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Breite Mehrheit sieht Zuwanderung positiv
Breite Mehrheit sieht Zuwanderung positiv
18.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Stefan Vetter

Berlin - Die öffentliche Debatte über Integration und Flüchtlinge hat sich zweifellos verschärft. Zumeist bestimmen diffuse Ängste vor vermeintlicher Überfremdung und wachsender Kriminalität den Diskurs. Nach einer repräsentativen Befragung des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen hat diese Rhetorik mit der Wahrnehmung in der Bevölkerung jedoch wenig zu tun. Demnach wird das Zusammenleben mit Ausländern überwiegend positiv bewertet. Nachfolgend die wichtigsten Erkenntnisse des "Integrationsbarometers", das von dem unabhängigen Expertengremium gestern veröffentlicht wurde.

Wie ist die allgemeine Stimmung?

Auf einer Skala von Null (sehr negativ) bis 100 (sehr positiv) bewerten die Bürger ohne Mi-grationshintergrund den Stand der Integration mit einem Wert von 63,8 überwiegend positiv. Bei Personen mit Migrationshintergrund sind es sogar 68,9 Punkte. Zwar haben sich diese Werte im Vergleich zur letzten Befragung von 2015, dem Jahr mit einer Rekordzuwanderung, um 1,6 beziehungsweise 0,1 Punkte verschlechtert. Doch das sei "deutlich weniger, als die öffentliche Debatte erwarten ließ", heißt es in der Untersuchung.

Wie erklärt sich der überraschende Befund?

Eine Erklärung für die nach wie vor positive Grundstimmung liegt nach Einschätzung der Experten in den persönlichen Erfahrungen. Je mehr Menschen in Kontakt mit kultureller Vielfalt kämen, etwa im Freundeskreis oder am Arbeitsplatz, desto aufgeschlossener sei das Verhältnis zur Mi-gration. Es gebe einen Unterschied zwischen dem "direkten Erleben und dem gefilterten, auch über die sozialen Medien", meinte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU). Für diese Einschätzung sprechen auch Zahlen des jüngsten ZDF-Politbarometers. Demnach sagen elf Prozent der Bundesbürger, sie hätten in ihrer Gegend mit Flüchtlingen "große Probleme". 82 Prozent, also die übergroße Mehrheit, verneinen das.

Gibt es regionale Unterschiede?

Ja. Grundsätzlich gilt: Wo weniger Migranten leben, ist die Skepsis gegenüber ihnen größer. So beurteilen Ostdeutsche, die keinerlei Berührungspunkte mit Zuwanderern haben, das Integrationsgeschehen mit weniger als 50 Punkten auf der Skala von null bis 100 klar negativ. In den neuen Bundesländern (ohne Berlin) schwankt der Anteil der Migranten an der jeweiligen Gesamtbevölkerung dann auch nur zwischen 6,3 und 7,2 Prozent. Im Westen liegt der Anteil zwischen 15,3 und 31,1 Prozent - und damit um bis zu fünfmal höher als im Osten. Unter allen Befragten kommen die Westdeutschen bei der Bewertungsskala auf 66 und die Ostdeutschen nur auf 55 Punkte.

Was zeigt das Integrationsbarometer noch?

Fast die Hälfte der Deutschen (47,8 Prozent) ohne Migrationshintergrund geht davon aus, dass Flüchtlinge die Kriminalität erhöht haben. Eine knappe Mehrheit stimmt dem "eher nicht" oder "gar nicht" zu. Gut 70 Prozent erwarten, dass aufgenommene Flüchtlinge Deutschland kulturell langfristig bereichern werden. Genauso hoch ist der Anteil derer, die in den aktuellen Flüchtlingszahlen eher keine oder gar keine Bedrohung für den Wohlstand in Deutschland sieht. Eine Mehrheit von knapp 58 Prozent ist aber dafür, den Flüchtlingszuzug zu begrenzen.

Wie kam die Befragung zustande?

Insgesamt wurden fast 9300 Personen befragt, darunter auch Zuwanderer, Spätaussiedler sowie Flüchtlinge, die seit 2014 nach Deutschland gekommen sind. Zu den Fragen und vorgegebenen Auffassungen konnten die Teilnehmer ihre Zustimmung oder Ablehnung auf einer vierstufigen Skala angeben. Die Interviews wurden zwischen Juli 2017 und Januar 2018 geführt. Die Ereignisse in Chemnitz sind also noch nicht berücksichtigt.

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