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Im Südwesten fällt die Erntebilanz durchwachsen aus
Typisches Bild: Ein ausgetrocknetes Maisfeld mit verdorrten Pflanzen. Die extreme Witterung fordert ihren Tribut. Foto: Volz
23.10.2018 - 00:00 Uhr
Baden-Baden (vo) - Die Erntesaison 2018 war geprägt von Extremen. Einem lange kühlen Frühjahr folgte ein zu trockener Sommer. Das blieb nicht ohne Folgen für die Landwirtschaft sowie den Obst- und Gemüseanbau. Die Auswirkungen waren jedoch unterschiedlich, sowohl geografisch gesehen, als auch mit Blick auf die verschiedenen Produkte. Das Statistische Landesamt hat die Zahlen für Baden-Württemberg zusammengestellt.

Getreide: Die Ernte fiel mit insgesamt 2,87 Millionen Tonnen (ohne Körnermais) weitgehend zufriedenstellend aus. Trotz der langen Trockenperiode, die zu außergewöhnlich großen Unterschieden in den Erträgen führte, lag die Menge zwar um 2,0 Prozent unter dem Vorjahr, aber um 3,0 Prozent über dem langjährigen Mittel von 2012 bis 2017. Bei der anbaustärksten Getreideart Winterweizen wurden im Schnitt 7,7 Tonnen je Hektar gedroschen, und damit insgesamt 1,6 Millionen Tonnen eingefahren. Der Vorjahresertrag (7,8 t/ha) wurde zwar verfehlt, aber der Durchschnittsertrag der Jahre 2012-17 (7,4 t/ha) übertroffen. Bei der zweitwichtigsten Getreideart Wintergerste fällt der Flächenertrag mit 6,9 t/ha deutlich geringer aus als 2017. Winterroggen erreichte mit 5,4 t/ha das Niveau des Vorjahres. Die vergleichsweise besten Druschergebnisse lieferten die Sommergetreidearten Hafer und Sommergerste. Insbesondere Sommergerste erreichte mit 5,8 t/ha und einer Gesamtmenge von 319600 Tonnen eines der besten Ergebnisse der letzten Jahre. Auch bei Hafer befindet sich der Flächenertrag mit 5,6 t/ha weit über dem mehrjährigen Durchschnitt von 4,9 t/ha. Winterraps, als bedeutendste Ölfrucht bleibt mit rund 3,8 t/ha etwas hinter den Erträgen der Vorjahre zurück. Da die Anbaufläche jedoch leicht ausgeweitet wurde, liegt die Gesamterntemenge mit 194000 Tonnen über Vorjahresniveau.

Kartoffeln: Hier wurde das Knollenwachstum durch die Trockenheit gebremst und führte zu deutlichen Mindererträgen. Der Durchschnittsertrag von 36,8 t/ha liegt um 17 Prozent unter dem Vorjahr. Noch nicht absehbar sind die Erntemengen bei Körnermais.

Äpfel: Die zunächst erfreulichen Prognosen müssen durch die anhaltende Trockenheit im Sommer voraussichtlich nach unten korrigiert werden. In Obstanlagen ohne Beregnungsmöglichkeit blieben die Früchte zu klein oder die Bäume reagierten mit verstärktem Fruchtfall. Nichtsdestotrotz können die Apfelanbauer im Land mit einer Erntemenge von 371000 Tonnen nach dem frostbedingten schlechten Erntejahr 2017 (112945) zufrieden sein. Gut ein Drittel der geernteten Äpfel sind durch die drei Hauptsorten Elstar (51400), Jonagold (44800) und Gala (36300) abgedeckt.

Süßkirschen: Sie übertrafen mit einem Durchschnittsertrag von 8,3 t/ha deutlich das langjährige Mittel (plus 44 Prozent) und erreichten eine Erntemenge von 22760 Tonnen. Sauerkirschen erreichten mit 8,2 t/ha ein vergleichbares Ergebnis, werden jedoch nur noch auf 277Hektar angebaut.

Wein: Die Reben zeigten einmal mehr ihre Fähigkeit, unter Trockenstress zu bestehen. Symptome für Wassermangel waren vor allem in Junganlagen und flachgründigen Standorten zu beobachten. Begünstigt durch die Witterung konnten die Anlagen auch weitgehend befallsfrei von Pilzerkrankungen und der Kirschessigfliege gehalten werden. Nach vorläufigen Schätzungen können die Keller mit voraussichtlich 2,5 Millionen Hektoliter Weinmost gefüllt werden (2017: 1,8 Mio.). Davon entfallen 46 Prozent auf Weißmost und 54 Prozent auf Rotmost. Über die Hälfte der Weinmostmenge kommt aus dem Anbaugebiet Baden.

Spargel: Bereits früher im Jahr als gewöhnlich endete die kurze Spargelsaison. Insgesamt wurden 10600 Tonnen gestochen. Die Ausweitung der gesamten Spargelfläche um fünf Prozent auf rund 2900 Hektar war insbesondere auf eine Aufstockung der Junganlagen zurückzuführen.

Erdbeeren: Hier wurden im Freilandanbau auf knapp 2200 Hektar Fläche rund 21500 Tonnen der roten Früchte geerntet sowie im geschützten Anbau weitere 3600 Tonnen auf rund 230 Hektar. Jeder Baden-Württemberger hätte somit in den Genuss von gut zwei Kilogramm heimischer Erdbeeren kommen können.

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