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Heiligsprechungsverfahren auf Eis
14.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Anja Groß

Freiburg/Baden-Baden - Das Heiligsprechungsverfahren des seligen Bernhard von Baden ist gestoppt. Das gab das Erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg gestern bekannt. Grund sind zwei gerichtsärztliche Gutachten, die unabhängig voneinander ein Wunder des seligen Bernhard von Baden an einer Ordensfrau aus dem Kloster Lichtenthal nicht anerkennen. Sie soll nach dem Bernhardsjubiläum 1956 gesundet sein.

Damit liegt das 2011 vom damaligen Erzbischof Robert Zollitsch angestoßene erste Heiligsprechungsverfahren in der Geschichte der Erzdiözese Freiburg auf Eis. Bernhard von Baden (1428 bis 1458), geboren auf Burg Hohenbaden in Baden-Baden, wurde nach seiner Seligsprechung 1769 von der katholischen Markgrafschaft Baden-Baden zum Schutzpatron erkoren; das Erzbistum Freiburg hat diese Tradition für das Land Baden übernommen. Infolgedessen erhielten hier mehr als 20 Kirchen und Kapellen Bernhards Patronat. Zwei Tage vor dem Gedenktag des Schutzpatrons am 15. Juli wurde gestern die Nachricht vom Stopp des Heiligsprechungsverfahrens bekannt.

Anfang 2011 hat die Erzdiözese Freiburg unter dem damaligen Erzbischof Robert Zollitsch dieses formal wiedereröffnet. Denn nach Bernhards Seligsprechung auf Betreiben von Markgraf August Georg (1706 bis 1771) soll die Heiligsprechung als nächster Schritt dem Markgrafen zu teuer gewesen sein.

Zwar verwies das Bistum darauf, dass das Verfahren theoretisch jederzeit wieder aufgenommen werden kann. Es ist aber unklar, ob es je dazu kommen wird. Dazu wäre der Beleg einer neuen Wunderheilung nötig, die auf Bernhard von Baden zurückgeht. Gestern wollten sich weder Erzbischof Stephan Burger noch sein Vorgänger Robert Zollitsch, der das Verfahren wesentlich befördert hatte, zum weiteren Prozedere äußern.

Vor mehr als 500 Jahren war der zweite Sohn von Markgraf Jakob I. von Baden und seiner Gemahlin Katharina von Lothringen als "Friedenskünder für das damalige deutsche Territorium" unterwegs und führte ein von Glauben und tiefer Religiosität geprägtes Leben. Schon bei seinem Begräbnis im italienischen Moncalieri, heute Partnerstadt von Baden-Baden, soll sich der Überlieferung nach ein Wunder ereignet haben: Demnach konnte ein Mann plötzlich wieder laufen. Bernhards Grab vor dem Hochaltar der Kirche Santa Maria della Scala in Moncalieri wurde daraufhin rasch zu einem Wallfahrtsort, an dem sich zahlreiche Wunder ereignet haben sollen.

Leben geprägt von tiefer Frömmigkeit

Für eine Heiligsprechung, die nur der Papst vornehmen kann, bedarf es im kirchenrechtlichen Verfahren jedoch auch eines neuzeitlichen Heilungswunders - es sei denn, die betreffende Person war ein Märtyrer. Das trifft auf Bernhard von Baden nicht zu. Er starb im Alter von 30 Jahren an der Pest. Die erforderliche Wunderheilung - von der Erzdiözese angegeben worden war eine aus dem 20. Jahrhundert an einer Ordensfrau aus dem Kloster Lichtenthal - wurde nun nicht anerkannt. Erst im Herbst vergangenen Jahres war allerdings der "heroische Tugendgrad" von Bernhard von Baden festgestellt worden, eine Voraussetzung für die Heiligsprechung, teilte das Ordinariat weiter mit. "Heroischer Tugendgrad" bedeutet laut dem Offizial der Erzdiözese Freiburg, Thorsten Weil: Es wurde festgestellt, "dass Bernhard von Baden seinen christlichen Glauben in einer herausragenden Art und Weise lebte". Bereits zu seinen Lebzeiten hatten das streng religiöse Leben und die Anstrengungen, Not und Elend zu lindern, Bernhard von Baden Respekt und Bewunderung eingebracht. Der Feldherr, ein Gesandter des deutschen Kaisers Friedrich III., erkannte die Missstände seiner Zeit und teilte sein Jahreseinkommen in drei Teile: eines für die Armen, eines für die Kirche und ein Drittel für sich selbst.

Katholiken können indes auch nach dem ablehnenden Bescheid aus Rom den Seligen zum Vorbild für religiöses, tugendhaftes Leben nehmen, wie der damalige Freiburger Erzbischof Zollitsch zum Start der Freiburger Untersuchungen betont hatte. Mut zum Glauben und zur Tugend habe der junge Fürst bewiesen, ohne sich ins Schneckenhaus weltabgewandter Frömmigkeit zurückzuziehen. Im Unterschied dazu kann ein Heiliger öffentlich verehrt und um seine Fürbitte bei Gott angerufen werden.

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