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Den Blick ins nächste Jahrzehnt richten
Den Blick ins nächste Jahrzehnt richten
17.11.2018 - 00:00 Uhr
Von Volker Neuwald

Baden-Baden - Leader ist kein "sexy Marketingprodukt" und muss deshalb um öffentliche Aufmerksamkeit kämpfen. Als Vorsitzender des Vereins Regionalentwicklung kennt Claus Haberecht die Mechanismen seit Jahren. Die Förderperiode endet bald, die nächste muss vorbereitet werden: "Quo vadis Leader Mittelbaden?"

Der Begriff Leader steht für ein Entwicklungsprogramm, das von Bürgern der Region mit Zuschüssen der EU und des Landes auf den Weg gebracht wurde. In der Förderperiode 2014-2020 konnte eine ganze Reihe von Projekten angestoßen werden, berichtete Haberecht im Rahmen der jüngsten Versammlung des Vereins Regionalentwicklung.

"28 Projekte wurden auf den Weg gebracht, 14 sind abgeschlossen, fünf weitere in der Umsetzung. Neun wurden bereits ausbezahlt, beziehungsweise stehen kurz davor", zählte Haberecht auf. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 5,02 Millionen Euro. EU und Land steuern Fördermittel in Höhe von 1,63 Millionen Euro bei. Davon aber sind erst rund 178 000 Euro ausbezahlt. Weitere 130 000 Euro für zwei größere Vorhaben stecken noch in der Pipeline. "Das läuft sehr langsam, sehr schleppend", bilanzierte Haberecht.

Zwei Arbeitsgruppen beschäftigten sich im Anschluss an den Bericht mit zentralen Fragen: Wie lassen sich die Rahmenbedingungen der Förderung verbessern? Und welche Ziele soll man sich für die neue Förderperiode von 2021 bis 2027 setzen?

Zuvor gaben drei kurze Erfahrungsberichte Einblicke in die Leader-Arbeit:

Obstscheune: Peter Böhlen von der Bürgergemeinschaft Unterbeuern berichtete von der Renovierung der Scheune auf dem Obstgut Leisberg. "Ohne Leader hätte unser Verein das nicht gemacht." Von der Idee im August 2016 bis zur Fertigstellung im Juli dieses Jahres sei viel Zeit verstrichen. Die Fördermittel seien bis heute nicht von der L-Bank ausbezahlt worden, kritisierte Böhlen die langen Fristen. Er lobte die Unterstützung der Leader-Geschäftsstelle mit Antje Wurz an der Spitze. Böhlen empfiehlt, einen Fahrplan für Projekte zu erstellen und Musteranträge zu erarbeiten.

Wanderpfad: Leader sei ein "Bürokratiemonster", kritisierte Bürgermeister Hans-Peter Braun aus Bühlertal. Die Kommune hatte 2016/17 mit Leader-Mitteln einen neuen, etwa einen Kilometer langen Pfad zu den Gertelbacher Wasserfällen im Wiedenbachtal attraktiver gestaltet. Der Antrag musste auf Wunsch des Karlsruher Regierungspräsidiums fünfmal geändert werden. Die Förderung fiel letztlich niedriger aus, als zugesagt worden war. "Das kostete Zeit, Geld und Nerven. Man sei sogar im Ministerium für Ländlichen Raum vorstellig geworden. "Dort wurde stur nach Vorschrift entschieden", so Braun, "vorhandene Spielräume blieben ungenutzt".

Hotelsanierung: Dank Leader-Förderung hat das Hotel-Restaurant "Haus am See" am Bergsee in Sinzheim in diesem Jahr neue Eigentümer gefunden. "Alleine hätten wir das nie gemacht", resümierte Thomas Zgraja, der das Hotel zusammen mit seiner Frau Julia betreibt. Die Fördermittel seien als Eigenkapitalersatz genutzt worden, "das war ein wesentlicher Baustein unserer Finanzierung". Zgraja dankte der Geschäftsstelle für die hervorragende Hilfestellung. "Der bürokratische Aufwand ist hoch, viele Dokumente müssen eingereicht werden. Aber wir würden es wieder machen."

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