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Netrebko, Domingo und Gergiev zum Finale
27.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Christiane Lenhardt

Opernstar Placido Domingo wird zum Abschied von Intendant Andreas Mölich-Zebhauser (66) im nächsten Sommer im Festspielhaus Baden-Baden auftreten. Zuletzt vor 20 Jahren stand der Spanier bei der Eröffnung des Opern- und Konzerthauses hier auf der Bühne - als Dirigent bei Verdis "La Traviata". Allerdings wurden damals in der katastrophalen Anfangszeit des Festspielhauses nur an die 400 Karten verkauft.

Nun wird Domingo an ein längst erfolgreiches Opernhaus zurückkehren und eine der tiefgründigsten Verdi-Partien, den Friedensfürsten und Machtpolitiker Simon Boccanegra, in der gleichnamigen Oper singen. Mit Anna Netrebko und Valery Gergiev sind weitere Weltstars für die letzten Sommerfestspiele (vom 6. bis 14. Juli 2019) unter der Ägide des Festspielhaus-Intendanten angekündigt worden.

"Ich wollte kein pompöses Festival zu meinem Abschied, eher eine Essenz, dessen, was mir wichtig ist", sagte Andreas Mölich-Zebhauser gestern beim Pressegespräch. "Mit Gergiev hat alles angefangen, er hat das Haus gerettet in einer konzertierten Aktion. Für mich ist er immer extrem wichtig geblieben." Die Traditionslinie, dass seit 2007 jeden Sommer Valery Gergiev mit seinem Mariinsky-Theater gastiert, solle damit fortgesetzt werden. Fast 70 Opernaufführungen hat der weltweit gefragte Maestro in Baden-Baden dirigiert - sogar eine Koproduktion des "Rings des Nibelungen" mit dem St. Petersburger Mariinsky-Theater (2003) ist im Festspielhaus gezeigt worden.

Bei der Verdi-Oper "Simon Boccanegra" am 9. Juli, die bereits in St. Petersburg und in Venedig Premiere hatte, steht Valery Gergiev wieder am Pult seines Orchesters. Neben Domingo wird Tatiana Serjan die Maria singen, Ferruccio Furlanetto ist als Boccanegras Gegenspieler Fiesco zu erleben.

Zum Auftakt der Sommerfestspiele nächstes Jahr stehen zwei Konzerte mit den St. Petersburgern und Wagner-Werken auf dem etwas wehmütig gestimmten Programm - unter anderem mit "Siegfrieds Trauermarsch" und "Brünnhildes Schlussgesang" sowie Tschaikowskys sechster Sinfonie "Pathétique". Der nächste Gewinner des Tschaikowsky-Wettbewerbs vom Mai 2019 soll spielen. Der Geiger Daniel Hope wird Prokofjew aufführen.

Außerdem erklingt die siebte Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch. Die mächtige "Leningrader" erinnere auch an die Belagerung von Schostakowitschs Heimatstadt durch die deutsche Wehrmacht, so Mölich-Zebhauser. "Wir dürfen nie vergessen, dass unsere Freundschaft zu Russland nicht selbstverständlich ist." Den Komponisten feierte das Festspielhaus vor gut zehn Jahren mit einem großen Festival.

Das finale Finale am 14. Juli wird Anna Netrebko überlassen. Mit einem Liederabend der Operndiva und Werken aus ihrer russischen Heimat endet die Ära Andreas Mölich-Zebhausers als Festspielhaus-Intendant. "Danach werde ich in Tränen ausbrechen", prophezeite er gestern.

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