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Vom Korridor zur Trasse ist es noch ein weiter Weg
Vom Korridor zur Trasse ist es noch ein weiter Weg
14.05.2019 - 06:50 Uhr
Von Volker Neuwald

Karlsruhe - Die intensiven Vorarbeiten haben sich gelohnt: Mit einer aufwendig erstellten Machbarkeitsstudie hat der Regionalverband Mittlerer Oberrhein in den vergangenen eineinhalb Jahren untersuchen lassen, auf welchen Strecken das Potenzial für Radschnellwege vorhanden ist. Die jetzt vorliegende Studie überzeugte offenbar im Verkehrsministerium. In die engere Auswahl kommt nun nicht nur eine Trasse von Karlsruhe nach Ettlingen, sondern - überraschend - auch eine Trasse von Karlsruhe nach Rastatt.

"Engere Auswahl" heißt in diesem Fall: Das Land würde die Kosten für die Radschnellverbindung übernehmen, es würde Träger der Baulast sein.

Bis 2025 sollen im Südwesten zehn Radschnellwege gebaut werden. Weit vorangeschritten ist die Verbindung zwischen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart. Der Landkreis Böblingen baut mit Förderung des Landes den ersten Abschnitt, der Ende dieses Monats eröffnet werden soll.

Rund um Karlsruhe ist man noch lange nicht so weit, dämpft Gerd Hager die Euphorie. Als Direktor des Regionalverbands ist er mit der Materie bestens vertraut und war Anfang Mai in Stuttgart, als das Verkehrsministerium erstmals Ross und Reiter nannte. "Die erste Radschnellverbindung in der Region rückt ein Stück näher", war das Fazit. Von der Machbarkeitsstudie bis zum Planfeststellungsbeschluss und einem Baubeginn werde aber noch viel Zeit vergehen. Morgen beschäftigt sich der Planungsausschuss des Gremiums in Karlsruhe mit den neuen Informationen und dem weiteren Vorgehen.

Die Frage der exakten Trassenführung dürfte noch für einige kommunalpolitische Diskussionen sorgen. Denn in einem Pressetext des Verkehrsministeriums heißt es, dass auch ein "Korridor Karlsruhe - Ettlingen - Rastatt" denkbar sei. Das ist neu. Der Blick auf eine Karte der Region verdeutlicht, dass eine direkte Verbindungslinie von Ettlingen nach Rastatt an Malsch und Muggensturm vorbeiführen würde, zum Beispiel an der B3 oder in der Nähe der A5. Das würde die Gemeinde Muggensturm natürlich begrüßen, wie einer im April veröffentlichten Stellungnahme zur fertiggestellten Machbarkeitsstudie zu entnehmen war. Allerdings ist solch eine Trasse in der Studie nicht untersucht worden, weil die Nutzerfrequenz als zu niedrig angesehen wurde.

Gute Förderung für Kreise und Kommunen

In der Studie ausgearbeitet wurde eine Trasse, die vom Karlsruher "Rad-Ring" südwestlich über die immer noch wachsenden Siedlungsgebiete Rheinstetten, Durmersheim, Bietigheim und Ötigheim bis zum Rastatter Bahnhof führt und 21,5 Kilometer lang ist. Vor allem für den Teilabschnitt bis zum S-Bahn-Haltepunkt Durmersheim Nord sagen die Planer ein hohes Nutzungspotenzial voraus - mit den Zwischenzielen Messe Karlsruhe und den Rheinstettener Stadtteilen Mörsch und Forchheim. Die Route orientiert sich an der B36, führt aber nicht notwendigerweise durchgehend an ihr entlang.

Vom Land spendierte Radschnellwege würden für sich allein wenig bringen, wenn die Anschlüsse an das vorhandene Radwegenetz nicht vorhanden wären. Auch in dieser Frage gibt es seit Anfang Mai mehr Klarheit. Für Schnellwege in Zuständigkeit der Kreise und Kommunen besteht nach Äußerungen von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) eine Fördermöglichkeit von über 80 Prozent. "Das ist unter der Voraussetzung möglich, dass eine Förderung des Bundes in Höhe von 75 Prozent erfolgt. Für die übrigen Kosten bieten wir zur Hälfte zusätzliche Fördermittel des Landes an. Damit verbleibt nur noch ein geringer Eigenanteil bei den Kreisen und Kommunen."

Vor diesem Hintergrund betont der Landrat von Karlsruhe und Vorsitzende des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein, Christoph Schnaudigel (CDU), die Notwendigkeit, dass sich Stadt- und Landkreise in der Region auf eine abgestimmte Strategie verständigen, um das Radwegenetz optimal auszubauen.

Radschnellwege sind nach Definition des Verkehrsministeriums "qualitativ hochwertige, direkt geführte und leistungsstarke Radverbindungen zwischen Kreisen und Kommunen". Sie sollen mindestens fünf Kilometer lang, überwiegend vier Meter breit und weitgehend kreuzungsfrei sein. Mehr als 2 500 Radfahrende in 24 Stunden sollen dort verkehren, was die Routen vor allem für Pendler interessant macht.

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