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Aufstockungen gegen die Wohnungsnot
Aufstockungen gegen die Wohnungsnot
28.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Hagen Strauß

Berlin - In Deutschland fehlen Wohnungen. Allein in den 77 deutschen Großstädten werden nach einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung 1,9 Millionen bezahlbare Wohnungen dringend benötigt. Die große Koalition will mit einer Bauoffensive gegensteuern. Jetzt kommt noch ein Vorschlag hinzu: die Aufstockung von bereits bestehenden Häusern.

Auf den Dächern könnten über eine Million neue Wohnungen errichtet werden, "und zwar ganz ohne neues Bauland zu benötigen oder weitere Grünflächen zu versiegeln", so Unionsexperte Jan-Marco Luczak (CDU). So sieht man das auch im Bundesrat: Der Länderkammer liegt ein Antrag Bayerns vor, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, die beschleunigte steuerliche Abschreibung von Wohnungen einzuführen, die durch Aufstockungen entstehen.

Anlass ist eine Studie der Technischen Universität Darmstadt, die zu dem Ergebnis kommt, dass bei 580000 Mehrfamilienhäusern - vor allem der Baujahre 1950 bis 1989 - in Regionen mit erhöhtem Bedarf eine Erhöhung technisch möglich sei. Dadurch könnten 1,1 Millionen Wohnungen geschaffen werden. In dem bayerischen Antrag heißt es, die steuerliche Förderung von Aufstockungen müsse attraktiver sein als die für Neubauten. Denn zusätzliche Wohnungen in einem bestehenden Haus seien durch die Vorschriften beim Brandschutz oder durch den Einbau eines Lifts oft teurer. Bei den Herstellungskosten schwebt dem Freistaat eine Zehn-Prozent-Abschreibung für zehn Jahre vor.

Damit kann sich offenbar auch die Union in Berlin anfreunden. Eine "besondere steuerliche Förderung" müsse geprüft werden, so Luczak. Der Bund und die Länder sollten "hier ein attraktives Investitionsumfeld und dadurch Anreize schaffen". Beim Koalitionspartner SPD heißt es: "Dachwohnungsbau spart Baugrund." Der Bund gebe allerdings den Ländern und Kommunen schon Milliardenmittel, "damit sie flächendeckend aufstocken können", so der wohnungspolitische Sprecher, Bernhard Daldrup. "Wir brauchen einen Mix aus vielen Maßnahmen." Dazu gehöre auch die Überlegung, auf Lebensmittelmärkten neue Domizile zu schaffen.

Auch die Opposition sieht in der Erhöhung von Häusern eine Möglichkeit, um gegen die Wohnungsnot vorzugehen. Wenn der Staat jedoch Steuergelder an private Investoren gebe, bedürfe es auch einer Gegenleistung wie einer Mietobergrenze, sagt Grünen-Experte Chris Kühn auf Nachfrage. "Eine blinde Förderung von Luxusdachgeschosswohnungen" müsse verhindert werden. Und nach Ansicht der FDP werden erhöhte Abschreibungssätze dem Problem allein nicht gerecht. Es seien vor allem baurechtliche Vorschriften in den Ländern, "die einer stärkeren Nutzung der Dächer im Weg stehen", so Wohnungsbauexperte Daniel Föst.

Der Antrag Bayerns soll nun am 21. September im Bundesrat beraten werden. Am selben Tag lädt Angela Merkel (CDU) zum großen Wohngipfel ins Kanzleramt ein. Auf der Tagesordnung stehen das Mietrecht, der soziale Wohnungsbau, die Beschleunigung von Bau- und Genehmigungsprozessen. Und weitere "praktische Maßnahmen", wie es heißt. Der Dachausbau und seine Förderung könnten dazugehören.

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