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Gesetzliche besser als Private?
Gesetzliche besser als Private?
29.12.2018 - 00:00 Uhr
Berlin (dpa) - Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist nach Ansicht der Grünen viel besser als ihr Ruf. Ihre Gesundheitsexpertin Maria Klein-Schmeink sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter Bezug auf eine neue Studie, die Leistungen privater und gesetzlicher Krankenkassen verglich: "Die wiederkehrende Behauptung, die gesetzliche Krankenversicherung sei nur zweitklassig, wird mit dieser Untersuchung klar widerlegt."

Die Studie des Instituts Premium Circle im Auftrag der Grünen-Fraktion im Bundestag kommt laut RND zu dem Ergebnis, dass private Krankenversicherungen (PKV) selbst in teuren Premium-Tarifen durchweg weniger Leistungen böten als gesetzliche Kassen. Danach wird bei den Top-Tarifen der privaten Versicherer im Schnitt mehr als ein Viertel (27 Prozent) der als unverzichtbar definierten Mindestanforderungen nicht erfüllt. Bei der GKV seien es nur 3,0 Prozent.

Allerdings räumen die Autoren der Kurzstudie selbst ein, "eine präzise vergleichende Bewertung" der beiden Versicherungsmodelle sei angesichts unterschiedlicher Einflussfaktoren "analytisch nicht möglich". Weiter heißt es: "Wir weisen daher explizit darauf hin, dass in der vorliegenden Kurzstudie bei der Bewertung einiger Leistungskriterien abgewogen werden musste, ob die jeweiligen Leistungen der GKV in ihrem Umfang in etwa mit denen der PKV vergleichbar sind."

Für die Studie definierte Premium Circle gleichwohl 103 Mindestkriterien, 100 davon seien Bestandteil des Leistungskatalogs der GKV. Zusätzlich aufgenommen wurden unter anderem höhere Leistungen beim Zahnersatz und eine Kostenübernahme bei Brillen ohne Altersbeschränkung, was nach Ansicht der Studien-Autoren zu einer umfassenden Krankenversicherung gehören sollte.

Große Lücken im Vergleich zur GKV gebe es bei den Privattarifen insbesondere bei Kuren und der Rehabilitation. Schlechtere Bedingungen bestünden häufig auch bei der Palliativversorgung, der häusliche Krankenpflege, der Psychotherapie sowie bei Impfungen.

Der Sprecher des PKV-Verbandes Stefan Reker kritisierte: "Die Grünen-Bundestagsfraktion fordert zwischen den Jahren mal wieder die Einführung einer Bürgerversicherung." Und zwar auf der Basis einer Studie des Versicherungsmaklers Premium Circle Deutschland, der private Krankenversicherungen vermittele, nun aber zu dem Schluss gelange, diese hätten gravierende Leistungslücken. Eindeutige Leistungsvorteile der PKV seien offensichtlich nicht auf der Checkliste der Grünen-Gutachter gestanden.

Die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, erklärte, es sei "keineswegs überraschend, dass die gesetzliche Krankenversicherung in der Untersuchung vor allem mit Standardleistungen einer qualitativ guten Versorgung wie Rehabilitation, Vorsorge-Maßnahmen, Psychotherapie oder häuslicher Krankenpflege punktet". In der GKV würden 90 Prozent der Bevölkerung "ohne Ansehen des Einkommens oder den Ausschluss von Vorerkrankungen versorgt".

Grüne, SPD und Linke streben seit langem und in unterschiedlicher Ausprägung eine einheitliche Bürgerversicherung an, die wohl das Aus für die PKV in der heutigen Form bedeuten würde. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte gestern, ihrem Haus sei die Studie nicht bekannt.

Sie hob aber hervor, dass es sich grundsätzlich um zwei unterschiedliche Systeme handle. Grundsätzlich stehe die Bundesregierung zum dualen Krankenversicherungssystem.

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