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Nicht nur Tankstelle, auch kleiner Supermarkt
Nicht nur Kraftstoff: Das Shop-Geschäft macht einen Großteil des Umsatzes aus. Bei Aral etwa - wie hier in Baden-Baden - ist der Lebensmittelhändler Rewe eingezogen. Foto: Volz
30.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Volz

Baden-Baden - Mit dem Verkauf von Kraftstoffen allein lässt sich eine Tankstelle auf Dauer nicht wirtschaftlich betreiben - davon kann nahezu jeder Pächter ein Lied singen. Heutzutage macht das sogenannte Shop-Geschäft teilweise bis zu zwei Drittel des Einkommens aus. Ein Fünftel entfällt auf die Autowäsche. Lediglich zehn bis 15 Prozent tragen Kraft- und Schmierstoffe zum Ertrag bei. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass Mineralkonzerne und Tankstellenbetreiber das Shop-Geschäft gemeinsam forcieren. Interessierte Partner finden sie dabei in der Lebensmittelbranche, wie das Beispiel von Aral und Rewe zeigt.

Dass man an der "Tanke" nicht nur Sprit, Pflegeprodukte sowie Motorenöl für das Auto bekommt, schätzen Kunden schon seit Jahrzehnten. Auch die Klassiker der Unterwegs-Versorgung wie Snacks, Süßwaren oder Getränke gehören schon länger zum Sortiment. In den vergangenen Jahren ist die Palette noch deutlich vielfältiger geworden: Die Tankstelle ist ein kleiner Supermarkt. Dort gibt es Speisen aus der Heißvitrine wie Hähnchen, Frikadellen oder Schnitzel, Sandwiches, Wraps, Sushi, geschnittenes Obst und Salate. Desserts ergänzen das Angebot ebenso wie frische Backwaren. Und das alles ist zugeschnitten auf den mobilen Kunden und die veränderten Essgewohnheiten vor allem von jungen Menschen. Der Trend geht eindeutig zum "bedarfsgerechten Einkauf" etwa für das Abendessen. Weiterer Vorteil: Auf die Schnelle benötigte Lebensmittel gibt es auch an Sonn- und Feiertagen.

Der deutsche Tankstellenmarktführer Aral will bis 2021 sein Vertriebsformat "Rewe to go" an bis zu 1000 unternehmenseigenen Stationen einführen. Die Schwerpunkte der ersten Ausbaustufe lagen in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Bis Jahresende folgen 200 weitere Stationen. Auch in Baden-Baden gibt es zwei solcher Angebote. "Unsere mobilen Kunden wollen sich schnell und unkompliziert mit Snacks und Speisen versorgen, achten dabei immer stärker auf Qualität und Frische", erklärt Mechthild Menke, Projektleiterin bei Aral und verantwortlich für die Einführung des neuen Shop-Konzeptes. Da jeder einzelne Pächter direkt bei Rewe die Ware bestellt, können die Sortimente von Station zu Station unterschiedlich sein. Ebenso die Preise. Sie liegen in der Regel über dem Niveau der Supermärkte und Discounter, aber unter denen der üblichen Tankstellen-Preise.

Bereits heute ist Aral eigenen Angaben zufolge Deutschlands größter Coffee-to-go-Anbieter und versorgt jeden Tag mehr als 85000 Autofahrer. Doch Aral ist nicht allein. Der Konkurrent Jet baut auf Edeka und lockt bereits an mehr als 400 Tankstellen mit dessen Shopkonzept Spar-Express und dem Motto "Günstig shoppen wie im Supermarkt". Shell testet in Nordrhein-Westfalen eine Zusammenarbeit mit dem niederländischen Einzelhändler Albert Heijn. Esso probiert mit dem Großhändler Lekkerland, der bislang die Belieferung von Tankstellen dominierte, dessen neues Shopkonzept "Frischwerk" aus, das laut Eigenwerbung an der Tankstelle nicht nur ganze Brotlaibe und Kuchen, sondern auch "Zahnpasta, Nutella oder Klopapier" anbietet.

Die Kooperation mit den Lebensmittelhändlern eröffnet den Tankstellenbetreibern einen neuen Kundenkreis. Und auch für die Discounter ist das Geschäft durchaus attraktiv. Während im klassischen Geschäft ein harter Verdrängungswettbewerb herrscht, bieten sich an den Tankstellen noch Wachstumschancen. Bislang kauft nach Branchenangaben erst jeder zweite, der tankt, auch etwas im Shop. Da ist also noch Luft nach oben.

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