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Scheidtweiler: "Enormes Potenzial"
Die neuen Chefs: Vorstand Wolfgang Scheidtweiler mit Tochter Dorothee, Geschäftsführerin der Hatz-Moninger Brauhaus GmbH in Karlsruhe. Foto: Volz
29.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Volz

Karlsruhe/Rastatt -Es bedurfte für Wolfgang Scheidtweiler nicht vieler Besuche auf dem Firmengelände im Karlsruher Westen, um festzustellen, dass in Hatz-Moninger "enormes Potenzial" steckt. Nun gehört dem Unternehmer aus Pforzheim die traditionsreiche Brauerei. Und er gerät geradezu ins Schwärmen, wenn er von deren Zukunft spricht - wie gestern bei einem Pressetermin.

Mit der Unterzeichnung der Kaufverträge und der Übernahme der Mehrheitsanteile von der Stuttgarter Invest AG für die Moninger Holding AG, deren Tochter Hatz-Moninger-Brauhaus GmbH sowie der Sinner AG, wird in Karlsruhe ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die turbulente Vergangenheit der Brauerei im Stadtteil Grünwinkel ist für Wolfgang Scheidtweiler Geschichte. Zusammen mit seiner Tochter Dorothee, die die Geschäftsführung des Brauhauses übernimmt, will er ein neues und möglichst langes sowie erfolgreiches Kapitel schreiben. Im Portfolio des Unternehmers beziehungsweise der SBS Familien-Verwaltungs AG mit sechs Brauereien ist Hatz-Moninger künftig das Flaggschiff - schon allein der Größe wegen. In Karlsruhe liegt der Bierausstoß bei rund 200000 Hektoliter pro Jahr - bei einem Gesamtvolumen aller Scheidtweiler-Brauereien von 300000 Hektoliter. Der neue Hauptanteilseigner erhofft sich mit dem Kauf eine Reihe von Synergieeffekten. Große Lager- und Abfüllkapazitäten bei Hatz-Moninger seien dafür beste Voraussetzungen. Künftig sollen alle Hauptsorten in Karlsruhe abgefüllt werden.

Das heiße aber nicht, dass es unter den Brauereien zu einer Art Kannibalismus kommen werde. "An jedem Standort wird auch künftig Bier gebraut", versichert der 71-Jährige. Es gebe eine klare Strategie nach dem Motto "Bier braucht Heimat". Bestes Beispiel dafür, dass ein regionales Konzept funktionieren kann, ist für Dorothee Scheidtweiler die Brauerei Franz. Seit der Übernahme vor drei Jahren habe sich dort der Ausstoß von 7000 auf 20000 Hektoliter nahezu verdreifacht. "Regionalität und örtliche Verbundenheit werden von den Kunden honoriert", sagt die Geschäftsführerin. Was in Rastatt gelungen sei, wolle man nun in Karlsruhe wiederholen.

Dazu soll in der Fächerstadt auch die Reaktivierung einer alten Marke beitragen. Der Name Sinner stand früher für ein traditionsreiches Brauhaus, in den vergangenen Jahrzehnten jedoch nur noch für eine Immobiliengesellschaft, die das Brauereigelände in Karlsruhe-Grünwinkel an Hatz-Moninger vermietet. Vorstand Horst Winterberg, der fast ein Viertel Jahrhundert die Entwicklung von Moninger beziehungsweise Hatz-Moninger hautnah miterlebt hat, spricht von einer "riesigen Erleichterung", dass das Unternehmen nun an eine Familie gehe, die das Brauwesen förmlich lebe. Chinesen, Russen, US-Amerikaner, Briten und natürlich Deutsche - sie alle haben sich in Karlsruhe als potenzielle Käufer umgeschaut - letztlich aber nicht die Brauerei selbst, sondern ausschließlich das wertvolle Gelände im Visier gehabt. Jetzt, so sagt Winterberg, sehe er eine gute Zukunftschance für Hatz-Moninger. Dies nicht zuletzt deshalb, weil der Name Sinner als Marke auf den Biermarkt zurückkehrt. Wolfgang Scheidtweiler plant ab dem kommenden Jahr den Aufbau einer kleinen Craft-Bier-Brauerei. Parallel dazu soll vor allem die Marke Moninger, die ihm zufolge zuletzt "nicht den allerbesten Ruf" hatte, wieder aktiviert werden. Momentan haben die Hatz-Biere in der Gunst der Kunden klar die Nase vorne und machen rund Dreiviertel des Gesamtabsatzes aus. Für Moninger ist also noch Luft nach oben.

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