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Wenig grün beim CO -Ausstoß
Schlechtes Zeugnis beim Kohlendioxidausstoß: Ministerpräsident Winfried Kretschmann neben seinem Dienstwagen, einer Mercedes-Benz S-Klasse 300 Bluetec Hybrid. Foto: dpa
31.08.2018 - 00:00 Uhr
Stuttgart (bjhw) - Nur die Landesregierungen von NRW und Hessen fahren noch umweltunfreundlicher: Baden-Württembergs grün geführte Koalition belegt den wenig ruhmreichen 14. Platz in dem von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) auf Basis der offiziellen Angaben aller Ministerien bundesweit zusammengestellten CO -Ranking der Dienstwagen. Deutlich wird in der um reale Ausstoßwerte ergänzten Statistik auch, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen.

Auf den höchsten Kohlendioxid-Ausstoß kommt, mit 406 Gramm pro Kilometer Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Selbst davon ist Baden-Württemberg betroffen, weil die Karosse einen Stern trägt: Die "Mercedes-Benz S-Guard 600 Limousine", die - laut Prospekt - "in der Verbindung von Schutz und Komfort eine einzigartige Faszination entfaltet" und, inner-/außerorts kombiniert, auf einen Ausstoß von 270 Gramm kommt. Tatsächlich sind es, wie die DUH errechnet hat, 406 Gramm.

Thomas Strobl, CDU-Innenminister und stellvertretender Regierungschef, bringt es mit seinem "Audi A8 L W12 6.3 FSI cod quattro" auf 254 Gramm laut Normverbrauch und 376 tatsächlich. Bei den dicken Limousinen, die auch Minister und der Ministerpräsident hierzulande fahren, ist das Delta zwischen dem bisherigen Messverfahren NEFZ und dem neuen, mit 1. September geltenden WLPT oder "Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure" besonders augenfällig. Vor allem, weil sich nach NEFZ die Abweichungen zwischen Test- und Realbetrieb seit 2000 verfünffacht haben.

Vergleichsweise umweltfreundlich unterwegs ist Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Einerseits, weil kein anderes Kabinettsmitglied öfter aufs Rad steigt. Und sein "Mercedes-Benz E 350, Baujahr 2017", mit dem kombinierten Benzin-/Elektro-Antrieb stößt auf dem Papier nur 123 Gramm CO aus und nach den Zahlen der DUH 193 Gramm. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) fährt einen "Mercedes-Benz S 500e", ebenfalls mit Benzin- und Elektroantrieb, der laut Norm 121 Gramm CO und tatsächlich 228 ausstößt.

Mit dem realen Durchschnitt von 235 Gramm liegt Grün-Schwarz knapp hinter den Landesregierungen von Sachsen oder Niedersachsen mit 216 Gramm, aber deutlich hinter Hamburg (183) oder gar Bremen (177). Anja Stahlmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport, an der Weser ist auch das einzige Kabinettsmitglied bundesweit, das bei der DUH-Umfrage angegeben hat, keinen Dienstwagen zu haben und auf Carsharing zurückzugreifen.

Schwierig ist aktuell, wie unter baden-württembergischen Ministern erzählt wird, die meist geleasten Autos durch neuere Modelle zu ersetzen. Von den Herstellern, im Land wird ausschließlich Mercedes und Audi gefahren, gebe es keine adäquaten Angebote. Eine Situation, die sich noch zuspitzen könnte. Ermittelt durch das neue Messverfahren dürfen schon in knapp zweieinhalb Jahren durchschnittlich nur noch 95 Gramm CO pro Kilometer emittiert werden. Und ab 2025 ist eine weitere Reduktion der CO -Grenzwerte um 15 Prozent vorgesehen.

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