https://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Ein Rahmenpapier, das vor Ort
Ein Rahmenpapier, das vor Ort
08.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Hans-Peter Hegmann

Baiersbronn - Der Appell war nicht zu überhören: "Liebe Wanderfreundinnen und Wanderfreunde, kommen Sie unbedingt am 6. April zur Mitgliederversammlung nach Baiersbronn - denn dort reden wir über die dringend nötige Reform unseres Schwarzwaldvereins".





Über 500 Mitglieder waren dem ungewöhnlichen Aufruf gefolgt, um die Ergebnisse eines seit drei Jahren in mehreren Stufen stattgefundenen Beteiligungsprozesses zur Zukunft des zweitgrößten Wandervereins Deutschlands zu hören und darüber zu diskutieren. Ein bisher einmaliger Prozess in der 150-jährigen Geschichte des zweitgrößten Wandervereins Deutschlands.

Bedingt durch teilweise stark rückläufige Mitgliederzahlen in einigen Ortsgruppen und gleichzeitig gestiegene Ansprüche an den Umfang der Vertretung durch die Verbandsspitze in den politischen Gremien sowie die Vorleistungen für die Bezirke, war vor drei Jahren der Zukunftsprozess Schwarzwaldverein 2030 angestoßen worden.

Die umfangreichsten Änderungen wurden dabei in den Bereichen neues Leitbild und neue Satzung entwickelt. Mit dem neuen Leitbild formuliert der Schwarzwaldverein zeitgemäß sein Selbstverständnis als Verein und sein Verständnis der Aufgaben als wichtiger Handlungsträger in der Natur- und Kulturlandschaft des Schwarzwalds, sowie in der Gesellschaft. Kern des Satzungsentwurfes ist ein verkleinerter Vorstand und ein neues Mitgliedschaftsmodell.

In der Versammlung sollten weder Abstimmungen noch Beschlüsse gefasst werden. Vielmehr sollte ein Stimmungsbild zustande kommen, ob mit den getroffenen Vorbereitungen bei der im Juni in Konstanz stattfindenden Hauptversammlung mit einer Zustimmung der Delegierten aus den Ortsvereinen gerechnet werden kann, oder eventuell noch Änderungen erforderlich werden.

In seiner leidenschaftlichen Begrüßungsrede forderte Präsident Georg Keller, der im Juni nicht mehr kandidieren wird, die Mitglieder auf, den Vorschlägen zu folgen. Sie seien das Ergebnis eines langwierigen demokratischen Prozesses und würden damit die Mehrheitsverhältnisse im Schwarzwaldverein repräsentieren.

In der Fragerunde kamen zum Entwurf des Leitbildes hauptsächlich vermeintliche Mängel im Bereich Naturschutz- und Nachhaltigkeit sowie das Verständnis über den Gemeinschaftsbegriff zum Tragen. Dankbar aufgenommen wurde der Hinweis, dass das Leitbild nur in der männlichen Form geschrieben sei. Dabei werde keine Genderisierung der Sprache gewünscht, sondern es soll nur die Bedeutung der umfangreichen Arbeit von Frauen im Schwarzwaldverein berücksichtigt werden. Vizepräsident Werner Hillman reagierte mit Hinweisen auf die bestehende Beachtung dieser Punkte im Entwurf. Dabei bat er zu berücksichtigen, dass das Papier nur den groben Rahmen vorgebe und die sich daraus bietenden Möglichkeiten vor Ort mit Leben gefüllt werden müssten.

Eine "Probeabstimmung" mit drei Antwortmöglichkeiten sollte die ersten Hinweise geben. Dabei erhielt die Definition "Es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung" eine deutliche Mehrheit. Dieser Meinung waren auch die anwesenden Mitglieder aus den Ortsgruppen Gaggenau, Gernsbach und Forbach.

Zum Thema Satzungsänderungen hatten mehrere Teilnehmer in einer Diskussionsrunde Gelegenheit, ihre Sichtweisen zu den Satzungsänderungen darzulegen. Dabei gab es vielfältige Stimmen, von der Meinung, dass die Mitglieder dann keine Stimme mehr hätten, bis zu einer besseren Zusammenarbeit wegen der neu hinzukommenden Fachbereiche. Hier werden letztendlich die Delegierten im Juni mit ihrer Entscheidung das letzte Wort haben.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Rastatt
Turbulente Gründungsjahre bei den Naturfreunden

05.03.2019
Turbulente Gründungsjahre
Rastatt (red) - Vor 100 Jahren wurden die Naturfreunde Rastatt aus der Taufe gehoben, Alte Protokolle geben Aufschluss über den schwierigen Start in der Weimarer Republik, ein bewegtes Vereinsleben in den Gründungsjahren und über Vereinsaktivitäten Anfang der 30er-Jahre (Foto: pr ). »-Mehr
Umfrage

17 Milliarden Lämpchen erstrahlen laut einer aktuellen Umfrage in der Advents- und Weihnachtszeit in deutschen Haushalten. Schmücken auch Sie ihr Heim mit Lichterketten?

Ja, ein wenig.
Ja, üppig.
Nein.

https://www.caravanlive.de/
Wetter in Mittelbaden


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1