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"Das macht von vorne bis hinten keinen Sinn"
'Das macht von vorne bis hinten keinen Sinn'
05.07.2018 - 06:45 Uhr
Von Winfried Heck

Gaggenau - Die Zukunft der Mobilität wird vielfältig sein. Auf diesen einfachen Nenner brachte die CDU-Landtagsabgeordnete Sylvia M. Felder die Erkenntnisse aus einer zweistündigen Podiumsdiskussion im Unimog-Museum in Gaggenau, wo Experten über die Antriebstechnologien der Zukunft durchaus kontrovers diskutierten.

Ob mit Dieselkraftstoff, der für Professor Thomas Koch vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) auch noch in den kommenden Jahrzehnten eine extrem wichtige Rolle spielen wird, oder doch eher elektrisch, wie es Professor Eric Sax, ebenfalls vom KIT, heute schon in vielen Bereichen als Alternative betrachtet. Für den Bietigheimer Unternehmer Rainer Schmitt, der insgesamt 61 Lkw in seiner Spedition betreibt, ist Diesel als Antriebstechnologie für 40-Tonner auf absehbare Zeit jedenfalls alternativlos. Um elektrische Lkw zu betreiben, fehle vor allem die Ladeinfrastruktur. Würde er nachts seine Lkw aufladen müssen, würde es in Bietigheim, Durmersheim und Ötigheim wahrscheinlich dunkel.

Oberleitungs-Lkw, für die im Murgtal eine Teststrecke entstehen soll, bezeichneten die Experten hingegen übereinstimmend als viel zu teuren und zudem komplett falschen Weg, um Abgas- und Feinstaubproblematik in den Griff zu bekommen. "Das macht von vorne bis hinten keinen Sinn", fand Koch klare Worte und verwies darauf, dass noch immer zwei Drittel der elektrischen Energie mit Hilfe von fossilen Brennstoffen hergestellt wird. Eine CO2-Reduzierung sei auf diesem Weg also nicht zu erreichen - testen solle man das System aber trotzdem. Zumindest als Nischenprodukt auf festgelegten Routen, beispielsweise im Pendelverkehr, sei es denkbar.

Auch die als Brückenlösung in Richtung Elektro-Mobilität immer wieder gepriesenen Brennstoffzellen-Fahrzeuge sind bisher keine echte Alternative. "Unsere Not ist nicht so groß."

Zumal die Batterietechnologie zuletzt große Fortschritte machte, Reichweiten und Ladevorgänge werden immer weiter optimiert. Sax sieht die Zukunft jedenfalls elektrisch, vor allem mit Blick auf autonomes Fahren. Elektroautos seien deutlich einfacher per Computer zu steuern, als ein Verbrennungsmotor, da auf viele Komponenten wie Kupplung, Getriebe oder Abgasreinigung verzichtet werden kann.

Während Koch leidenschaftlich für die Zukunft des Diesels warb ("Wir müssen die Diskussion wieder versachlichen."), erläuterte Ingo Konrad von der Daimler AG, wie sich der Autohersteller zum Mobilitätsanbieter weiter entwickeln wolle. In den kommenden Jahren bringe der Konzern zehn Elektroautos auf den Markt. Die Reichweite werde steigen, die Fahrzeuge würden billiger. Daneben werde Daimler noch stärker auf Leihfahrzeuge (Car-to-go), den öffentlichen Verkehr und selbst auf das Fahrrad setzen. Allerdings müsse auch die Politik aktiv werden. Entlang der europäischen Hauptverkehrsachsen müsse eine Schnellladeinfrastruktur aufgebaut werden.

Einig waren sich die Experten auch darin, dass es schon heute in den Städten genügend Bereiche gibt, in denen Elektrofahrzeuge sinnvoll einsetzbar wären: Auf kurzen Strecken, gleichbleibende Routen und dort, wo es viele Startvorgänge gebe - beispielsweise bei sozialen Diensten, Postzustellung und auch bei städtischen Fahrzeugen.

Uneinigkeit herrschte beim Thema "mobile Blase", deren Platzen Professor Koch in den kommenden beiden Jahren prophezeite. Kollege Sax hingegen würde "eine Flasche Champagner wetten", dass die "geteilte Mobilität" - Car-Sharing, Nutzung verschiedener Verkehrsmittel - künftig noch zulegen werde.

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