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Wenn touristische Erwägungen das Schuljahr bestimmen
Wenn touristische Erwägungen das Schuljahr bestimmen
18.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Brigitte J. Henkel-Waidhofer

Stuttgart - "Schwer nachzuvollziehen" nennt es der FDP-Bildungspolitiker Timm Kern, dass das Kultusministerium den Sommerferien-Kompromiss für 2019 nicht rechtzeitig nachverhandelt habe. Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz, befürchtet, Eltern könnten wegen des gleichzeitigen Ferienbeginns in Baden-Württemberg und Bayern zur Selbsthilfe greifen und ihre Kinder die Schule schwänzen lassen.

Wie bereits gestern berichtet, endet das Schuljahr 2019 in Baden-Württemberg ausnahmsweise zwei Tage später. Im Südwesten begannen die großen Ferien traditionell am letzten Juli-Donnerstag, während Bayern am Montag darauf folgte. 2019 ist in beiden Ländern Montag, 29. Juli, der erste Ferientag.

Kern, früher Gymnasiallehrer und Vater von zwei Kindern, hat das Thema mit einer parlamentarischen Anfrage ins Rollen gebracht. Aus Sicht des Praktikers sind die Schulleitungen zu spät informiert worden. "Ob sich über die beweglichen Ferientage noch etwas ausrichten lässt, ist angesichts der fortgeschrittenen Planung in den Kommunen fraglich", so der Abgeordnete aus Freudenstadt.

Für die SPD wundert sich Bildungspolitiker Daniel Born, dass nicht einmal die parlamentarische Anfrage der FDP als "Weckruf" verstanden wurde. Die Zuständigen hätten die Lage erkennen und spätestens im März "besser auf 2019 gucken müssen, um Gestaltungsspielräume zu nutzen". Denn anders als von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) in ihrer Antwort erläutert, gab es ursprünglich gar kein Feriengedränge Ende Juli, sondern am Anfang - von dem Baden-Württemberg aber überhaupt nicht berührt ist.

Wie der Sozialdemokrat problematisiert Doro Moritz, dass Eisenmann die Verschiebung mit touristischen Erwägungen begründete. "Einziger Grund ist das Schaffen optimaler Zeiträume für den Tourismus und das Entzerren des Verkehrs auf den Autobahnen", so die GEW-Landesvorsitzende. Dies sei nicht gelungen. Moritz erinnert auch an das "Hamburger Abkommen" aus den 60er Jahren mit länderübergreifenden Regelungen für das föderale Schulwesen in Deutschland. Darin heißt es, die Ferien müssten "in erster Linie nach pädagogischen Gesichtspunkten festgesetzt" werden. Das sei nicht der Fall, wenn Termine aus touristischen Gründen verschoben würden.

Pädagogische Erwägungen führt Carsten Rees, der Vorsitzende des Landeselternbeirats, ins Feld. Denn die hätten, "vor allem mit Blick auf die Prüfungskoordinierung absolute Priorität", zugleich dürfe aber, "wer sehenden Auges am ersten Ferientag in einen Riesenstau fährt, nicht die Politik dafür verantwortlich machen".

Mit Blick auf die verlangten "pädagogischen Gesichtspunkte" entsteht ein weiteres Problem: Ostern fällt 2019 auf den 21. April und Pfingsten deshalb auf den 9. Juni. Nach dem Ende der Pfingstferien am 21. Juni bleiben deshalb gerade noch knapp fünf Wochen bis zum Schuljahresende und damit für entscheidende Arbeiten und Prüfungen. "Aber", sagt Rees, "Pfingstferien sind so beliebt, dass daran überhaupt nicht zu rütteln ist".

Moritz regt an, die von den beweglichen kirchlichen Feiertagen bestimmte Struktur des zweiten Schulhalbjahrs zu überdenken. Falls es dafür nicht schon zu spät ist.

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