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Nationalpark wird nicht größer
16.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Volker Neuwald

Baden-Baden - Die Gedankenspiele um eine Vergrößerung des Nationalparks Schwarzwald scheinen fürs Erste beendet zu sein. Andre Baumann, Staatssekretär im Umweltministerium, weise entsprechende Forderungen zurück, hieß es gestern in einer Pressemitteilung. Kurioserweise war es zuletzt Baumanns Vorgesetzter, Umweltminister Franz Untersteller (Grüne), der sich am Samstag in einem Zeitungsbericht für das Zusammenlegen der beiden Teile des Schutzgebiets ausgesprochen hatte.

"Es geht jetzt um eine Entwicklung des Nationalparks, nicht um Wachstum, es geht jetzt um mehr Qualität auf der Basis des Nationalparkplans und nicht um mehr Quantität", wird Baumann zitiert. Er erteile "den Forderungen nach einer Vergrößerung des Nationalparks in den nächsten Jahren eine klare Absage".

In der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" hörte sich das am Samstag noch ganz anders an: "Es ist absolut wünschenswert, dass der Nationalpark zu einer Fläche zusammenwächst", hatte Untersteller gesagt. "So könnte er besser genutzt, bewirtschaftet und vermarktet werden."

Davon abgesehen, dass Nutzung, Bewirtschaftung und Vermarktung nicht zu den Kernaufgaben eines Nationalparks gehören - offenbar wurde Untersteller von Forstminister Peter Hauk (CDU) erfolgreich ausgebremst. Denn dieser hat nach Angaben der beiden Zeitungen erhebliche Vorbehalte gegen die Zusammenlegung. Eine Ausdehnung der Parkfläche wolle er nicht mittragen. Folglich hätte das Schutzgebiet an anderer Stelle schrumpfen müssen.

Der Nationalpark ist 10062 Hektar groß und besteht aus einem Teilgebiet Nord um den Hohen Ochsenkopf mit 2447 Hektar Fläche und einem Teilgebiet Süd um den Ruhestein mit 7615 Hektar. Der Bereich dazwischen mit rund 2900 Hektar besteht zu einem großen Teil aus Wirtschaftswald mit einem Schätzwert von 60 Millionen Euro.

Völlig offen ist, ob und unter welchen Bedingungen die Gemeinde Forbach einem "Lückenschluss" zustimmen würde. Denn der Ortsteil Hundsbach liegt genau zwischen den beiden Nationalparkteilen.

Die Idee einer Zusammenlegung äußerte bereits vor geraumer Zeit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Sie wurde vom Vorsitzenden des Nationalpark-Beirats, Gerhard Goll, aufgegriffen und konkretisiert.

Die Agenda des Großschutzgebiets ist derzeit von ganz anderen Themen geprägt. So hat der Nationalparkrat - das höchste Entscheidungsgremium - gestern die letzten noch offenen Module des Nationalparkplans beschlossen, darunter das Verkehrskonzept. Laut Ministerium ist die Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs die zentrale Komponente des Konzepts. Geplant ist, "bis zu zwei Regiobuslinien" einzuführen, die den Park an die Mittel- und Unterzen-tren anbinden. Außerdem wird vorgeschlagen, Zubringerlinien aus den Tälern zu verdichten. Insgesamt sind von einem Fachbüro rund 60 Einzelmaßnahmen erarbeitet worden.

Um das dafür notwendige Geld wird noch gerungen: "Wir benötigen einen maßgeblichen Finanzierungsbeitrag des Landes", sagte der Vorsitzende des Nationalparkrats, Landrat Klaus Michael Rückert aus Freudenstadt.

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