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Landwirtschaft 4.0
04.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Jürgen Volz

Rheinmünster - Der Anspruch an die Landwirtschaft ist hoch: Sie benötigt für die optimale Ernte eine nachhaltige Pflanzenernährung - und das bei minimalen Emissionen in Böden und Gewässer. Professionelle Landwirte investieren mehr und mehr in Ökonomie und gleichermaßen in Ökologie zur Schonung der Umwelt. Doch die althergebrachten Muster reichen dafür nicht mehr aus. Es bedarf der Unterstützung durch moderne Techniken, etwa in der umweltrelevanten Präzisionsdüngung.

Die Firma Rauch Landmaschinen bietet mit ihren Streumaschinen solche Techniken an. Das in fünfter Generation familiengeführte Unternehmen hat eine rasante Entwicklung hinter sich - und wächst weiter. Das Geschäftsjahr 2017/18 schloss Rauch mit einem Umsatz von 75,6 Millionen Euro ab - 18 Prozent mehr als im Geschäftsjahr davor. Die Verwaltung befindet sich am Stammsitz in Sinzheim, produziert wird am Baden-Airpark. Momentan beschäftigt das Unternehmen knapp 400 Mitarbeiter.

Rauch macht sich schon länger die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung zunutze. Nicht nur bei der Entwicklung und Herstellung modernster Maschinen für die Landwirtschaft. Auch beim effizienten Einsatz von Nährstoffen unterstützt das Unternehmen seine Kunden mit dem Ziel, die Umwelt zu schonen, etwa mit einem reduzierten Düngeraustrag oder minimierten Emissionen in die Atmosphäre - ein durchaus heikles Thema für die Landwirtschaft.

Investition in



die Zukunft

Als einen Meilenstein sieht das Unternehmen die Fertigstellung von Europas modernster und längster Düngerstreuer-Testhalle. Am Baden-Airpark wird die 2,5 Millionen Euro schwere Investition in die Landwirtschaft 4.0 gerade fertiggestellt. Das Gebäude ist 63 Meter lang und 18,5 Meter breit. Auf insgesamt 1 235 Quadratmetern Fläche lassen sich anhand digitaler Test- und Analysetechnologien mannigfaltige Streuversuche durchführen. Ziel ist unter anderem, den Landwirten Maschinen zur Verfügung zu stellen, die zentimetergenau den Dünger auf der Ackerfläche verteilen. Das ist etwa dann wichtig, wenn der Dünger nicht in einem querenden Bach oder auf einer angrenzenden Nachbarfläche landen darf.

Projektleiter Hubert Deibel ist stolz auf die Testanlage, die innerhalb von sieben Monaten realisiert werden konnte. Das Gebäude wird mittels einer Luftwärmepumpe beheizt und die verbrauchte Abluft wieder zurückgeführt. Ein Feinstaubfilter sorgt für eine bessere Luftqualität und sieben Klimageräte halten die Temperatur das ganze Jahr über gleichbleibend zwischen 20 und 25 Grad. Auch die Luftfeuchtigkeit darf 55 Prozent nicht übersteigen. "Das ist wichtig, um vergleichbare Messergeb nisse zu erzielen", sagt Deibel.

Die komplette Anlage wird von einem Leitstand aus gesteuert. Der selbst konstruierte sogenannte "Hub-, Senk- und Rotationsmanipulator" kann um 360 Grad geschwenkt werden. "In der aufgebauten Messreihe mit 88 vollautomatischen Wiegezellen lässt sich die Verteilung des Düngers exakt erfassen", sagt Deibel. Leistungsstarke Rechner wandeln die Messergebnisse in dreidimensionale Streubilder um: in der Quer-, Längs- und Mengenverteilung und bis zu einer Breite von 75 Metern.

Weltweit große



Vielfalt an Sorten

Im Analyseraum der Anlage können Korngröße, Dichte, Härte und Fließeigenschaften des jeweiligen Düngers umfassend untersucht werden. Pro Jahr werden etwa 250 Tonnen in der Halle ausgebracht und getestet. Weltweit sind einige tausend Sorten Dünger im Verkauf. Dabei den Überblick zu behalten, ist für den einzelnen Landwirt kaum möglich. Rauch selbst hat inzwischen 2 682 Sorten getestet - und kann auch hier den Landwirten mit Erfahrungswerten und aktuellen Messdaten helfen. Denn die dreidimensionalen Streubilder aus der Testhalle sind die Grundlage für komplexe Simulationen, die wiederum für das präzise automatisierte Düngerstreuen auf dem Feld notwendig sind. Landwirte können so ihre Maschinen jederzeit auf die örtlichen Gegebenheiten - etwa feuchte, trockene oder steinige Böden - einstellen. "Oder die Maschine tut das anhand der gewonnen Daten selbst", sagt Deibel.

Die verschärften Anforderungen der Düngemittelverordnung in Deutschland waren mit ein Grund für das Unternehmen, eine solche Anlage zu bauen. Zwar gab es bereits in der Vergangenheit entsprechende Testmöglichkeiten. Jetzt lassen sich jedoch die Anforderungen der professionellen Landwirtschaft nach mehr Effizienz und Ökologie in der bedarfsgerechten Pflanzenernährung komplett erfüllen. Das verschafft Rauch einen Wettbewerbsvorteil im hart umkämpften Markt für Landmaschinen. Gleichzeitig stärkt die Investition die Zukunftssicherheit des Werkes am Standort auf dem Baden-Airpark.

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