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10.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Florian Krekel

Hügelsheim - Als Alternative zum vom Kreistag favorisierten, direkten Autobahnanschluss des Baden-Airparks an die A5 durch den Schiftunger Bruch hat der Naturschutzbund NABU bekanntlich eine Ortsumfahrung von Hügelsheim vorgeschlagen. Diese Variante wird nun auch vom Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) geprüft. Doch Hügelsheims Bürgermeister Reiner Dehmelt (CDU) kann dem überhaupt nichts abgewinnen. Er befürchtet eine Teilung des Ortes und sieht das städtebauliche Entwicklungspotenzial der Gemeinde gefährdet.

Denn die vermeintliche Ortsumfahrung sei in Wirklichkeit keine, sagt Dehmelt. "45 Prozent unserer Bevölkerung leben in der Hardtwald- und Hochfeldsiedlung, wo sich auch Schulen, Kindergärten und wichtige Sportstätten befinden. Diese werden mit der Variante des NABU dauerhaft vom Hauptort abgetrennt", untermauert der Rathauschef seine Ausführungen im BT-Gespräch. Auch die vom NABU geplante Galerie- und Trogbauweise, die einen einseitigen Lärmschutz oder eine Versenkung der Straße in die Erde ohne Deckel vorsieht, sowie eine Tunnelführung im Bereich des Bruchwegs (siehe Grafik) ändere daran nichts. Die Trasse führe so oder so durch die einzige städtebauliche Entwicklungsfläche, die die Gemeinde noch zur Verfügung habe und würde somit auch zukünftige Anrainer durch auszuleitende Abgase belasten. Im Westen und Nordwesten sei der Gestadebruch eine natürliche Grenze, hinzu komme die sogenannte Lärmzigarre - die zigarrenförmige Ausbreitung des Fluglärms aus der Einflugschneise des Flughafens. Und der Airpark selbst bilde eine Grenze, zählt Dehmelt auf.

Insofern sei die Ausbreitung Hügelsheims gen Südosten in Richtung der ehemaligen kanadischen Siedlung, heute Hardtwald und Hochfeld, das einzige größere Entwicklungspotenzial - auch dadurch bedingt, weil einige Flächen am Rande der Gemeinde mit PFC belastet seien und somit vorerst nicht bebaubar. Das Entwicklungskonzept des Spargeldorfes, das unter anderem mithilfe einer Bürgerbeteiligung erarbeitet wurde, sieht deshalb vor, die Ortsmitte und die angesprochenen Siedlungen durch den Bau von Parks, Sportanlagen und Spielstätten - eventuell sogar einer neuen Sporthalle - zusammenwachsen zu lassen. "Das ginge aber nur, wenn die Umgehungsstraße komplett im Tunnel verlaufen würde - auch im Hinblick auf das Anlegen von Neubaugebieten und die Belastung der Menschen. Doch das wäre viel zu teuer", sagt Dehmelt.

Schon jetzt rechnet das Landratsamt damit, dass die NABU-Variante bei teilweiser Untertunnelung mit allen nötigen anhängigen Maßnahmen knapp doppelt so teuer wäre (50 Millionen Euro) wie ein direkter Autobahnanschluss (24 Millionen). Zahlen, die der NABU und die Bürgerinitiativen allerdings anzweifeln, da das so verlässlich nicht zu errechnen sei. Ohnehin hält Martin Klatt vom NABU die Argumente, man zerschneide Hügelsheim, für abwegig. "Das ist eine Frage der Ausgestaltung und eine durchgehende Verbindung ist durch die teilweise Untertunnelung der Umgehung gewährleistet." Das eine widerspreche dem anderen nicht, außerdem brauche man Freiflächen auch innerhalb des Ortes, um eine Durchlüftung zu gewährleisten.

Dehmelt hingegen sieht noch einen Vorteil der A5-Anbindung. Es gebe viel Verkehr zwischen dem Baden-Airpark und dem Raum Rastatt. Durch einen direkten Anschluss des Airparks an die A5 könne man diesen auf die Autobahn verlegen und so nicht nur Hügelsheim entlasten.

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