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Prestigeprojekt mit Lerneffekt
Pünktlich - am 10. November - sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, sagt Verkehrsminister Hermann. Dazu arbeitet etwa die Betoniermaschine 24 Stunden am Tag. Foto: Krekel
30.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Florian Krekel

Malsch - Manchmal wäre Winfried Hermann (Grüne) vielleicht auch gerne Innenminister - zumindest gestern scheint das der Fall zu sein. Denn da besichtigt der baden-württembergische Verkehrsminister die Autobahnbaustelle auf der A5 zwischen Rastatt und Karlsruhe: eigentlich ein Vorzeigeprojekt. Akkordbetrieb rund um die Uhr, Lärmschutzbelag, hochmoderne Beschilderung. Doch für viele steht die Baustelle für etwas anderes: Stau und Unfälle. Letzteren will Hermann landesweit nun durch Radarkontrollen Herr werden.

Bisher gibt es die nämlich aufgrund von Sicherheitsbedenken seitens der Polizei in Baustellen nicht, wie der Minister gegenüber dem BT eingesteht. Deshalb halte sich niemand an die Geschwindigkeitsvorgaben. "Das müssen wir ändern. Ich habe heute Morgen mein Ministerium angewiesen, eine entsprechende Regelung anzustoßen", sagt Hermann. Sein Plan: Geblitzt werden soll zukünftig immer - mit Vorwarnung am Beginn der Baustelle. Das verleite die Menschen zum langsamen Fahren und verhindere so Unfälle. Doch bei der Umsetzung der ganzen Sache hat das Innenministerium ein gewaltiges Wörtchen mitzureden - das weiß auch Hermann.

Auf psychologische Effekte setzt das Ministerium bei der insgesamt zehn Kilometer langen und 24 Millionen Euro teuren Baustelle auch bei der Beschilderung. Vorab installierte Tafeln zeigen die Reisezeit, die etwa vom Beginn der Baustelle auf der Höhe von Malsch oder der davor liegenden Ausfahrt "Rastatt-Nord" bis nach Karlsruhe benötigt wird. Das mache die Leute gelassener und halte sie mitunter auch auf der Autobahn und verhindere so eine Verstopfung der Nebenstrecken, beschreibt der Minister. Wer zu Stoßzeiten die B3 befährt, dürfte allerdings zumindest am zweiten Argument Zweifel hegen.

Dass Staus unvermeidlich sind, ist Hermann bewusst. Deshalb ist die A5-Baustelle eine der ersten im Land, auf der ein 24-Stunden-Betrieb eingerichtet wurde. Der gilt freilich nicht für die ganze Bauzeit - besonders lärmintensive Arbeiten dürfen nachts aus Lärm- und Naturschutzgründen nicht durchgeführt werden. Doch verkürze die phasenweise praktizierte Rund-um-die-Uhr-Arbeit die Bauzeit um etwa ein Drittel, rechnet der Minister vor. Das kostet: Im Durchschnitt rund 40 Prozent mehr, wie der Bruchsaler FDP-Bundestagsabgeordnete und Verkehrsausschussmitglied Christian Jung gegenüber dem BT sagt. Dennoch sieht auch er den positiven Aspekt. "Die Verkürzung bringt derart viele Vorteile: Weniger Unfälle durch kürzere Bauzeit und Fahrbahnverengung; und allein durch das, was man volkswirtschaftlich spart, hat man die Mehrkosten schnell wieder drin."

Eine weitere, bisher selten praktizierte Variante des Autobahnbaus betrifft die Struktur der Betondecke. Sie ist dicker als die vorangegangene, um die sogenannten Blow-ups bei heißen Temperaturen - das Aufplatzen der Fahrbahn - zu verhindern. Doch vor allem soll der neue Beton, der auf einer dicken Unterschicht und einer dazwischenliegenden Stoffdecke lagert (sie ist nötig um Risse zu vermeiden, da sich der Beton dann unabhängig vom Unterbelag bewegen kann), leiser sein. Bis zu fünf Dezibel soll dies auf dem Abschnitt zwischen Rastatt und Karlsruhe ausmachen. Bei rund 92000 Fahrzeugen pro Tag, davon 14000 Schwerlaster, entspreche das "gefühlt einer Halbierung der Verkehrsmenge", verdeutlicht Hermann gestern. Die Fahrbahn in nördlicher Richtung wurde bereits bei der Sanierung im vergangenen Jahr mit dieser neuartigen Oberfläche versehen.

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