "Bachwoche Ansbach". Gegenwärtig betreut sie auch die Schlosskonzerte Bad Krozingen.

In Badenweiler ist sie nicht nur für die Programmplanung, sondern auch für die Organisation zuständig. "Werbung, Pressearbeit, Sponsoring gehören zu meinen Aufgaben. Die Sponsorensuche muss ich auch verstärken, weil sich mit dem Ende von Klaus Lauers Amtszeit einige Geldgeber zurückgezogen haben", erklärt die neue Intendantin.

Inhaltlich sieht sie sich durchaus in Kontinuität zu ihrem Vorgänger. Französische Musik und Zeitgenössisches wird weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Ein reines Festival für Neue Musik möchte sie in Badenweiler aber nicht machen. "Das ist nicht der Ort für ein Spezialpublikum. Deshalb haben wir jetzt auch viel Klassik dabei, Schubert in gleich drei Konzerten, Beethoven, Mendelssohn und Mozart. Aber darunter eben auch weniger Bekanntes wie das delikate, fast nie im Konzert zu hörende Duo in G-Dur für Violine und Viola KV 423 von Wolfgang Amadeus Mozart", sagt Thaler.

Im Mittelpunkt ihres ersten Festivals in Badenweiler stehen Claude Debussy (100. Todestag) und Bernd Alois Zimmermann (100. Geburtstag). Der Bariton Hans Christoph Begemann und der Pianist Thomas Seyboldt werden einen Liederabend präsentieren (29.4.), der Goethe-Vertonungen von Franz Schubert und Wolfgang Rihm gegenüberstellt.

Das Eröffnungskonzert (28.4.) mit Werken von Claude Debussy, Arnold Schönberg und Tristan Murail bestreitet das Quatuor Diotima aus Paris, das zum ersten Mal in Badenweiler zu Gast ist. Sein Debüt in der Kurstadt gibt auch der Geiger Ilya Gringolts (30.4.) mit einem Streichtrio (James Boyd/Viola, Thomas Demenga/Violoncello). Eine Besonderheit bietet das Abschlusskonzert am 1. Mai, da der russische Pianist Alexander Melnikov sein Programm von Schubert bis Strawinsky auf verschiedenen historischen Flügeln spielen wird, die der Klavierbauer Christoph Kern zur Verfügung stellt.

"Der Reiz für das Publikum besteht in den unterschiedlichen Hörerfahrungen. Die klanglichen Feinheiten, die ein Hammerflügel haben kann, besitzt ein moderner Steinway nicht", erklärt die Intendantin. Und bietet dem Publikum am Morgen eine Führung durch die Sammlung historischer Tasteninstrumente im Bad Krozinger Schloss an. Überhaupt möchte die neue Intendantin einige behutsame Veränderungen vornehmen, die Kommunikation zwischen Künstlern und Publikum verstärken und auch jüngere Konzertbesucher begeistern. Bleibt da noch Zeit, selbst zu musizieren? "Ich habe wöchentlich Flöten-Unterricht. Im Moment habe ich die "Fantasie" von Gabriel Fauré in Arbeit. Aber im Augenblick komme ich nicht so richtig zum Üben."

Die Badenweiler Musiktage laufen vom 28. April bis 1. Mai. Vollständiges Programm unter:

www.badenweiler-musiktage.de

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