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"100 Sommertage in der fernen Zukunft"
02.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Brigitte J. Henkel-Waidhofer

Stuttgart - Bauern müssen Tiere mangels Futter verkaufen oder schlachten, Sprudelabfüllern und Brauereien gehen die Flaschen aus, Tempo 80 auf Autobahnen statt "Freie Fahrt für freie Bürger", Cafés schenken kostenlos Wasser aus. Die Liste der Beispiele für aktuelle Hitzefolgen ließe sich beliebig fortsetzen. Noch die grün-rote Landesregierung hatte 2013 ein neues Klimaschutzgesetz und in der Folge eine "Strategie zur Anpassung an den Klimawandel" auf den Weg gebracht. Der Sommer 2018 zeigt, wie bedrohliche Szenarien längst Realität geworden sind.

Die Bilder offenbaren die Verhältnisse: Alle Varianten, in denen künftige Jahresmitteltemperaturen hochgerechnet werden, weisen das Rheintal grundsätzlich als wärmste Region des Landes aus: "100 Sommertage in der fernen Zukunft." Mit der Anpassungsstrategie will Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) "die Verwundbarkeit des Landes mindern". Die Auswirkungen des Klimawandels träfen "alle Lebensbereiche des menschlichen Handelns".

Etliche Indikatoren für die Analyse der Veränderungen hat die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) festgelegt. Ein Beispiel ist die Apfelblüte im Murgtal, die bereits seit zwölf Jahren beobachtet wird. 2018 lag der Beginn am 12. April zwar im Mittel, es wurde aber eine Höhenwanderung blühender Bäume "in rekordverdächtiger Geschwindigkeit von 54 Metern pro Tag" bis in die Mittellagen des Schwarzwalds auf 660 Meter Höhe beobachtet.

Detailliert festgehalten sind Entwicklungen in den Handlungsfeldern Wald-, Forst- und Landwirtschaft, Boden, Naturschutz, Wasserhaushalt, Tourismus, Gesundheit und Bevölkerungsschutz, Wirtschaft und Energieplanung sowie Stadt- und Raumplanung in Monitoringberichten. Zahlreiche Maßnahmen sind enthalten, zum Hochwasserrücklauf oder zur Beratung von Waldbesitzern, zum Wissenstransfer, im Gesundheitsschutz oder zur Verschattung im öffentlichen Raum. Aktuelle Diskussionen wie die um die Landesbauordnung konterkarieren aus der Sicht der Wissenschaft aber sinnvolle Bemühungen. Ein Beispiel ist die von Hausbesitzerverbänden, aber auch in Teilen der CDU scharf kritisierte Dachbegrünung, die zur Anpassung an steigende Temperaturen ausdrücklich empfohlen wird. Denn "die Begrünung von Flächen sowie Dächern und Fassaden baulicher Anlagen trägt zur Abkühlung und Versickerung von Niederschlag bei". In einer Aktuellen Debatte vor der Sommerpause hatte Erik Schweickert (FDP) die Maßnahme dagegen als "Beschwichtigung grüner Ideologen" bezeichnet.

Ohnehin wird nach Meinung von Klimaforschern und Meteorologen ein vielfältiges Umdenken nötig. Etwa im Verkehr durch Tempolimits auf Autobahnen -, weil das Unfallrisiko bereits bei Temperaturen über 25 Grad steigt. "Insbesondere in Verdichtungsräumen mit wenigen Grünflächen ist mit einer hohen Gesundheitsbelastung durch steigende Temperaturen zu rechnen", heißt es zudem im Monitoringbericht.

Auch die Folgen der Klimaveränderungen für den regionalen Wasserhaushalt sind erforscht: Baden-Württemberg werde reich an Grundwasser bleiben, prognostizierten die Autoren der Anpassungsstrategie. Weil aber das Wasser im Sommer knapp wird, "könnten bei Niedrigwasser die Binnenschifffahrt und Kraftwerke stärker betroffen sein". Außerdem sind "höhere Schäden durch vermehrtes Auftreten von Hochwasser und Überschwemmungen" zu erwarten, am Neckar und im Rheintal.

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