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Durmersheimer Groß-Dealer muss dreizehneinhalb Jahre in Haft
Durmersheimer Groß-Dealer muss dreizehneinhalb Jahre in Haft
28.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Werner Frasch

Baden-Baden - Der bislang größte Drogenprozess im Landgerichtsbezirk Baden-Baden endete gestern mit einer Überraschung. Das gegen den Hauptangeklagten verhängte Urteil wegen des umfangreichen Handels mit Drogen fiel mit einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten um einiges härter aus, als dies der Staatsanwalt für angebracht gehalten hatte. Am Mittwoch hatte dieser in seinem Plädoyer für den 40-jährigen Albaner, der seit seiner Verhaftung im Juni 2018 in Untersuchungshaft ist, eine Strafe von elf Jahren als tat- und schuldangemessen bezeichnet.

Ein wegen Beihilfe mitangeklagter 39-Jähriger aus Baden-Baden kommt mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 50 Euro davon. Verzichten muss er künftig auf seinen Range Rover, den er gekauft und dem Dealer überlassen hatte. Mindestens ein Drogengeschäft sei von diesem Fahrzeug aus organisiert worden, zeigte sich das Gericht überzeugt und ordnete daher die Einziehung an, ebenso wie die der verwendeten Mobiltelefone und des erzielten Gewinns aus allen Geschäften mit knapp 1,2 Mio Euro.

Der Prozess lief seit Februar. Vorgeworfen wurde dem Angeklagten der Handel mit Betäubungsmitteln im großen Stil. Aus Albanien soll er zwischen Anfang 2016 und Mitte 2018 rund 1,3 Tonnen Marihuana und sieben Kilogramm Kokain eingeführt und über ein Netzwerk bundesweit vertrieben haben. Auf die Spur war man ihm in Österreich und Bayern gekommen. Die Überwachung seiner Kommunikation und Hinweise aus dem Drogenmilieu hatten zu dem Fahndungserfolg geführt.

Bei der Festnahme in seiner Durmersheimer Wohnung wurden auch Aufzeichnungen beschlagnahmt, die Auskunft über die abgewickelten Geschäfte gaben. Diese "Bilanzunterlagen" waren zwar alles andere als transparent, sondern chaotisch und schwierig zu entziffern.

Spätes Geständnis

nützt nichts

Während des Prozesses wurde einiger Aufwand betrieben, um die Aufzeichnungen zu übersetzen und einzelnen Tatkomplexen zuzuordnen. Dem Gericht waren sie neben einem Teilgeständnis des Angeklagten die wichtigste Beweisgrundlage. Allerdings hob der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung hervor, dass dieses Geständnis erst nahezu am Ende der Beweisaufnahme abgelegt worden sei, wohl in der Hoffnung, dadurch die abzusehende Bestrafung abzumildern. "Das hatte Züge einer Verhandlungstaktik", so die Urteilsbegründung. Keinen Zweifel ließ der Richter daran, dass bei einem früher abgelegten Geständnis die Strafe geringer ausgefallen wäre.

Die vom Angeklagten beantragte Unterbringung in einer Entziehungsanstalt lehnte das Gericht ab. Der Verurteilte konsumiere zwar regelmäßig Alkohol und habe auch Drogen genommen. Nicht zuletzt wegen seiner widersprüchlichen Angaben beim medizinischen Gutachter sah das Gericht keinen Hang zu übermäßigem Drogengenuss. Damit seien die Voraussetzungen für eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt anstelle des Strafvollzugs nicht gegeben.

Die Verteidiger kündigten gestern an, gegen das Urteil Revision einzulegen.

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