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Zenkner spricht von einem "Jahr der Chancen"
Zenkner spricht von einem 'Jahr der Chancen'
23.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Volz

Rastatt/Baden-Baden - Ein Höchststand an Beschäftigung und ein Tiefststand der Arbeitslosigkeit: 2018 hätte für die Agentur für Arbeit Karlsruhe - Rastatt kaum besser laufen können. Eigentlich ein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen. Doch Ingo Zenkner, Vorsitzender der Geschäftsführung, ist davon weit entfernt.



Die großen Aufgaben für die nahe Zukunft lauten: Beratung und Qualifizierung. Beratung für Arbeitssuchende und Arbeitgeber, Qualifizierung für Menschen, die bereits in einem Arbeitsverhältnis stehen. Gerade erst hat der Gesetzgeber mit dem Qualifizierungschancengesetz sowie dem Teilhabechancengesetz die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Arbeitsagenturen bundesweit neue Schwerpunkte setzen können. Zenkner bezeichnet 2019 daher als das "Jahr der Chancen".

Die Arbeitsagentur will die sich verändernde Arbeitswelt im Zuge der Digitalisierung mit den ihr zur Verfügung stehenden Instrumenten aktiv begleiten, sagt Zenkner. Und das sind eine ganze Menge. Beim Teilhabechancengesetz etwa liegt der Fokus auf Langzeitarbeitslosen. Zwar gab es hier in der Vergangenheit aufgrund des boomenden Arbeitsmarkts bereits messbare Vermittlungserfolge, aber "es können durchaus noch mehr Betroffene an den ersten Arbeitsmarkt herangeführt werden", sagt Zenkner. Die Agentur fördert beispielsweise Arbeitgeber, die Langzeitarbeitslosen hierfür eine Chance geben.

Mit Blick auf das neue Qualifizierungschancengesetz steht die Arbeitsagentur künftig gezielt jenen Beschäftigten mit Qualifizierungsmaßnahmen zur Seite, die in ihren Betrieben vom digitalen Wandel betroffen sind. "Viele Arbeitsplätze werden wegfallen, parallel dazu entstehen neue. Wir wollen die Menschen darauf vorbereiten und sie mitnehmen zu diesen neuen Arbeitsplätzen", sagt Zenkner. Die Arbeit für die Berater der Agentur werde dadurch ein Stück weit individueller.

Gleichzeitig bleiben die originären Aufgaben im Blickfeld. Im Bereich der Arbeitsagentur sind immer noch 9 000 offene Stellen zu besetzen, wie Zenkner gestern bei der Vorlage der Bilanz 2018 sagte. Stefan Faust, der als Bereichsleiter zuständig ist für die Geschäftsstellen Rastatt, Baden-Baden, Gaggenau und Bühl, freut sich zwar über eine steigende Zahl von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Mittelbaden - zurzeit rund 124 000 -, verweist aber auf die anhaltende Nachfrage nach Mitarbeitern in der Lager- und Logistikbranche, in der Hotellerie und Gastronomie sowie im Bauwesen.

Um diese Löcher zu stopfen, gehen Arbeitgeber und Arbeitsagentur seit geraumer Zeit einen gemeinsamen Weg - und der führt ins Elsass. Mit speziellen Veranstaltungen sollen dort Arbeitssuchende angeworben werden. "Momentan haben wir in der Region täglich etwa 7 000 Pendler aus Frankreich", berichtet Stefan Faust.

Ende 2018 lag die Arbeitslosenquote im Gesamtbezirk der Arbeitsagentur bei 3,3 Prozent. Seit 2014 (4,1 Prozent) geht sie kontinuierlich zurück. Im Jahresverlauf waren durchschnittlich etwa 19 000 Menschen ohne Job.

Dem gegenüber steht eine Zunahme der offenen Stellen von 5 300 im Jahr 2014 auf 9 250 im vergangenen Jahr. Erfreulich ist im selben Zeitraum die Entwicklung bei Langzeitarbeitslosen von 6 600 auf 4 700 sowie bei arbeitslosen Jugendlichen (bis 25 Jahre) von 2 100 auf 1 880.

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