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Repression rettet Menschenleben
Repression rettet Menschenleben
27.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Hans-Peter Hegmann

Schwarzwaldhochstraße - Nach den positiven Erfahrungen mit zwei Motorrad-Präventionstagen des Polizeipräsidiums Offenburg hat das Innenministerium Baden-Württemberg am Samstag einen landesweiten Aktionstag an beliebten Motorradstrecken durchgeführt. Die Beamten des Offenburger Präsidiums nahmen dabei motorisierte Zweiräder am Seibelseckle genauer unter die Lupe.

2017 und 2018 waren die Offenburger Polizisten auf Parkplätzen an den Unfall-Schwerpunktstrecken im nördlichen Schwarzwald im Einsatz. Anlass waren jeweils die jährlich steigenden Unfallzahlen mit Toten und Schwerverletzten. Dabei ging es hauptsächlich darum, die Motorradfahrer nicht nur durch einen erhöhten Kontrolldruck auf ihr gefährliches Verhalten hinzuweisen, sondern sie durch Gespräche vor Ort zu einer umsichtigeren Fahrweise zu bewegen. In diesem Jahr waren rund 600 Polizeibeamte für die Verkehrssicherheit im Einsatz.

Auch 2018 ist die Gesamtzahl der Motorradunfälle im Vergleich zum Vorjahr wieder um 6,4 Prozent auf 5 572 Unfälle mit rund 4 700 betroffenen Motorradfahrern sowie Mitfahrern gestiegen. "Jedes der 101 im letzten Jahr bei einem Motorradunfall getötete Unfallopfer ist eines zu viel", bemerkte Innenminister Thomas Strobl (CDU) in diesem Zusammenhang. Unfalluntersuchungen bestätigten, dass die meisten Biker schlicht zu schnell unterwegs waren. Die Polizei wolle diese Raserei nicht weiter hinnehmen. "Rund zwei Drittel der tödlichen Motorradunfälle werden durch die Fahrerinnen und Fahrer selbst verursacht. Wir wünschen uns, dass sie mit ihrem Motorrad sicher unterwegs sind und wieder gesund bei ihren Familien oder Lieben Zuhause ankommen", betonte der Minister.

"Motorradlärm ist



größte Störquelle"

An der Kontrollstelle auf dem Parkplatz bei Seibelseckle, an der B 500, verschafften sich Staatssekretär Julian Würtenberger und der Inspekteur der Polizei, Detlef Werner, einen persönlichen Eindruck vor Ort. Wie der Staatssekretär betonte, hat man erkannt, dass Prävention und Repression die einzigen Möglichkeiten sind, um in diesem Bereich Menschenleben zu retten. "Wir müssen den Bikern einfach auf die Füße stehen - nur Reden und Aufklären hilft nicht".

Ebenfalls anwesend war der einzige Lärmschutzbeauftragte einer Landesregierung in Deutschland, Thomas Marwein (Grüne). Er erläuterte, dass Motorradlärm inzwischen als die größte Störquelle in Baden-Württemberg bezeichnet werden kann. Überall im Land, wo es Berge gebe, ist Motorradlärm der häufigste Anlass für Beschwerden aus der Bevölkerung. Er bedauerte, dass es aktuell nicht möglich sei, die europaweit geregelte Zulassungsvoraussetzung für sogenannte Klappenauspuffe zu ändern. Das bedeute, dass viele der als zu laut angesehenen Motorradfahrer mit gesetzeskonformen Anlagen unterwegs sind. Allerdings könne der Lärmpegel auch hier durch die persönliche Fahrweise stark beeinflusst werden. "Wer immer noch mit überhöhten Drehzahlen durch ein enges Schwarzwaldtal rast, ist noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen." Die Experten des "Kompetenzteams Motorrad" der Polizei sowie besonders geschulte Kräfte des Polizeipräsidiums richteten ihren Blick deshalb bei den angehaltenen Motorradfahrern besonders auf die technischen Zustände der Maschinen und Veränderungen an den Abgasanlagen. Die Bilanz der Kontrolle vom Samstag am Seibelseckle steht noch aus.

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