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Das fliegende Auge erfasst die Wälder
16.08.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (ab) - Baden-Württemberg setzt verstärkt auf den Einsatz von Drohnen in der Land- und Forstwirtschaft sowie der Wissenschaft. Wie Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) gestern bei einem Informationstermin am Hochkopf in Bühl erläuterte, soll mit dieser Technik unter anderem das Projekt "Lücken für Auerhuhnküken im Privat- und Kommunalwald" unterstützt werden.

Ziel dieses Projekts ist es, im Schwarzwald Freiflächen - und damit Lebensraum - für das seltene Auerhuhn zu schaffen beziehungsweise zu erhalten. Privatwaldbesitzer, die sich daran beteiligen, werden finanziell entschädigt.

Der Vorteil der Drohnen liegt darin, dass sie kleinere Landschaftsteile von oben sehr detailgenau (bis auf einen Zentimeter) erfassen und dokumentieren können. Weiteres Plus: "Die Bilder werden in Datenformate umgerechnet und können vernetzt werden", erläuterte Konstantin von Teuffel, Direktor der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg, die die Drohne zur Verfügung stellt.

Für größere Einheiten werden dagegen eher Satellitenbilder verwendet (mit einer Genauigkeit von zehn bis 20 Metern) oder Luftbilder, die von Flugzeugen aus angefertigt werden (Genauigkeit bis etwa 20 Zentimer).

Auch im Rahmen von Waldinventuren könnten Drohnen eingesetzt werden, also um kleinteilig Nadelbaum- und Laubbaumgebiete zu identifizieren beziehungsweise die Höhe der Bäume. Noch keine Erfolgsmeldung gibt es bei aktuellen Versuchen, Borkenkäferschäden durch Infrarot-Aufnahmen aus der Luft frühzeitiger zu erkennen als bisher. "Die Hoffnungen haben sich hier noch nicht ganz erfüllt", räumte von Teuffel ein. Auch ein weiteres Projekt steht erst am Anfang - nämlich die Idee, bei Unfällen im Wald Notruf-Drohnen einzusetzen, um so eine genauere Ortung der Opfer zu ermöglichen.

Minister Hauk wies darauf hin, dass Drohnen in Teilen der Landwirtschaft schon seit Jahren verwendet werden, beispielsweise beim Mais-Anbau. Dort werden mit Hilfe der Fluggeräte Schlupfwespen-Eier über den Feldern abgeworfen; die geschlüpften Wespen bekämpfen dann Schädlinge. In der "Startphase" befindet man sich Hauk zufolge noch beim Weinbau. Dort hofft man, mittels der Technik Pflanzenschutzmittel gezielter ausbringen zu können. "Ein probates Mittel gerade für steilere Lagen", meinte Hauk.

Das Projekt "Lücken für Auerhuhnküken" soll dazu beitragen, dass die reduzierten Bestände des Vogels sich wieder erholen. Rudi Suchant, Leiter des Arbeitsbereichs Wildtierökologie bei der FVA, wies darauf hin, dass es aktuell nur noch ungefähr 165 Auerhähne im Schwarzwald gebe. Ziel sei eine langfristige Population von rund 300 männlichen Tieren. Wichtig sind für die Vögel Freiflächen von mindestens 30 bis 50 Metern Durchmesser - um das zu erreichen, müssen regelmäßig Flächen bearbeitet und Bäume gefällt werden, um ein dauerhaftes Zuwachsen zu verhindern.

Die Drohne, die die FVA einsetzt, wiegt knapp vier Kilo und darf noch maximal zwei Kilo zuladen. Je nach Akku kann sie bis zu ungefähr 30 Minuten in der Luft bleiben, wie FVA-Mitarbeiter Uli Riemer erläuterte, der für den technischen Betrieb des Fluggeräts zuständig ist. Bis zu hundert Meter Flughöhe sind Riemer zufolge im konkreten Fall zulässig; für die Entfernung wiederum gilt: Es muss auf Sichtweite geflogen werden, um gefährliche Situationen zu vermeiden. Gekostet hat die Drohne rund 10000 Euro.

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