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Der Kult geht weiter
29.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Barbara Munker

Für Fans des "King of Pop" dürfte dies nur ein kleiner Dämpfer sein: Jahrzehntelang wurde Michael Jacksons "Thriller" als das erfolgreichste Album bislang gefeiert, nun rückte das Album "Their Greatest Hits (1971-1975)" der US-Rocker The Eagles auf den ersten Platz. "Thriller" wurde seit der Veröffentlichung 1982 rund 33 Millionen Mal verkauft oder online gestreamt, das Eagles-Album seit 1976 mehr als 38 Millionen Mal, wie der US-Verband der Musikindustrie RIAA kürzlich bekannt gab.

Doch der Kult um Jackson, der heute 60 Jahre alt geworden wäre, geht auch neun Jahre nach seinem Tod weiter. In aller Welt wird der runde Geburtstag gefeiert. Zur "Michael Jackson: The Diamond Celebration" in Las Vegas werden Jacksons Kinder Paris und Prince und seine Brüder Jackie, Tito und Marlon erwartet. Begleitend zu der Fan-Party führt der kanadische "Cirque du Soleil" in der Casino-Stadt seine Michael-Jackson-Show "One" auf.

In Berlin feiert die Musical-Show "Beat It!" passend zum Geburtstag des Pop-Idols Premiere. Jacksons Nachlassverwalter planen für 2020 ein Musical am New Yorker Broadway. Als "Birthday"-Tribut für den Schöpfer von Songs wie "Thriller", "Bad", "Billie Jean", "Dangerous" und "HIStory" sind TV-Dokus und Fan-Veranstaltungen geplant.

"Er war der Größte aller Zeiten und es wird niemals wieder jemanden wie ihn geben", schwärmt Michele Dickson. Die 60 Jahre alte Australierin ist Mit-Verwalterin der Jackson-Fanwebsite MJJCommunity. Fans aus aller Welt posteten zu Michaels Geburtstag Fotos, Videos und Musik und tauschten sich in sozialen Netzwerken aus, um an das Leben und das Erbe des "King of Pop" zu erinnern, sagt die Lehrerin, die 1969 zum Fan wurde. "Ich sah damals seine Aufführung von 'Who's Loving You' live in der Ed Sullivan Show mit den "Jackson 5" und es war um mich geschehen, ich war Feuer und Flamme".

Würde Jackson noch leben - und hätte er 2009 seine geplanten Comeback-Konzerte in London gegeben - so wäre seine Karriere bestimmt wieder ins Rollen gekommen, glaubt Dickson. Heute würde er sicher seinen drei Kindern zum Erfolg helfen.

Die treten tatsächlich in die Fußstapfen ihres Vaters. Tochter Paris ist Schauspielerin, Model und Sängerin. Prince Jackson hat schon Musikvideos produziert, der jüngste Sohn mit dem Spitznamen Blanket geht noch zur Schule.

Er war erst sieben Jahre alt, als sein Vater im Juni 2009 im Alter von 50 Jahren an einem tödlichen Mix von Medikamenten starb. Seinen Erben bringt der "King of Pop" weiter Millionen ein. Seit fünf Jahren führt er die Liste der bestverdienenden toten Stars an. Nach Schätzungen des Wirtschaftsmagazins "Forbes" im Jahr 2017 waren es mit Plattenverkäufen, Einnahmen aus dem Musikrechte-Katalog und aus Shows über Jackson etwa 75 Millionen Dollar. Den Titel "King of Pop" hatte sich Jackson selbst verliehen. Seine Moonwalk-Tanzschritte, seine Songs, Videos und die Bühnenspektakel stellten die Pop-Welt in den frühen 80er Jahren auf den Kopf. Er war ein Kinderidol, das die gesamte Familie zu Stars machte, bereits als Knirps wurde er der Leadsänger der "Jackson5." Nach dem Tod des Vaters lamentierte der Musiker in TV-Interviews über seine "verlorene Kindheit".

2010 wurde Jackson posthum mit einem Grammy für sein Lebenswerk geehrt, zu Lebzeiten erhielt er 13 der begehrten Musik-Trophäen. 1984 war er der erste Künstler, der auf einen Schlag acht Preise in einer Nacht abräumte.

Später bekam das Image des Mega-Stars Kratzer: Abgesagte Konzerte, Zusammenbrüche auf der Bühne, bizarre Auftritte: Statt Musik produzierte "Whacko Jacko" (verrückter Jacko) Schlagzeilen, die mit seinem Aussehen zu tun hatten. Die ihm nachgesagten Schönheits-Operationen ließen ihn wie ein Kunstprodukt aussehen. Über die beiden Ehen, erst mit Lisa-Marie Presley, dann mit der Krankenschwester Debbie Rowe, der Mutter seiner beiden älteren Kinder, wurde wenig bekannt.

In Kalifornien lebte Jackson auf dem riesigen Neverland-Anwesen, nach dem Nimmerland seiner geliebten Märchenfigur Peter Pan benannt. 1993 erklärte ein 13-jähriger Junge, in Jacksons Schlafzimmer Opfer sexueller Übergriffe geworden zu sein. Weitere Beschuldigungen eines Teenagers führten 2005 zu einem "Jahrhundertprozess", der mit einem für Jackson triumphalen Freispruch in allen Anklagepunkten endete.

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