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Wenn die Musik spielt, sind sie in ihrem Element
Asiaten vorneweg: Preisträger des Klavierwettbewerbs mit Ettlingens OB Johannes Arnold (Zweiter von links). Foto: Reznicek
14.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Elisa Reznicek

"Das ist ja wie im Kino", raunt eine Konzertbesucherin ihrem Sitznachbarn zu. Das Licht ist gedimmt, die Bühne frei für Emotionen. Parallel werden die Geschehnisse auch auf der Videoleinwand im Hintergrund des Flügels übertragen. In Großaufnahme sausen die Finger der Musikerinnen und Musiker hier derart flink und ausdrucksstark über die Tasten, dass man fast an einen gewieften Hollywood-Trick denken könnte. Dabei sind die Preisträgerinnen und Preisträger des 16. Internationalen Wettbewerbs für junge Pianisten Ettlingen natürlich live und leibhaftig in der bestens besuchten Stadthalle zu erleben.

Trotz ihres teilweise zarten Alters und mitunter schüchternen Auftretens bieten sie im besten Wortsinn "großes Kino", stilistisch weit gefächert zwischen Frédéric Chopin und Joseph Haydn, Alexander Skrjabin und Einojuhani Rautavaara, Wolfgang Amadeus Mozart und Alfred Grünfeld.

"Dass eine Teilnahme am Wettbewerb als einem der größten und internationalsten überhaupt für viele junge Menschen den Auftakt zum Erfolg darstellt, sehen wir an den letzten Jahren", betont Ettlingens Oberbürgermeister Johannes Arnold. "Ich bin mir angesichts des Gehörten ziemlich sicher, dass wir bald nicht mehr ,nur' von früheren Gewinnern wie Lang-Lang, Lise de la Salle, Boris Giltburg oder Sunwook Kim sprechen werden, sondern sich die Namen von heute ebenfalls anfügen."

Die 99 zu den öffentlichen Wertungsspielen im Asamsaal zugelassenen Musiker aus aller Welt wurden aus 340 Einsendungen ausgewählt. Wer sich vor den neun Juroren unter dem letztmaligen Vorsitz von Robert Benz behaupten konnte, darf sich über einen oder mehrere der Haupt- und Sonderpreise im Gesamtwert von gut 20 000 Euro freuen.

In der Stadthalle zu hören sind aus der Kategorie A bis 15 Jahre Yu Lei (1. Preis, China), Jinyoung Kweon (2. Preis, Korea), Curtis Phill Hsu (3. Preis, USA), Ruogu Wen (4. Preis, China) und Eva Garet (5. Preis, Rumänien) sowie aus der Kategorie B bis 20 Jahre Oleksii Kanke (1. Preis und EMCY-Preis, Ukraine), Jonas Aumiller (2. Preis, Deutschland), Ondrej Zavadil (3. Preis, Tschechische Republik), Rebecca Leung (4. Preis, Großbritannien), Xiaolu Zang (5. Preis, China) und Jay Myung (Haydn-Preis). Sie alle eint: Wenn die Musik spielt, sind sie ganz in ihrem Element. Das freut auch Michael Huber von der Sparkasse Karlsruhe: "Die breite Qualität der Vorträge war in diesem Jahr besonders bemerkenswert!", so der Vorstandsvorsitzende. Umso schöner, dass der Hauptsponsor seine Unterstützung für 2020 bereits jetzt fest zugesagt hat.

Dass das Geld gut angelegt ist, zeigen viele begeisterte Stimmen - aus dem Publikum bis hin zum Kreis der Musiker, die teils mit der kompletten Familie vor Ort sind. Auch der 1998 in München geborene Pianist Jonas Aumiller, der kurz vor dem Sprung an die renommierte Juilliard School in New York steht und sich den zweiten Platz in seiner Altersgruppe sichern konnte, ist von der Competition spürbar angetan. "Ettlingen hat nicht nur einen guten Ruf - Ettlingen hat einen fantastischen Ruf! Das ist der Wettbewerb in Deutschland schlechthin für junge Pianisten", erklärt der Bayer im BT-Interview.

Mit rund 40 Wettbewerben zählt der 20-Jährige trotz seines jungen Alters quasi schon zu den alten Hasen im Feld. "Es ist ganz anders in einem Wettbewerb zu spielen als vor Publikum. Daran muss man sich erst gewöhnen. Die Erfahrung kommt mit der Zeit." Einen riesigen Erfahrungsschatz bringen wiederum Robert Benz und Christopher Elton mit. Ersterer gibt sein langjähriges Amt als künstlerischer Leiter auf eigenen Wunsch nun (leider) auf. Letzterer hat seit dem Beginn 1988 alle Teilnehmer als Jury-Mitglied beurteilt. Beide werden im Rahmen des Preisträgerkonzerts mit dem Silbernen Sibylla-Taler der Stadt Ettlingen ausgezeichnet.

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