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Keine Nachsicht für Drogenhändler
03.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Dieter Giese

Baden-Baden - Mit einem milden Urteil hatten die beiden Angeklagten im Drogenprozess vor dem Badener-Badener Landgericht nicht wirklich rechnen können. Immerhin hatten sie unter anderem fast ein Kilogramm Kokain in Amsterdam gekauft und über Luxemburg und Frankreich nach Deutschland geschmuggelt, um es dort an den Mann zu bringen. Das Landgericht unter Vorsitz von Richter Wolfgang Fischer verurteilte gestern einen 64-jährigen im Elsass wohnenden Deutschen, der als Initiator des Geschäfts ausgemacht wurde, zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und neun Monaten. Sein Komplize, ein 53-jähriger Elektriker aus dem Raum Stuttgart, muss für fünf Jahre hinter Gitter.

Das Gericht blieb mit dem Strafmaß allerdings noch unter den Forderungen von Oberstaatsanwalt Michael Klose, der wegen des Erwerbs und des Besitzes von und des Handelns mit Betäubungsmitteln in gut einem Dutzend Fällen Haftstrafen von sechs Jahren und zehn Monaten sowie fünf Jahren und sechs Monaten gefordert hatte.

Geschnappt worden war das einschlägig vorbestrafte Duo, dem unter anderem auch Besitz und Handel von rund 700 Gramm Marihuana und Haschisch angelastet werden, am 11. April 2018 in Heilbronn. Auf die Spur gekommen war die Polizei den beiden nach einem geplatzten Drogendeal in Spanien, bei dem 24 Kilogramm Marihuana beschlagnahmt werden konnten. Ermittlungen führten die französische Polizei unter anderem zu einer im Elsass wohnenden Gruppe von deutschen Staatsangehörigen, zu denen auch der 64-Jährige zählte, der bereits mehrfach und auch einschlägig verurteilt worden war. Der Mann soll seinen Lebensunterhalt mit Drogengeschäften im "kleinen Grenzverkehr" über die Rheinbrücke Wintersdorf bestritten haben. Sein Telefon wurde im Zuge der Ermittlungen abgehört, und so konnten die französischen Ermittler die deutschen Kollegen über einen bevorstehenden Drogendeal informieren.

Während der Ältere den Ermittlungsergebnissen nach wohl der Drahtzieher der Drogengeschäfte war, fungierte der Jüngere als Fahrer, aber auch als Geldbeschaffer vor dem Kauf der Ware in Amsterdam: Einen Teil der benötigten 25 000 Euro steuerte er selbst bei; eine größere Summe für das Geschäft machte er bei einem Steuerberater locker.

Bei der Festnahme in Heilbronn hatten die beiden nicht nur kräftig von der neuerworbenen Ware gekostet, zumindest der Fahrer hatte auch reichlich Cannabis konsumiert. Er darf aufgrund seiner attestierten Drogenabhängigkeit und einer günstigen Sozialprognose und trotz seiner Vorstrafen im Rahmen des Strafvollzugs eine Entziehungskur absolvieren.

So viel Nachsicht gab es für den Älteren trotz dessen gesundheitlicher Einschränkungen - er hatte vor wenigen Jahren einen Schlaganfall erlitten - nicht mehr, er hat einfach zu viel auf dem Kerbholz: Der 64-Jährige, der einst auch im Rotlichtmilieu "erfolgreich" war, hatte schon in den Ne unzigerjahren auf eine lange Strecke von Gefängnisaufenthalten zurückblicken können. Und trotz der körperlichen Einschränkungen, die er als Strafmilderungsgrund anführte, scheint er es immer wieder ordentlich krachen lassen zu haben - zuletzt auch auf der Schmuggelfahrt von Amsterdam nach Heilbronn.

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