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Beschäftigte können sich als Gemeinschaft zur Wehr setzen
Ein Gemeinschaftsprodukt der Mitarbeiter des 'Gemeinsamen Erschließungsprojekts' der IG Metall Baden-Württemberg ist das jetzt erschienene Buch. Foto: Friedrich
16.06.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (sb) - Ihre ersten Erfahrungen aus dem seit 2015 laufenden "Gemeinsamen Erschließungsprojekt" (GEP) hat die IG Metall Baden-Württemberg jetzt in einem über 150 Seiten starken Buch zusammengefasst. Vorgestellt wurde es am Donnerstagabend in der Badner Halle in Rastatt. Die beiden Journalisten Jörn Boewe und Johannes Schulten haben mit Metallern aus insgesamt zehn Betrieben in Baden-Württemberg gesprochen und deren Erfahrungen zu lebendigen Berichten zusammengefasst.

"Die in den Betrieben gemachten Erfahrungen sollen andere dazu ermutigen, ebenfalls Flagge zu zeigen", berichtet Claudia Peter, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau bei der Vorstellung. Die zusammengefassten Beispiele zeigten, dass es sich lohne, sich für seine Rechte einzusetzen, so Claudia Peter. Sie ermutigte die zahlreichen Mitglieder bei der Buchvorstellung, für ihre Rechte und die ihrer Kollegen einzustehen. Als aktuelles Beispiel nannte sie die zahlreichen Aktionen der letzten Tage für Dekra-Beschäftigte im Rastatter Werk von Mercedes-Benz. "Es sind tolle Aktionen, die wir hier auf die Beine stellen und die Vorbildcharakter haben", so Claudia Peter.

Dass die Leiharbeiterquote nicht weiter erhöht werden dürfe, forderte auch Thorsten Kruse, Vertrauenskörperleiter bei Mercedes-Benz in Rastatt. Im Gespräch mit Jonas Berhe setzte er sich für mehr Aktive in den Betrieben ein. Im nun vorgestellten Buch mit dem Titel "Aufrecht gehen" seien zahlreiche Beispiele zu lesen, wie sich Beschäftigte als Gemeinschaft zur Wehr setzen.

Im Interview mit Mitautor Johannes Schulten bezeichnete der Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg, Roman Zitzelsberger, das GEP als einen vollen Erfolg. "Durch das Projekt ist es uns gelungen, Strukturen zu vitalisieren und Betriebsräte in den einzelnen Unternehmen zu stärken", sagte er.

Zudem wurden neue Mitglieder gewonnen und bestehende zur aktiven Mitarbeit ermutigt. Ziel des neuen Buches sei es, Beispiele zu zeigen, die Mitarbeitern in anderen Betrieben Mut machen.

"Wenn viele sehen, dass das eigene Handeln etwas bewegt, dann machen viele auch gerne mit", so Roman Zitzelsberger zum Untertitel des Buches "Wie Beschäftigte durch Organizing zu ihrem Recht kommen". Zitzelsberger verwies darauf, dass neue Strukturen in der IG Metall von Grund auf wachsen müssen und sagte, dass sich die Gewerkschaft neu erfinden müsse, um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein.

Der GEP-Projektleiter Andreas Flach berichtete von insgesamt 24 Mitarbeitern, die am auf neun Jahre angesetzten Projekt beteiligt sind. "Die ersten Erfolge sprechen für sich. Wenn wir in den kommenden sechs Jahre weiter aktiv sind, dann wird das GEP-Projekt als große Erfolgsgeschichte in die Annalen der IG Metall in Baden-Württemberg eingehen", sagte er.

Erhältlich ist das Buch "Aufrecht gehen", das neben Erfahrungen und Ermutigungen aus verschiedenen Unternehmen in Baden-Württemberg auch ein Interview mit Roman Zitzelsberger und Andreas Flach sowie drei Lektionen zum Thema "Geheimnisse einer erfolgreichen Organizerin" enthält, ab sofort im Buchhandel. Es ist in einer Erstauflage von 1000 Exemplaren im VSA Verlag Hamburg erschienen.

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