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Eine Frau liegt gut im Rennen
Eine Frau liegt gut im Rennen
12.03.2019 - 06:20 Uhr
Von Brigitte J. Henkel-Waidhofer

Stuttgart - Namen für die Nachfolge wurden viele gehandelt, seit SWR-Intendant Peter Boudgoust seinen Abschied angekündigt hat: Manche weniger ernsthaft, wie Degeto-Chefin Christine Strobl oder die Berliner Bildschirm-Größen Tina Hassel und Bettina Schausten, andere mit seriösen Aussichten, darunter der Verwaltungschef des Senders, Jan Büttner, die Mainzer Landessenderdirektorin Simone Schelberg und eben die beiden, die jetzt auch offiziell nominiert sind. Die Arbeitsgruppe von Rundfunk- und Verwaltungsrat empfiehlt den zuständigen Gremien zur Auswahl Stefanie Schneider und Kai Gniffke.

Über die Boudgoust-Nachfolge "werden wir dann entscheiden, wenn es an der Zeit ist", ließ CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart im Dezember mitteilen. Ganz so, als seien alle Diskussionen über die wünschenswerte Staats- und Parteienferne weitgehend spurlos an ihm vorüber gegangen. Tatsächlich werden Rundfunk- und Verwaltungsrat am 22. März zusammentreten, "um über das Wahlverfahren für die SWR Intendantenwahl zu befinden", wie es heißt, und auch über das Datum. "Die Gremien wollen eine Frau", wagt ein Insider mit langjähriger Sendererfahrung eine Prognose zum Ausgang.

Eine Vorreiterrolle hätte die zweigrößte ARD-Anstalt damit allerdings schon lange nicht mehr. Vor zwölf Jahren wurde die inzwischen ausgeschiedene Monika Piel WDR-Intendantin. Erst seit wenigen Tagen steht Yvette Gerner, bisher Chefin vom Dienst in der Chefredaktion des ZDF, an der Spitze von Radio Bremen. Patricia Schlesinger, die in Stuttgart als Außenseiterin gehandelt wurde, führt den Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Karola Wille den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Eine Zeitenwende bricht im SWR dennoch an. Denn Boudgoust, der Jurist und Spitzenbeamte aus CDU-Zeiten, bekommt - wenn die Wahl tatsächlich zwischen den beiden Vorgeschlagenen getroffen wird - auf jeden Fall einen Nachfolger mit journalistischer Erfahrung.

Vom grünen Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist bekannt, dass er in solchen Personalfragen keinerlei Strippen ziehen mag. Seiner rheinland-pfälzischen Kollegin Malu Dreyer (SPD) wird dagegen ein "offensives Interesse" nachgesagt, vor allem an einer Frau. Unterstützer und die Freundeskreise, in denen sich Gremienmitglieder je nach politischer Ausrichtung organisieren, sind längst aktiv. Wählen müssen die Rundfunk- und Verwaltungsräte nach einem ausgetüftelten System, das dem SWR als der Zwei-Länder-Anstalt gerecht werden will. Wolfgang Reinhart zählt übrigens nicht dazu, dafür aber - aus Baden-Baden - die Landtagsabgeordneten Bea Böhlen (Grüne) und Tobias Wald (CDU).

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