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Karlsruhe wächst in die Höhe
10.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Stefan Jehle

Karlsruhe - Auf rund 100 Millionen Euro wird der Neubau des Karlsruher Landratsamtes geschätzt. Entstehen soll das neue Hochhaus im Abstand von knapp 34 Meter neben dem jetzigen Gebäude, wenn der Kreistag am 22. November in Marxzell grünes Licht gibt (wir berichteten). Auch an anderen Stellen in der Stadt wird es erhebliche bauliche Veränderungen geben.

Bislang ist die Silhouette der Fächerstadt von zwei markanten Hochhäusern geprägt, die beide zu Beginn der 1960er Jahre entstanden. In der Südweststadt dominiert das einstige LVA-Hochhaus, heute ist es Sitz von Teilen der Regionaldirektion der Deutschen Rentenversicherung. Es ist mit 21 Etagen und etwa 80 Metern Traufhöhe das bislang höchste Gebäude Karlsruhes. Zwischen 2005 und 2007 wurde es umfassend saniert.

Das ehemalige Badenwerk-Hochhaus ist seit 1997 Sitz des Landratsamts. Es wurde zwischen 1961 und 1965 errichtet und besteht aus dem etwa 70 Meter hohen Haupthaus mit 19 Geschossen sowie einem entlang der Kriegsstraße rechtwinklig angeordneten "Langbau" mit insgesamt vier Geschossen. Nachdem das Badenwerk 1997 mit der Energie-Versorgung Schwaben zur EnBW fusioniert war und eine neue Zentrale an der Durlacher Allee bezogen hatte, kaufte das Landratsamt die Immobilie unweit des Ettlinger Tor-Platzes. Der Neubau soll ebenfalls 19 Stockwerke hoch sein, der Altbau wird später abgerissen. Am Gesamtbild ändert sich also nicht viel.

Die neun Bürokomplexe am Bahnhof und im Osten der Stadt werden das Bild der Fächerstadt hingegen radikal verändern. Gebaut wird etwa an der Ludwig-Erhard-Allee im Südosten und unmittelbar in Autobahnnähe.

An der Ludwig-Erhard-Allee - der Zufahrt zur Innenstadt von der B 10 her - ist mit dem ab 2008 neu entstandenen "City-Park" überwiegend Wohnbebauung auf dem Areal des einstigen Bahn-Ausbesserungswerks entstanden.

Richtig in die Höhe ging es dann mit einem "Park-Office" genannten zwölfgeschossigen Bürokomplex mit insgesamt 10 000 Quadratmetern Nutzfläche. 2014 wurden auch die Bauten "Park-Plaza" und "Park-Akaden" eröffnet. Anfang Oktober ging dort zudem der Neubau des Kommunalen Versorgungsverbands Baden-Württemberg in Betrieb.

Anwohner vergleichen die Stadtzufahrt von Osten her zuweilen lakonisch mit der berüchtigten Karl-Marx-Allee in Ostberlin, einem Prestigebau der frühen DDR-Führung. Andere Stimmen meinen, dass die neu gestaltete Zufahrt zur Innenstadt zumindest für "etwas Großstadtflair" sorge.

Unmittelbar an der A 5 entstehen neue Büro- und Gewerbekomplexe: Zwischen den Möbelhäusern östlich der Durlacher Allee die neue Firmenzentrale des dm-Drogeriekonzerns mit Bürogebäude und neuen Parkhäusern. Auf der anderen Seite, Richtung Innenstadt, ist seit Monaten der neue Ikea-Standort im Bau.

Als "Filetstück" galt lange das Areal südlich des Hauptbahnhofs an der Schwarzwaldstraße. Dennoch dauerte es Jahre, bis sich Pläne zur Bebauung verwirklichen ließen. Seit März 2018 ist ein in Teilen am Ende bis zu zwölf Stockwerke hoher Bürokomplex in Bau. Vorgesehen sind am Ausgang Süd des Hauptbahnhofs zwei Zwillingstürme, links und rechts des Zugangs, die sich über zwei Geschosse zu den Innenhöfen und den jeweils drei siebengeschossigen "Kammbauten" öffnen sollen.

Bauherr ist Ralph Dommermuth, Inhaber der United Internet AG (1&1, GMX) in Montabaur, die mit der 1&1-Tochter web.de auch Firmenableger in Karlsruhe hat. Im östlich angrenzenden Baufeld am Bahnhof ist laut Bebauungsplan ein bis zu 20-geschossiges Hochhaus möglich. Auch daran hat Dommermuth nach eigenen Angaben Interesse.

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