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Trauerkundgebung für Anschlagsopfer in Straßburg
17.12.2018 - 00:00 Uhr
Von Marie Julien

Straßburg - Rund 1 000 Menschen haben gestern in Straßburg an die Opfer des Anschlags auf dem Weihnachtsmarkt erinnert. Sie versammelten sich auf dem zentralen Kléber-Platz vor einem improvisierten Mahnmal. Während einer Gedenkminute applaudierte die Menge und rief die Namen der Opfer. Die Ermittlungen zu dem Attentat mit inzwischen fünf Toten dauern an. Sechs der sieben Festgenommenen aus dem Umfeld des Angreifers Chérif Chekatt wurden aber wieder freigelassen.

Gestern ist ein weiteres Opfer seinen Verletzungen erlegen. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen Polen, wie die Pariser Staatsanwaltschaft gestern Abend bestätigte. Damit liegt die Zahl der Todesopfer des Anschlags inzwischen bei fünf.

"Es hätte auch uns treffen können", sagte der 25-jährige Jonathan, der mit zwei Freunden an der Trauerkundgebung teilnahm. Die 55-jährige Laura erklärte, sie wolle zeigen, "dass wir uns wehren, dass wir unsere Werte verteidigen". Wie viele andere Menschen zeigte sie sich tief bewegt und hatte Tränen in den Augen.

Während der Zeremonie rund um den riesigen Weihnachtsbaum auf dem Kléber-Platz, wo ein Meer aus Blumen und Kerzen an die Opfer erinnerte, wechselten sich Musik und Reden ab. Die Kundgebung war von einem Bürgerrechtsbündnis organisiert worden. Den Abschluss bildete "eine Minute des Lärms", nach der die Menge spontan die Nationalhymne anstimmte. Es sei an der Zeit, nach den Tagen der stillen Trauer zu zeigen, "dass wir Straßburg sind, zusammen und solidarisch", sagte die Organisatorin der Kundgebung, Christine Panzer.

Straßburgs Bürgermeister Roland Ries äußerte sich erfreut über den großen Andrang auf dem Weihnachtsmarkt, der am Freitag wiedereröffnet worden war. Dies zeige, dass sich die Menschen nicht einschüchtern ließen von denjenigen, "die unsere gemeinsame Wertebasis angreifen wollen".

Der polizeibekannte Attentäter Chekatt hatte am Dienstagabend auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt auf Passanten geschossen und eingestochen. Fünf Menschen wurden getötet. Elf weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Hunderte Polizisten hatten nach der Tat nach dem flüchtigen Angreifer gefahndet. Am Donnerstag wurde Chekatt schließlich in Straßburg gestellt und von der Polizei erschossen.

Die Ermittlungen zu der Tat dauern an. Ein Verdächtiger aus dem Umfeld des Attentäters wurde gestern weiter von Anti-Terror-Ermittlern befragt. Die übrigen sechs Festgenommenen wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Chekatts Eltern und zwei seiner Brüder waren am Samstag freigekommen, zwei weitere Verdächtige wurden gestern entlassen.

Unklar ist weiter, ob der Angreifer Komplizen hatte und ob die Tat islamistisch motiviert war. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte den Anschlag kurz nach dem Tod Chekatts für sich reklamiert. Innenminister Christophe Castaner äußerte in einer ersten Reaktion jedoch erhebliche Zweifel an dem Bekenntnis.

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