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Ärger um Tuifly setzt sich fort
Tuifly-Fluggäste vom und zum Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden müssen derzeit mit Problemen rechnen.  Foto: dpa
18.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Marius Merkel

und Nico Fricke

Baden-Baden/Rheinmünster - Flugverspätungen, Annullierungen, Umleitungen, Bustransfers und jede Menge verärgerte Passagiere: Für Tuifly-Fluggäste am Baden-Airport (FKB) gehört dies momentan zur Tagesordnung. Ihre Reise kommt einem Überraschungspaket gleich. Von wo fliege ich tatsächlich ab? Wie viel Verspätung hat mein Flug? Komme ich überhaupt nach Hause?


Wie berichtet, kommt es momentan bei Flügen mit Tuifly vom und zum Baden-Airport täglich zu Änderungen. Zuletzt kam eine Passagierin nach ihrem Urlaub erst mit 15 Stunden Verspätung zu Hause an. Viele Beschwerden erreichen dieser Tage die BT-Redaktion.

"Mit TUI ins Blaue" war auf einem Werbeaufkleber an Birgit Schmitts Auto bis zum vergangenen Wochenende zu lesen. Diesen entfernte sie mittlerweile. Die Inhaberin des Reisebüros TUI-Travelstar in Sinzheim ist verärgert. "In 30 Jahren Tätigkeit in dieser Branche habe ich so etwas noch nicht erlebt", sagt Schmidt. Kunden, die über sie eine Reise gebucht haben, melden sich aktuell vermehrt bei ihr und beschweren sich. Auskunft über etwaige Flugverspätungen, Annullierungen oder Umleitungen kann sie ihnen jedoch keine geben, da sie von TUI selbst nicht informiert wird. "Ich habe bereits eine Anfrage an die Geschäftsleitung von TUI in Hannover geschickt, mit der Bitte um eine Stellungnahme. Auf eine Antwort warte ich bisher vergeblich."

Für Schmidt sei die Situation eine Zwickmühle. Sie solle etwas verkaufen, was im Prinzip nicht vorhanden sei. Mit gutem Gewissen kann sie dies aktuell nicht. Deshalb versucht sie andere Optionen ausfindig zu machen. "Es ist inkompetent und ignorant, wie mit den Beteiligten, sprich Passagieren, Flughafenmitarbeitern oder den Reisebüros, umgegangen wird." Ihre Kunden, die bereits eine TUI-Reise gebucht haben, versucht sie zu sensibilisieren und warnt vor möglichen Szenarien wie Flugverspätungen oder Umleitungen. Auch in der Verwaltung des Baden-Airports ist man sehr verärgert: "Das wirft auch ein schlechtes Licht auf uns", sagt Pressesprecherin Elke Fleig: "Doch wir können nichts ändern. Auch wir erfahren erst sehr kurzfristig von den Verspätungen oder Verlegungen an andere Flughäfen." Deshalb habe der Baden-Airport einen Hinweis auf der Homepage, der sich speziell an Tuifly-Passagiere richtet.

"Begonnen haben die Probleme mit Tuifly Anfang Juli - zunächst mit Verspätungen", sagt Fleig. Im Moment seien "leider alle Tuifly-Flüge betroffen". So stand auch für den Flug gestern Nachmittag nach Antalya ein Bustransfer an - laut Fleig nach Frankfurt. "Das alles tut uns für unsere Fluggäste sehr leid. Wir versuchen zu helfen, wo es nur geht."

Noch keine Freigabe für Ersatzmaschine

Und der Flughafen müsse flexibel reagieren: "Extreme Mehrarbeit" komme auf die Mitarbeiter - zum Beispiel der Bodenverkehrsdienste - zu. "Und dabei sind wir ohnehin in der Hochsaison, haben Flugbetrieb von 6 bis 23 Uhr. Eigentlich ist alles durchgeplant." Wann sich der Tuifly-Flugbetrieb wieder normalisiert? "Ich weiß es nicht", sagt Fleig und wundert sich: "Die von Tuifly kürzlich angekündigte Ersatzmaschine steht schon hier."

Dass diese Maschine, die ein Flugzeug in Wartung ersetzten soll, noch nicht abgehoben ist, hängt laut Aage Dünhaupt, Unternehmenssprecher von Tuifly, vor allem an der portugiesischen Luftaufsichtsbehörde. Diese sei für die Freigabe der Ersatzmaschine verantwortlich, da das Flugzeug zur Flotte der portugiesischen Gesellschaft White-Air gehört. "Seit Mitte Juni warten wir darauf, dass wir positive Nachricht bekommen, aber immer wieder werden verschiedene Papiere angefordert", erklärt Dünhaupt die Problematik.

Für jeden Flug müssen Charterkapazitäten gefunden werden. Diese seien momentan sehr begrenzt. Über Umbuchungen versucht Tuifly, das Problem in den Griff zu bekommen. Passagiere müssen dadurch von anderen Flughäfen abfliegen beziehungsweise kommen nach ihrer Reise in anderen Städten an. Basel, Saarbrücken, Frankfurt, Stuttgart oder auch Amsterdam sind Optionen. "Die Umbuchungen kommen teilweise kurzfristig zustande, da wir zunächst die freie Kapazität auf anderen Flügen klären müssen." Deshalb könne auch der Informationsfluss ins Stocken geraten. Dünhaupt verweist auf die eigene Servicehotline, bei der sich Passagiere vor dem Abflug Informationen einholen können.

Vor kurzem wurde bekannt, dass sich Tuifly vom Baden-Airport zurückzieht. Ab kommendem Winterflugplan bietet die Tochtergesellschaft des Reisekonzerns TUI keine Verbindungen vom FKB mehr an.

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