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Artenschutz auf ganzer Landesfläche nötig
Zwei Rebhühner sitzen in einem Gehege der Wilhelma: In freier Natur ist ihr Bestand innerhalb von 30 Jahren um rund 90 Prozent zurückgegangen. Foto: dpa
15.08.2018 - 00:00 Uhr
Rheinstetten (lsw/red) - Artenschutz muss nach Überzeugung des baden-württembergischen Umweltstaatssekretärs Andre Baumann (Grüne) auf der gesamten Landesfläche betrieben werden. Schutzgebiete seien wichtig, weil dort die wertvollsten Bereiche geschützt werden, sagte er gestern in Rheinstetten. "Den Agrarumweltmaßnahmen kommt eine besondere Bedeutung zu, damit wir die Artenvielfalt in der breiten Fläche erhalten."

Gerade auf Acker- und Grünlandflächen gibt es nach Baumanns Angaben die größten Artenverluste. Das betreffe etwa den Lebensraum von Rebhühnern, deren Bestand innerhalb von 30 Jahren um rund 90 Prozent zurückgegangen sei. Auch betroffen seien Kiebitz und Feldlerche. "Die ganz großen Sorgenkinder im Naturschutz sind die früheren Allerweltsarten."

Nötig seien abwechslungsreiche und gegliederte Landschaften. Landwirte, die sich naturfördernd einsetzen möchten, müssten unterstützt werden. "Deshalb ist es wichtig, dass wir gesellschaftliche Leistungen honorieren." Ihr Mehraufwand und Minderertrag müsse nicht nur ausgeglichen werden. Sie sollten zusätzlich einen Anreiz bekommen, das zu machen.

Das Land bringe im Doppelhaushalt 2017/18 zusätzlich 36 Millionen Euro für den Naturschutz auf. Baden-Württemberg habe seine Haushaltsmittel in diesem Bereich beispiellos gesteigert, betonte Baumann.

Auf europäischer Ebene wünscht sich der Staatssekretär einen Naturschutzfonds. Daraus könnten zum Beispiel Landwirte honoriert werden, die sich für den Erhalt von Wacholderheiden oder artenreichen Wiesen einsetzen.

Baumann informierte sich in den Naturschutzgebieten "Allmendäcker" und "Sandgrube im Dreispitz-Mörsch" auf Rheinstettener Gemarkung über Maßnahmen des Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt. Die beiden Flächen liegen in ehemaligen Flugsand- und Dünengebieten zwischen Rhein und Kinzig-Murg-Rinne.

"Der Mensch hat dort im Zuge der Trockenbaggerung vor Jahrzehnten vielfältige und wertvolle Lebensräume geschaffen", betonte Baumann. Kreuz- und Knoblauchkröte, von Aussterben bedrohte Libellenarten oder die seltene Grüne Strandschrecke fühlten sich in den Gebieten ebenso wohl wie die Feldlerche oder das Schwarzkehlchen. Außerdem biete das abwechslungsreiche Gelände einer Vielzahl von Insekten einen Lebens- und Fortpflanzungsraum.

"Allerdings ist die Artenvielfalt in dem Gebiet akut bedroht", so Baumann weiter. "Die natürliche Sukzession, das Einwandern nicht heimischer Arten und illegale Freizeitnutzungen des Menschen gefährden die Tier- und Pflanzenarten." Die Naturschutzverwaltung habe daher bestimmte Bereiche mittels Besucherlenkung beruhigt. Außerdem lasse sie Gehölzarbeiten, eine Beweidung durch Schottische Hochlandrinder oder das Anlegen kiesiger Uferstrukturen und Inseln in den Kleingewässern durchführen.

Die beiden Naturschutzgebiete seien ein gutes Beispiel dafür, dass der Natur- und Artenschutz auf regelmäßige Pflege- und effektive Schutzmaßnahmen angewiesen ist, erklärte Baumann.

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