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Immer mehr Flüchtlinge in Ausbildung
Immer mehr Flüchtlinge in Ausbildung
05.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Volz

Karlsruhe - Den Unternehmen innerhalb der Industrie- und Handelskammer (IHK) Karlsruhe gelingt es in zunehmenden Maß, Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Mit Beginn des Ausbildungsjahres haben 82 junge Menschen aus den Hauptflüchtlingsländern eine Stelle erhalten. "Über alle Lehrjahre hinweg zählen wir inzwischen 171 geflüchtete Menschen", freut sich IHK-Hauptgeschäftsführer Guido Glania über steigende Zahlen.

Mit Blick auf die Branchen, in denen die Geflüchteten ihre Ausbildung absolvieren, ist etwas mehr als die Hälfte im kaufmännischen Bereich untergekommen, die anderen in gewerblich-technischen Berufen. An der Spitze stehen die Fachinformatiker (22), gefolgt von Koch/Köchin (12), Fachlagerist (9) sowie Hotelfachmann/-frau (9). Die meisten Geflüchteten stammen aus Syrien (54) und Afghanistan (51).

"Die Grundlage für die Unternehmen, Geflüchtete in Ausbildung zu bringen, stellt weiterhin die Sprache dar", sagte Glania gestern bei der Vorstellung der aktuellen Ausbildungssituation im IHK-Bezirk. "Für die Einstellung sind ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache das A und O. Ohne gute Sprachkenntnisse kann eine Ausbildung nicht begonnen und erst recht nicht erfolgreich mit schriftlichen und mündlichen Prüfungen abgeschlossen werden", so der Hauptgeschäftsführer.

Für Geflüchtete sowie für alle Jugendlichen, die noch keine ausreichende Ausbildungsreife besitzen, bestehe weiterhin die Möglichkeit, über eine Einstiegsqualifizierung (EQ) an einen Ausbildungsplatz herangeführt zu werden. "Einstiegsqualifizierungen sind ein tolles Angebot, um Jugendliche über ein bereits an einen Ausbildungsberuf angelehntes, sechs- bis zwölfmonatiges Praktikum in einem Unternehmen in eine Ausbildung zu bringen", sagte Glania.

Das spezielle Programm "EQ plus Sprache" beinhaltet für junge Erwachsene, die noch nicht lange in Deutschland leben, gleichzeitig eine intensive sprachliche Förderung. Für diejenigen, die bereits ein gewisses Sprachniveau besitzen und sich in Ausbildung befinden, bestehen Angebote, berufsspezifische Deutschkurse parallel zur Ausbildung zu belegen. Mit "AzubiLernt: Deutsch in der Ausbildung" hat unter anderem das IHK-Bildungszentrum ein solches Angebot für Azubis im ersten und zweiten Lehrjahr mit Migrationshintergrund geschaffen.

Insgesamt gesehen haben zum 1. September im Bereich der IHK Karlsruhe 3742 junge Menschen eine Ausbildung begonnen. Das sind 15 Personen beziehungsweise 0,4 Prozent mehr als zum gleichen Vorjahreszeitpunkt. Der Kammerbezirk liegt damit leicht über dem Durchschnitt (plus 0,3 Prozent) in Baden-Württemberg. Bis zum Jahresende erwartet Glania den Abschluss von 4300 Ausbildungsverträgen. Interessant auch: Knapp 35 Prozent aller neuen Auszubildenden haben die Hochschulreife und sich für eine duale Ausbildung entschieden, obwohl sie ein Studium hätten beginnen können. Über alle Lehrjahre hinweg betreut die IHK Karlsruhe derzeit 10420 Ausbildungsverträge.

Trotz der positiven Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt können erneut nicht alle Lehrstellen besetzt werden. Aktuell sind der IHK 208 offene Ausbildungsplatzangebote gemeldet. "Betroffen sind alle Branchen", sagt Glania. Auffällig sei jedoch im Vergleich zu 2017, dass es jetzt wesentlich mehr Ausbildungsberufe mit unbesetzten Lehrstellen gibt. Vor einem Jahr waren es noch 30 unterschiedliche Ausbildungsberufe, inzwischen sind es schon 50. "Generell sind insbesondere in der Logistikbranche noch viele Ausbildungsplätze unbesetzt", so Glania. In ganz Baden-Württemberg bleiben derzeit in mehr als jedem dritten Unternehmen Lehrstellen unbesetzt.

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