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Stadtplanung muss künftig "blauer und grüner" werden
Stadtplanung muss künftig 'blauer und grüner' werden
24.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Winfried Heck

Karlsruhe - Die Sommer werden heißer - und nasser. Was die Anwesenden am Mittwoch bei einer Fachtagung zum Thema "Klimaanpassung in der Stadt- und Regionalplanung" zu hören bekamen, war alles andere als leichte Kost.

Insbesondere der Vortrag von Armin Bobsien, Klimaschutzmanager der Stadt Emmendingen, hatte es in sich. Selbst wenn die internationalen Klimaschutzziele - die Erderwärmung auf "nur" 1,5 Grad zu beschränken - erreicht würden, dürfte es speziell im Oberrheingraben spätestens ab 2030 sehr ungemütlich werden. Hitzesommer wie 2003 oder 2018 würden dann zur Normalität. Für Professor Eberhard Parlow aus Basel ist der Oberrhein eine der am stärksten von der Klimaerhitzung betroffenen Regionen Mitteleuropas.

"Die Durchschnittstemperatur im Oberrheingraben dürfte sich um bis zu fünf Grad Celsius erhöhen", ist es nicht nur für Gerd Hager vom Regionalverband Mittlerer Oberrhein allerhöchste Zeit, dass Städte und Gemeinden bei ihrer Bauleitplanung massiv umdenken.

Verdichtetes Bauen



oftmals umstritten

Die Stadtplanung müsse "blauer und grüner" werden, fordert auch Bobsien, doch das sei noch lange nicht ausreichend. Zu langsam, zu spät und zu halbherzig seien die bisherigen Bemühungen, dem "rasch fortschreitenden Klimawandel" (Bobsien) etwas entgegenzusetzen. Nötig sei vielmehr eine radikal neue Stadtplanung, die Stadt und Umland als ein System betrachtet, mit großflächigen Kühlstrukturen im Umland und einer "grünen Haut" in der Stadt. Um der Aufheizung entgegenzuwirken, müsse deutlich flächenschonender und verstärkt in die Höhe gebaut werden.

Hager würde am liebsten in Gewerbegebieten Photovoltaikanlagen auf Dächern verpflichtend vorschreiben. Nötig seien zudem mehr Wasserflächen. In Karlsruhe hat das Umdenken zwar eingesetzt, doch dort zeigen sich auch die damit verbundenen Konflikte. Wo Wohngebiete verdichtet werden sollen, formiert sich postwendend Widerstand der Anwohner. Die Schaffung von billigem Wohnraum steht auch im Widerspruch zu einem sparsamen Flächenverbrauch.

Dass sich Planungsprozesse massiv ändern müssen, fordert Gerhard Huber aus Überlingen, dessen Ingenieurbüro sich mit Überflutungsvorsorge beschäftigt. Vor allem Wasser werde eine immer wichtigere Rolle spielen, denn warme Luft könne mehr Wasser speichern, entsprechend nehme die Gefahr von Starkregen zu. "Treffen kann es jeden", ergänzt Hans Göppert von einem Hügelsheimer Fachbüro, denn solche Unwetter würden zufällig niedergehen und meist beträchtlichen Schaden anrichten. Untersuchungen hatten gezeigt, dass in Baden-Württemberg inzwischen bereits die Hälfte aller Hochwasserschäden durch Starkregen verursacht werden. Seit 2016 sei das Land deshalb sehr aktiv und hat inzwischen auch einen Leitfaden mit gut umsetzbaren Praxisbeispielen für Kommunen und Hausbesitzer herausgebracht. Zudem werden in Baden-Württemberg entsprechende Planungen inzwischen staatlich gefördert.

"Man kann viel machen, man kann auch viel falsch machen", fordert Göppert eine sorgfältigere Planung. Baugebiete im Tal-Tiefpunkt seien ein "Klassiker". Tiefgaragen, die von Starkregen geflutet werden könnten, seien oft zu finden. Ein weiteres Kuriosum: In fast jeder zweiten Gemeinde sei die Feuerwehr in einer Problemzone untergebracht und komme im Ernstfall nicht zum Einsatzort.

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