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Reise durch Opern und Operetten
02.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Sabine Rahner

"Zu Silvester bleibt der Sekt im Keller und man gibt Champagner aus" - das ist die Parole, die das Festspielhaus-Programmheft zur letzten Gala des Jahres ausgibt. Tatsächlich dauert es einige Zeit, bis prickelnde Champagnerlaune auf das Publikum im sehr gut besetzten Haus übergreift. Erst durch die unverwüstlichen Evergreens von Franz Lehár und Johann Strauss kann die Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern unter der Gastdirigentin Oksana Lyniv die Zuhörer wirklich packen. Zuvor haben Sopranistin Kristine Opolais und Tenor Pavel Cernoch eine nicht uninteressante Reise durch Werke von Dvorak, Arrigo Boito, Giacomo Puccini und Giuseppe Verdi unternommen. Auch Friedrich von Flotows Schmachtarie "Ach, so fromm" aus der Oper "Martha" war dabei.

Einen Auftakt mit Baden-Baden-Bezug bildet die eher selten gespielte Ouvertüre zur Oper "Béatrice et Bénédict" von Hector Berlioz. Mit diesem Werk hat der französische Meister am 9. August 1862 das neugebaute Theater am Goetheplatz eröffnet, es war gleichzeitig die Uraufführung. In die slawische Musikwelt geht es mit Szenen aus Dvoraks "Rusalka", einer Märchenoper um eine Wassernixe, deren "Lied an den Mond" Dauerbrenner bei Gala-Abenden ist. Die lyrische Qualität dieser Arie kann Kristine Opolais in ihrem ersten Auftritt nur bedingt herausarbeiten. Die prominente lettische Sängerin, die 2017 hier bei den Osterfestspielen als "Tosca" debütiert hat, verfügt über eine enorme Bühnenpräsenz und vielfältige dramatische Gestaltungsmöglichkeiten, doch will sie bei diesem Konzert häufig des Guten zuviel. Der forcierten Stimme mangelt es dadurch an geschmeidiger Biegsamkeit und wandelbaren Farben.

Mit Pavel Cernoch steht ihr ein Tenor zur Seite, dessen Name noch nicht so bekannt ist, der aber in seinem Lebenslauf schon alle großen Opernhäuser als Wirkungsstätten nennt. Cernoch hat eine schön timbrierte, warme Tenorstimme, die am Silvesterabend etwas eng und belegt bleibt und das Festspielhaus nicht immer durchdringt. In den großen Duetten mit der temperamentvollen Kristine Opolais ist der tschechische Sänger in einigen der wichtigsten Partien seines Fachs zu erleben, etwa mit Szenen aus Puccinis "La Boheme" oder Verdis "La Traviata". Einen der größten Tenorhits - "Granada" von Agustin Lara - überlässt Cernoch erstaunlicherweise seiner Partnerin in einer Sopranfassung.

Die Radiophilharmonie streut Emil Waldteufels "Schlittschuhläufer"-Walzer ins Programm ein, pfeffert drei pointierte Stücke aus Prokofjews "Liebe zu den drei Orangen" dazu. Bei der "Fledermaus"-Ouvertüre hätte man sich etwas weniger Tempo und mehr Präzision gewünscht, so brachte die Dirigentin das edle Stück um seine raffinierte Eleganz. Mit Lehárs "Dein ist mein ganzes Herz" schließlich wird der modebewusste Tenor mit den roten Smoking-Socken herzlich gefeiert, das Duett "Lippen schweigen" mit Kristina Opolais bildet den Auftakt zu den Zugaben. Bei der Strauss-Polka "Unter Donner und Blitz" gibt es kein Halten mehr, durch rhythmisches Klatschen verstärkt das Publikum die ohnehin beachtliche Schlagzeug-Truppe.

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