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Turkish Airlines kehrt wohl nicht zurück
Turkish Airlines kehrt wohl nicht zurück
13.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Volz

Rheinmünster - Das war ein kurzes Gastspiel: Die im Juli 2015 mit viel Brimborium und noch mehr Vorschusslorbeeren empfangene Turkish Airlines wird wohl nicht an den Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (FKB) zurückkehren. Schon im Winterflugplan 2016/17 hatte sich die teilstaatliche Fluggesellschaft vom FKB zurückgezogen. Jetzt macht sich Airpark-Chef Manfred Jung wenig Hoffnung auf ein Comeback: "Die Vorzeichen sind nicht besonders", sagt Jung.

Über die Gründe wollte er bei der gestrigen Jahrespressekonferenz des Airparks nicht spekulieren. Jedenfalls fehlen nun in der Statistik rund 22 000 Passagiere, die mit Turkish Airlines geflogen waren. Zudem verliert der FKB mit dem Anschluss von Istanbul sein einziges internationales Drehkreuz. Wer aus der Region Ziele etwa in Übersee ansteuern will, muss nach Frankfurt oder Stuttgart ausweichen.



Den Verlust von Turkish Airlines hofft Jung mit dem neuen Sommerflugplan ab Mai durch neue Anbieter und zusätzliche Strecken kompensieren zu können. Seine Jahresprognose von 1,25 Millionen Passagieren liegt daher auf Vorjahresniveau. 2018 zählte der Airport 1257 585 Gäste (plus 0,7 Prozent) sowie 38 503 Flugbewegungen (plus 1,1 Prozent). Und auch der regionale Frachtverkehr nahm auf 1 378 Tonnen (plus 2,3 Prozent) zu.



Die Turbulenzen um Insolvenzen vor allen von kleinen Airlines trafen den FKB 2018 zwar nicht direkt, weil keiner der Pleiteflieger den FKB bediente, dennoch spürt Geschäftsführer Jung die Auswirkungen. Der Kampf um die durch die Insolvenzen frei gewordenen sogenannten Slots (Zeitfenster für Starts- und Landungen) an anderen Flughäfen hat dazu geführt, dass beispielsweise Wizz Air seine Budapest-Verbindung von einem Tag auf den anderen nach Berlin Schönefeld verlegte.



Angesichts eines weiterhin starken Wachstums im Luftverkehr sieht der Geschäftsführer durchaus Chancen gerade für kleinere Regionalflughäfen. "Es gibt Kapazitätsgrenzen an den großen Flughäfen und ein Ausbau der Infrastruktur ist dort kaum noch möglich". An den kleineren Standorten sei dies nicht der Fall, weshalb es durchaus zu Verlagerungen kommen könnte. Und auch die Entwicklung umweltfreundlicher Antriebstechniken schaffe neue Möglichkeiten für Flugzeuge mit geringerer Sitzplatzzahl, was wiederum den Regionalflughäfen zugute kommen könnte.



Dem gegenüber stünden allerdings Benachteiligungen deutscher Flughäfen im internationalen Vergleich durch einseitige Flugsicherungskosten in Deutschland sowie - speziell im Fall des Baden-Airports - zusätzliche Belastungen durch die deutsche Luftverkehrssteuer von 7,50 Euro pro Passagier, die es beispielsweise am benachbarten französischen Flughafen Straßburg-Entzheim nicht gebe, so Jung.



Zum Sommerflugplan steuern verschiedene Fluggesellschaften erneut bekannte Ferienziele wie etwa Mallorca an. Hinzu kommen zahlreiche weitere Destinationen im Süden. Auch Eurowings ist wieder am Start. Das Sorgenkind aus dem vergangenen Jahr biete inzwischen wieder mehr Zuverlässigkeit und marktgerechte Preise, sagte Jung, so dass die Auslastung etwa der Flüge nach Berlin deutlich zugenommen habe.



Andere Fluggesellschaften erhöhen zum Teil deutlich die Frequenzen zu beliebten Zielen oder haben neue Strecken im Angebot - beispielsweise Wizz Air nach Sibiu und Timisoara (beide Rumänien). Zudem stationiert der Ferienflieger Tuifly für Hurghada (Ägypten) und Kos (Griechenland) ab 24. Mai einen Airbus 319 fest am FKB. Einziger Wermutstropfen: Ryanair stellt die Flüge nach Warschau wegen zu geringer Nachfrage ein.



Die wirtschaftliche Seite der Baden-Airpark GmbH erreichte 2018 nicht ganz die Zahlen aus dem Jahr davor. Die Erlöse lagen den Angaben zufolge bei 22,318 Millionen Euro (2017: 22,858 Mio), die Aufwendungen (insbesondere für die Infrastruktur) stiegen auf 19,922 Millionen Euro (2017: 19,187 Mio). Das Betriebsergebnis war mit 2,396 Millionen Euro (2017: 3,671 Mio.) erneut positiv. Der Airpark samt Flughafen kann sich somit aus eigener Kraft finanzieren. Unterm Strich stand allerdings aufgrund der nach wie vor hohen Abschreibungen von nahezu 7,5 Millionen Euro ein Jahresergebnis von minus 4,928 Millionen Euro.

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