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Aus für die After-Work-Renntage in Iffezheim?
Aus für die After-Work-Renntage in Iffezheim?
21.12.2018 - 00:00 Uhr
Von Florian Krekel

Iffezheim - Der französische Wettanbieter Pari Mutuel Urbain (PMU) hat für das kommende Jahr eine neue Strategie für die von ihm gestützten Galopprenntage in Deutschland beschlossen. Das hat gravierende Folgen für die Rennen in Deutschland, allen voran auch für das Frühjahrsmeeting und die Große Woche in Iffezheim. Denn die dort vor einigen Jahren etablierten After-Work-Renntage stehen auf der Kippe. Faktisch bestimmt PMU nämlich im deutschen Galopprennsport maßgeblich mit, etwa wann die Rennen gelaufen werden. Denn die deutschen Veranstalter sind auf die Einnahmen aus dem französischen Wettgeschäft angewiesen.

Das zeigt schon das Beispiel eines After-Work-Renntages bei der Großen Woche im vergangenen Jahr. An einem sportlich eher unspektakulären Galopptag (Mittwoch) setzte PMU in seinen knapp 13 000 Wettannahmestellen mit der Übertragung aus Iffezheim 2,1 Millionen Euro um. Für die Deutschen noch viel wichtiger: Von diesem Obolus kassierte der deutsche Wettanbieter German Tote (dessen Mehrheitsgesellschafterin PMU ist) 63 000 Euro, die dieser über die Preisgelder in den deutschen Rennsport zurückfließen lässt, wie dessen Geschäftsführer Riko Luiking damals im BT-Gespräch vorrechnete. Zum Vergleich: Die Wettannahmestellen auf der Rennbahn in Iffezheim setzten am selben Tag trotz guten Besuchs und Live-Spektakel gerade einmal 280 000 Euro um.

Doch die Wochenrenntage will PMU jetzt größtenteils nicht mehr im Programm haben, dabei waren sie einstmals in Iffezheim extra für die Franzosen eingeführt worden. Die Folgen fasst Baden-Racing-Geschäftsführerin Jutta Hofmeister in einer Pressemitteilung mit den folgenden Worten zusammen: "Die neue PMU-Strategie bedeutet für uns, dass wir diese Renntage auf den Prüfstand stellen müssen. Wir untersuchen jetzt, wie wir einen möglichen Ausfall dieser Tage beispielsweise durch ein zusätzliches Renn-Wochenende kompensieren können." Denn für die After-Work-Renntage sieht es düster aus, wie der beim Galopp-Dachverband DVR zuständige Koordinator für die Renntage in Deutschland, Rüdiger Schmanns, in der gleichen Mitteilung betont: "Leider hat die PMU uns nur sehr wenige akzeptable After- Work-Termine im Sommer angeboten, so dass auch keine Wochentagstermine für die Meetings in Baden-Baden vorhanden sind." Fakt ist zudem: Die Iffezheimer Renntage unter der Woche - allen voran der Mittwoch - sind ohne PMU nicht finanzierbar.

Auswirkungen hat die PMU-Strategie aber nicht nur in Iffezheim, wie BT-Galoppsportexperte Klaus Göntzsche zu berichten weiß: Er prognostiziert bereits jetzt für die heutigen Rennen auf der Dortmunder Galopprennbahn ein Trauerspiel, denn nur wenige Kilometer entfernt bestreitet der Fußballverein Borussia Dortmund ein wichtiges Heimspiel. "Ursache der fatalen Terminüberschneidung ist der Vertrag des deutschen Galopprennsports mit dem französischen Mehrheitspartner PMU. Die deutschen Vereine füllen die Lücken des französischen Programms. Ohne diese Partnerschaft gäbe es keine Rennen in Neuss und Dortmund", so Göntzsche.

Immerhin eins bleibt: Die Kerndaten der Iffezheimer Meetings werden nicht verschoben. Das Frühjahrsmeeting ist weiterhin Ende Mai, die Große Woche beginnt wie immer Ende August. Es wird allerdings wohl der Fall sein, dass die Renntage am Wochenende früher beginnen, da PMU maximal fünf Rennen am Samstag oder Sonntag, die ab 11 Uhr beginnen sollen, in sein Programm einbinden will.

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