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Ein Streik, der die Bilanz verhagelt
Schon ab morgen könnten die Ryanair-Maschinen in Deutschland am Boden bleiben. Foto: AFP
08.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Volz,

Meldung dpa

Frankfurt/Rheinmünster - Beim Billigflieger Ryanair bereiten die in Deutschland stationierten Piloten einen ersten regulären Streik vor. Das Unternehmen habe nichts vorgelegt, was man als neues Angebot werten könne, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) gestern, nachdem zuvor eine letzte Frist der VC für ein verbessertes Tarifangebot abgelaufen war. An den betroffenen deutschen Flughäfen, darunter der Baden-Airport in Rheinmünster, befürchtet man erhebliche negative Auswirkungen durch den Streik.

Man werde heute um 11 Uhr die weiteren Maßnahmen bekanntgeben, teilte die Gewerkschaft gestern in Frankfurt mit. Sie hat sich selbst eine Ankündigungsfrist von 24 Stunden für Streiks gesetzt, so dass ein Arbeitskampf frühestens am morgigen Donnerstag beginnen könnte.

Ein Ausstand der deutschen Kapitäne und Co-Piloten wäre der bislang größte Pilotenstreik in der Geschichte von Ryanair. Bislang hat allein die irische Gewerkschaft Forsa in dem europaweit geführten Tarifkonflikt vier Streiktage durchgeführt. Unter anderem wegen langer Ankündigungsfristen von sieben Tagen hatte das jeweils nur zu zweistelligen Flugausfällen zwischen Irland und Großbritannien geführt.

An ihren zehn deutschen Basen beschäftigt Ryanair rund 400 Flugzeugführer, das ist ein Zehntel der gesamten Pilotenschaft. Laut VC sind in Deutschland inzwischen an die 90 Prozent bei dem Unternehmen direkt angestellt und damit leichter für einen Arbeitskampf zu erreichen. In anderen Ländern gebe es noch wesentlich mehr selbstständige Piloten - ein Beschäftigungsmodell, das hierzulande ins Visier der Steuerfahndung geraten ist. Ein erster Warnstreik der deutschen Piloten kurz vor Weihnachten hatte allerdings nicht zu Flugausfällen geführt.

Das könnte sich nun jedoch ändern. Am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (FKB), wo Ryanair die wichtigste Fluggesellschaft ist, bereitet man sich so gut wie möglich auf die drohenden Ausfälle vor. "Bislang ist aber völlig unklar, inwieweit uns der Streik treffen wird", sagte gestern Flughafensprecherin Elke Fleig. Man sei bemüht, aktuelle Informationen, die man von der Fluggesellschaft erhalte, sofort auf der Homepage des Flughafens zu veröffentlichen. In der Vergangenheit sei Ryanair zumindest in dieser Hinsicht immer vorbildlich gewesen, so Fleig. Der FKB gehört zu den Basen von Ryanair in Deutschland. Dort sind zwei Maschinen fest stationiert. Der Billigflieger startet von Söllingen aus wöchentlich zu 20 Destinationen in Europa.

Neben den Unannehmlichkeiten für die Fluggäste trifft der Streik den FKB auch ganz empfindlich in finanzieller Hinsicht. Ryanair ist mit jährlich knapp 700000 Passagieren der mit Abstand wichtigste Kunde am Airport. Ein Streik und damit verbundene Flugausfälle drohen die Bilanz der Airpark-Gesellschaft zu verhageln. Aufgrund zurückliegender anderer Turbulenzen um Fluggesellschaften (Eurowings/ Tuifly) musste Geschäftsführer Manfred Jung seine ursprüngliche Prognose von 1,3 Millionen Passagieren für das laufende Jahr bereits nach unten revidieren. Jetzt dürfte es sogar schwer werden, zumindest die 1,25 Millionen Passagiere vom vergangenen Jahr wieder zu erreichen. Bis Ende Juni zählte der Airport knapp 560000 Fluggäste (2017: 542000). Allerdings ist nach einem starken Jahresstart seit Mai ein Abwärtstrend zu beobachten.

Die Pilotengewerkschaften aus Schweden, Belgien und Irland haben für Freitag bereits Arbeitsniederlegungen angekündigt. Ryanair hat daher schon 146 von rund 2400 geplanten Europaflügen abgesagt. Betroffene Passagiere werden umgebucht oder bekommen ihr Geld zurück. Darüber hinausgehende Entschädigungen lehnt Ryanair ab. Das Europäische Verbraucherzentrum in Luxemburg rät jedoch allen Betroffenen, Entschädigung einzufordern. Das EVZ biete dafür Musterbriefe an. Laut einem höchstrichterlichen Urteil sei ein Streik nicht zwangsläufig ein außergewöhnlicher Umstand, der eine Entschädigung ausschließe.

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