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Förster klagen: "Regen wäre jetzt Gold wert"
Buchdrucker sind Teil des Ökosystems, aber bei Forstleuten nicht beliebt: Oben ist ein Altkäfer zu sehen, unten ein Jungkäfer. Foto: Reinhold John, FVA Freiburg
18.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Stefan Jehle

Karlsruhe - Hitze und Trockenheit setzen den Bäumen in diesem Sommer zu - und lässt in den Wäldern auch den Borkenkäfer zur Bedrohung werden. Für Forstleute werden Erinnerungen an 2003 wach. Ob Buchdrucker und Kupferstecher, die beiden häufigsten Käferarten, auch für den Nationalpark Schwarzwald zur Bewährungsprobe werden, wird die Witterungsentwicklung im September zeigen.

Die Wälder im Land seien "in diesem Jahr besonders vom Borkenkäfer bedroht", hatte das Ministerium für Ländlichen Raum im Juli mitgeteilt. Vor allem in Teilen Oberschwabens und im Süden habe sich der Käfer breit gemacht.

Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg gibt regelmäßig einen Monitoring-Bericht heraus: "Die Lage ist sehr ernst", urteilte vergangene Woche der Autor des Lageberichts, Reinhold John. "Der Buchdrucker hat vielerorts schon die dritte Generation angelegt. Das passiert nicht in jedem Jahr und vor allen Dingen niemals so früh", schreibt der Mitarbeiter der Abteilung Waldschutz.

"Gegenüber dem langjährigen Durchschnitt war es seit Frühsommer viel zu warm", sagt Thomas Rupp, der im Bereich des Hardtwalds am Oberrhein den Forstbezirk Süd betreut. Dieser erstreckt sich vom Süden des Landkreises Karlsruhe bis zu den Nachbarkreisen Calw, Pforzheim und Rastatt. "Die größten Gefahren gehen vom extremen Niederschlagsmangel und der damit einhergehenden Zunahme der Borkenkäfer aus", sagt Rupp. 12000 Hektar Wald werden von ihm und seinem Team betreut. Vergleichbar, so sagt der Forstdirektor mit knapp 40-jähriger Dienstzeit, sei die anhaltende Trockenheit "nur mit dem Hitzesommer 2003".

Rupp ließ schon seit dem Frühsommer ein "verstärktes Käfer-Monitoring" durchführen, mit wöchentlichen Begehungen und dem Einsatz von Lockstofffallen. Er vermerkt in diesem Jahr "eine deutliche Zunahme" der durch Borkenkäferbefall notwendigen erfolgten "Zwangseinschläge" - und auch durch Sturmschäden und die anhaltende Dürre. "Ich habe derzeit schon so viel Käferholz in den Büchern stehen, wie im ganzen Jahr 2017", klagt Rupp. Etwa nochmals dieselbe Menge liege draußen in den Wäldern.

Auch sein Kollege Thomas Eichkorn, der den Forstbezirk West des Hardtwalds betreut, beklagt die durch die Trockenheit verursachten Probleme. Zusätzlich würden Misteln den Kiefern Feuchtigkeit entziehen, und die Engerlinge der Maikäfer die Feinwurzeln der Bäume wegfressen, sagt Eichkorn.

Die Förster hoffen nun nahezu einhellig auf "einen mehrtägigen Landregen". Kräftige Regenfälle würden es auch bereits geschwächten Bäumen ermöglichen, neues Harz zu bilden. "Regen wäre jetzt Gold wert", sagt er. Auch der vorzeitige Laubabwurf der Bäume in den Mischwäldern bereitet Sorge, Forstdirektor Rupp befürchtet eine Zunahme der Totholzzonen: "Viele Kronenspitzen sind schon total entlaubt."

Während in Teilen des Südschwarzwalds bereits eine vierte Population an Borkenkäfern im Anmarsch ist, scheint die Besorgnis im Nationalpark Schwarzwald nicht ganz so groß zu sein. "Im Tonbachtal auf Gemarkung Baiersbronn steht die dritte Generation Borkenkäfer am Anfang", sagt Jörg Ziegler, beim Nationalpark im Wald- und Naturschutz tätiger Forstmann. Bislang habe man auch weniger Borkenkäfer festgestellt als noch im Vorjahr. "Stand Mitte August haben wir 1000 Kubikmeter rausgeräumt", sagt Ziegler.

Wobei der September aber bei anhaltender Trockenheit noch zur echten Bewährungsprobe werden könnte.

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