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Aus Plastikflasche wird hippes Täschchen
08.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Winfried Heck

Minihäuser auf Rädern, Schmuckstücke aus Kunststoff, Möbel aus alten Badelatschen oder Holzplanken, die zu neuem Leben erweckt werden. Mit der Eunique, der Messe für Design-Unikate und Kleinserien, sowie dem Designkaufhaus Loft präsentiert sich die Messe Karlsruhe ab heute als Treffpunkt für Kunsthandwerker und Designer.

Das Thema Design und Kunsthandwerk spielt in Baden-Württemberg und vor allem in Karlsruhe eine zunehmend wichtiger werdende Rolle. In Baden-Württemberg erwirtschaftet die Szene inzwischen einen Jahresumsatz von 24 Milliarden Euro, Tendenz wachsend, und auch in Karlsruhe hat sich, insbesondere auf dem Areal des Alten Schlachthofs, in den vergangenen Jahren eine höchst kreative Szene angesiedelt. Welchen Stellenwert das Thema in der Fächerstadt bereits hat, zeigt sich auch daran, dass die Wirtschaftsförderung und das Kulturbüro des Kulturamts der Stadt Karlsruhe dem "K3" ein Kultur- und Kreativwirtschaftsbüro eingerichtet hat, das der Kreativszene als erster Anlaufpunkt dient.

Pop-up-Store für Ausstellungen auf Zeit

Hier gibt es für junge Designer auf dem Weg in die Selbstständigkeit kostenlose Tipps, Informationen über Fördermöglichkeiten, Kontakte und Netzwerke werden geknüpft. Projekte wie der Pop-up-Store, bei dem im vergangenen Jahr leerstehende Geschäftsräume in der Innenstadt für temporäre Ausstellungen und Verkaufsräume genutzt wurden, sind auf der Eunique vertreten, wobei insgesamt 16 Karlsruher Designer ihre Produkte - von Kinderkleidung bis zu up-gecycelten Möbeln - präsentieren können.

Insgesamt sind auf der Eunique und bei Loft mehr als 350 Aussteller aus 17 Ländern vertreten, bis einschließlich Sonntag erwarten die Veranstalter rund 15 000 Besucher.

Als echter Trendsetter präsentiert sich die Messe Karlsruhe beim Thema Tiny House, das sind mobile Häuser, die sich bei Bedarf problemlos an einen anderen Standort transportieren lassen können. Derzeit gibt es rund 25 Anbieter in Deutschland, zehn davon sind in Karlsruhe vertreten, darunter mit Samuel und Jonathan Kraus auch zwei gelernte Schreiner aus Bretten. Ihr knapp vier Meter hohes und 3,50 Meter breites Haus aus Holz ist mit Gasheizung, Dusche, Küche und Schlafraum ausgestattet, wiegt weniger als 3,5 Tonnen. "Es funktioniert, wir haben nichts vermisst", beschreibt Samuel Koch, der das Haus mit seiner Frau Claire zwei Jahre lang bewohnte, seine Erfahrungen. Probleme gibt es allenfalls mit dem Standplatz, denn es gibt bisher keine klaren gesetzlichen Vorgaben. Knapp 60 000 Euro kostet der gezeigte Prototyp, der in Zeiten von Wohnungsnot und steigenden Mieten durchaus eine Überlegung wert ist.

Ein spannendes Thema auf der Eunique ist auch die Sonderschau "Just Plastic". Aus Plastikflaschen wurden Designertäschchen geschaffen, die selbst beim Besuch der Elbphilharmonie nicht negativ auffallen, der Holländer Dierderik Schneemann hat alten Flip-Flops, die er am Strand aufgelesen hat, in farbenfrohe Hocker verwandelt und Sylvia Bünzel aus Grethem/Niedersachsen hat aus Leinen und alten Tonbändern einzigartige Tischsets gewebt hat.

"Wir werden mit unseren Ideen die Welt nicht retten, doch wir wollen zeigen, wie man aus bereits vorhandenem Material hochwertige Gegenstände und Schmuckstücke herstellen kann", erklärt Diplomdesignerin Andrea Basse, die die Sonderschau kuratiert hat. Der im Überfluss vorkommende Werkstoff Plastik biete schier unendliche Möglichkeiten, der Kreativität seien keine Grenzen gesetzt.

Die Eunique findet bis Sonntag in der Messe Karlsruhe statt, geöffnet: täglich von 11 bis 19 Uhr.

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