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Baden-Baden abgeschlagenes Schlusslicht
19.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Florian Krekel

Stuttgart - Die Bevölkerung in Baden-Württemberg wird bis ins Jahr 2035 um knapp 340 000 Personen wachsen auf dann 11,37 Millionen Einwohner. Das zumindest prognostiziert das Statistische Landesamt in Stuttgart. Von diesem Wachstum profitieren alle Stadt- und Landkreise, manche mehr - wie die Stadt Karlsruhe - und manche weniger - wie der Stadtkreis Baden-Baden. Der ist nämlich mit einem Bevölkerungswachstum von lediglich 0,2 Prozent bis 2035 in der Statistik abgeschlagen Letzter.


Während die Fächerstadt um satte 5,6 Prozent auf dann 329 000 Bürger wächst, was nach dem Stadtkreis Ulm (+5,8 Prozent) der zweitbeste Wert im Land ist, leben in Baden-Baden laut Prognose im Jahr 2035 mit 54 900 Einwohnern gerade mal 182 Menschen mehr, als zum Zeitpunkt der Zahlenerhebung im Jahr 2017. Das ist nicht nur im Vergleich mit der Großstadt mau, sondern auch in Relation zu den nahen Landkreisen Rastatt (+2,5) und Ortenau (+2,4).

Eine Erklärung dafür liefert das Statistische Landesamt auf BT-Nachfrage. Flapsig könnte man das Ganze recht schnell auf folgenden Nenner bringen: Überalterte Bevölkerung (die Statistiker sprechen lieber diplomatisch von "wenig junge Bevölkerung") plus weniger Geburten als Sterbefälle ("Geburtendefizit") bedeutet geringes oder kein Bevölkerungswachstum, respektive Bevölkerungsschwund. Denn Letzteren gibt es in Baden-Baden ohnehin nur dank der Zuwanderung von außen in die Kurstadt nicht. Besonders evident werden all diese Probleme, wenn man die Stadt an der Oos mit Karlsruhe vergleicht. 2016 starben in Baden-Baden 266 Menschen mehr als geboren wurden. In Karlsruhe dagegen lag die Quote im gleichen Jahr bei plus 149. Und das wird sich auf absehbare Zeit wohl auch nicht ändern, lag das Durchschnittsalter an der Oos 2017 bei 47,3 Jahren (KA-Stadt: 42,1) wird es laut Prognose 2035 bei 49,5 Jahren (KA-Stadt: 43,2) liegen.

Nicht ganz so dramatisch sieht es im Landkreis Rastatt aus. Zwar hat auch der eine negative Geburtenrate (2016: -323) und eine ältere Bevölkerung als Karlsruhe (2017: 44,7; Prognose 2035: 46,5) dennoch sind einige Werte nicht so eklatant abweichend wie in Baden-Baden, was für den Landkreis laut Prognose bis 2035 immer noch ein Bevölkerungsplus von 2,5 Prozent bedeutet. Das entspricht etwa dem des angrenzenden Ortenaukreises (+2,4). Der Vorhersage zufolge hat der Landkreis Rastatt in 16 Jahren 236 000 Einwohner (2017: 230 000) und der Ortenaukreis 436 000 Bürger (2017: 425 900). Hinzu kommt, dass die Zuwanderung im Landkreis Rastatt (2016: +1 798) schlichtweg größer ist als in Baden-Baden (2016: +425).

Im Hinblick auf Karlsruhe gilt es, wie Mara Mantinger vom Statistischen Landesamt gegenüber dem BT unterstreicht, allerdings noch zu beachten, dass sich in der Fächerstadt "die Landeserstaufnahmestelle (LEA) befindet, in die Schutzsuchende bei Ankunft in Baden-Württemberg gebracht werden. Dadurch hat Karlsruhe in den letzten Jahren mehr Zuwanderung erhalten, welche aber teilweise wieder ausgeglichen worden ist, weil die Schutzsuchenden nach ihrer Registrierung in verschiedensten Gemeinden untergebracht worden sind und dadurch auch wieder abgemeldet worden sind." Überhaupt ist die Zuwanderung den Statistikern zufolge ein nicht zu unterschätzender Aspekt.

Geburtenrate gibt Ausschlag

Auf gesamt Baden-Württemberg betrachtet ist der wichtigste Punkt aber in der positiven Geburtenrate zu finden. Im Jahr 2016 wurden laut den Stuttgarter Statistikern in Baden-Württemberg so viele Kinder je Frau geboren wie seit 1973 nicht mehr. Die vorgestellten Ergebnisse entsprechen einer Geburtenrate von im Schnitt 1,56 Kindern je Frau.

Die Stadt Baden-Baden sieht gestern gegenüber dem BT unter anderem eben jene Geburtenrate als einen Indikator für den Schrumpfungsdruck der Kurstadt. Langfristig sei für Baden-Baden von moderat rückläufigen Kinderzahlen auszugehen, die den Bevölkerungsrückgang verstärkten. Diese Entwicklung gehe darauf zurück, dass in Baden-Baden, anteilig zur weiblichen Wohnbevölkerung, weniger Frauen im gebärfähigen Alter (15 bis 45 Jahre) lebten als im landesweiten Vergleich. Dennoch sieht man an der Oos positive Impulse. In den vergangenen zehn Jahren seien jährlich mehr, insbesondere jüngere Menschen zu- als fortgezogen.

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